Waiblingen

Feuerwehr Waiblingen braucht dringend mehr Platz in der Winnender Straße

Feuerwehr
Auf Dauer reicht der Platz in der Winnender Straße 11 für die Feuerwehr nicht aus, weshalb angebaut werden soll. © Büttner

Das Feuerwehrgerätehaus in der Winnender Straße 11 platzt aus allen Nähten. De facto fehlen 40 Umkleideplätze für Herren, zehn Plätze für Frauen sowie die entsprechenden Sanitärbereiche. Außerdem sind die Wege im Fall eines Einsatzes nicht optimal geregelt. Denn die Einsatzkräfte kommen genau dort an, wo voll besetzte Fahrzeuge zum Einsatzort ausrücken: durch die geöffneten Tore der Fahrzeughalle.

Deshalb soll nun angebaut werden. Angedacht ist ein Anbau im Innenhof des Feuerwehrgerätehauses, sprich direkt hinter der Fahrzeughalle. Das Konzept hierzu wurde jüngst dem Ausschuss für Planung, Technik und Umwelt vorgestellt, worauf jetzt die Detailplanung durch das Architekturbüro Kaden erfolgen soll.

Der Haken an der Lösung ist, dass es nur als Übergangslösung angedacht werden kann. Dauerhaft bietet der Standort Winnender Straße nicht die Voraussetzungen, auf welche die Feuerwehr im Tagesgeschäft angewiesen ist. Die Zahl der Einsätze haben in den vergangenen Jahren laut Auskunft der Feuerwehr stark zugenommen. Um ein Beispiel zu nennen, hatte die Freiwillige Feuerwehr Waiblingen allein in der vergangenen Woche neun Einsätze mit einer Gesamteinsatzdauer von 13 Stunden, für das laufende Jahr 2022 zählt die Wehr 197 Einsätze, 2021 waren es 445 Einsätze – allerdings im gesamten Stadtgebiet, wozu auch die Ortschaften zählen. Zum Vergleich hierzu waren es 2016 noch 256 Einsätze.

In der Regel kein Tag ohne einen Einsatz für die Feuerwehr Waiblingen

Neun hauptamtliche Mitglieder zählt aktuell die Waiblinger Wehr, die in der Regel im Falle eines Einsatzes mit Freiwilligen als Erste ausrücken. Je nachdem, um welche Art des Einsatzes es sich handelt, rückt das Drehleiterfahrzeug aus, auch wenn es sich um ein Geschehen in einer Ortschaft dreht und der Rest der Abteilung Kernstadt nicht betroffen ist. „Es herrscht folglich viel Traffic in der Winnender Straße“, bringt es Feuerwehrmitglied Jürgen Aldinger auf den Punkt. Es gebe nahezu keinen Tag mehr, an dem die Feuerwehr zu keinem Einsatz gerufen werde.

Das wiederum zieht die Überlegung nach sich, dass die Abteilung Kernstadt der Waiblinger Wehr langfristig umziehen muss. Angedacht als möglicher Standort ist bisher das Gelände in der Henri-Dunant-Straße, nachdem die Leitstelle und das Deutsche-Rote-Kreuz in das neue Domizil unweit der Rundsporthalle umgezogen sind. Hierfür werden aber aller Voraussicht nach noch Jahre vergehen.

Deshalb soll nun eine Interimslösung her, wobei unterschiedliche Varianten durch die Stadtverwaltung und der Feuerwehr geprüft wurden, darunter auch Erweiterungen mithilfe von Containern. Allerdings bietet nur die Variante des Anbaus die für die Mitglieder passende Struktur. Container könnten nicht stufenfrei an das bestehende Gebäude angedockt werden. Sogenannte Stolperfallen, akzeptiere die Unfallkasse nicht, da sie eine Gefahr darstellen, so Jürgen Aldinger, der Innenarchitektur studiert hat und sich von Feuerwehrseite aus um den Umbau kümmert.

Künftig separater Eingang für Einsatzkräfte

Im Falle einer Alarmierung können die Einsatzkräfte nach Fertigstellung des Umbaus über einen neuen separaten Eingang von der Winnender Straße aus ins Innere gelangen und müssen nicht mehr wie aktuell durch das Garagentor rein. Außerdem soll es endlich einen separaten Umkleidebereich für Feuerwehrfrauen und -mädchen geben sowie Toiletten und Duschräume.

Dasselbe gilt auch für Feuerwehrmänner und -jungs. Für sie gab es zwar rein theoretisch einen Duschbereich, dieser war aber durch weitere dringend notwendige Spinde und Umkleideplätze belegt. Der Duschbereich sei für Feuerwehrmitglieder nach einem Einsatz sehr wichtig, „wenn sie kontaminiert von einem Einsatz zurückkommen – sei es durch Rauch nach einem Brand oder Blut nach einem schlimmen Unfall. „Mit dem Anbau haben wir eine ganz gute Lösung gefunden“, meint Jürgen Aldinger. Der Anbau soll auch eine Reinigungszone für Mitglieder bieten, wo man etwa Schuhe grob nach einem Einsatz säubern kann.

Einen Haken hat solch ein Anbau allerdings. Da es sich hierbei um einen Anbau handelt, der augenscheinlich nicht den Charakter einer Zwischenlösung, vergleichbar eines Containerbaus aufweist, müssen sämtliche energetischen und arbeitsrechtlichen Vorgaben realisiert werden. Die vorveranschlagten Kosten belaufen sich auf rund 403 000 Euro.

Wenn alles nach Plan läuft und der Baubeschluss für den Anbau noch vor der Sommerpause erfolgt, könnte im März 2023 der Baustart für den Anbau erfolgen.

Neue digitale Funktechnik auch bei Feuerwehr

Der Anbau ist nicht die einzige Neuerung, welche im Feuerwehrgerätehaus in der Winnender Straße ansteht. Da das Land Baden-Württemberg die komplette Funktechnik für Einsatzkräfte auf digitalen Funk umstellt, muss auch die Funkzentrale der Feuerwehr überholt werden. Das soll noch in diesem Jahr geschehen und im Zuge der erwähnten Umbaumaßnahmen erfolgen. Es muss die Haustechnik aufgerüstet werden, außerdem müssen die Räume mit entsprechender Beleuchtung, Belüftung und dem notwendigen Mobiliar ausgestattet werden. Ziel der Umstellung auf Digitalfunk ist, dass dieser abhörsicher werde.

Die Kosten für die Umstellung auf Digitalfunk schätzt die Stadtverwaltung Waiblingen auf 127 000 Euro, zusammen mit dem Erweiterungsbau ans Feuerwehrgerätehaus sowie einer vorveranschlagten eventuellen Kostensteigerung von 20 Prozent, stellt die Stadt Waiblingen für die Feuerwehr 637 000 Euro bereit.

Das Feuerwehrgerätehaus in der Winnender Straße 11 platzt aus allen Nähten. De facto fehlen 40 Umkleideplätze für Herren, zehn Plätze für Frauen sowie die entsprechenden Sanitärbereiche. Außerdem sind die Wege im Fall eines Einsatzes nicht optimal geregelt. Denn die Einsatzkräfte kommen genau dort an, wo voll besetzte Fahrzeuge zum Einsatzort ausrücken: durch die geöffneten Tore der Fahrzeughalle.

Deshalb soll nun angebaut werden. Angedacht ist ein Anbau im Innenhof des

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