Waiblingen

Feuerwehr Waiblingen: Keine Nachwuchssorgen im Corona-Lockdown

jugendfeuerwehr Teil 5
Vielleicht im Sommer sind Übungen vor Ort bei der Jugendfeuerwehr wieder möglich – sofern es das Infektionsgeschehen zulässt. © Benjamin Büttner

Auch in der Corona-Pandemie hat die Feuerwehr Waiblingen keine Nachwuchssorgen. Ganz im Gegenteil: Fünf Jugendliche würden gerne dazustoßen, sobald Jugendarbeit in Präsenz wieder möglich ist, so Feuerwehrsprecher Nick Bley im Gespräch mit der Lokalredaktion.

Die Jugendfeuerwehr bildet einen wichtigen Grundstein für die Aktiven der Feuerwehr Waiblingen. Viele bleiben dabei, wollen mit 17 dann zu den Großen wechseln. 106 Mitglieder zählt aktuell die Jugendfeuerwehr Waiblingen, weiß Jugendwartin Franziska Fliß. Um diese kümmern sich bis zu 40 Jugendleiter, bereiten Übungseinheiten und andere Aktivitäten vor, wobei sie allesamt selber zu den Aktiven der Feuerwehr Waiblingen zählen und Zeit bei Übungen und Einsätzen einbringen, betont Fliß.

Jugendarbeit war 2020 bis Ende August ausgesetzt 

Im vergangenen Jahr musste die Jugendarbeit nach dem ersten Lockdown länger aussetzen als anderswo. Während Sportvereine etwa nach Pfingsten wieder starten konnten, musste sich die Jugendfeuerwehr noch bis September gedulden. Grund hierfür ist die Tatsache, dass die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr Waiblingen zu jeder Zeit gewährleistet sein muss. Eine Ausbreitung des Coronavirus innerhalb der Wehr muss möglichst ausgeschlossen werden, weshalb strenge Hygiene-Konzepte gelten, sowohl für die Aktiven als auch in der Jugend. Übungen wurden nach draußen verlegt, der Jugendraum gemieden – erst recht, wenn keine Abstände eingehalten werden können. „Kaum eine Einsatzhose hatte nach den Sommerferien noch gepasst“, sagt Franziska Fliß und lächelt. „Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell die Jugendlichen wachsen“, sagt sie.

Jugendliche wollen Technik der Feuerwehr verstehen

Ende Oktober war mit dem zweiten Lockdown dann schon wieder Schluss. Die Jugendleiter, die im Schnitt 20 bis 40 Jahre alt sind, wurden kreativ, haben sich Online-Übungen überlegt. „Es ist nicht dasselbe“, weiß Fliß. „Jugendliche kommen zu uns, weil sie sie die Technik erleben wollen, mit der bei Einsätzen gearbeitet wird“, so Fliß, „weil sie lernen wollen, wie man bei einem Löschangriff vorgeht.“

Eine Online-Übung sei mit mehr Arbeit verbunden als eine Übung vor Ort, weiß die Jugendwartin, die hauptberuflich als Bildungsreferentin der Jugendfeuerwehren beim Landesfeuerwehrverband tätig ist. Doch man wolle schließlich den Jugendlichen etwas bieten, das Gemeinschaftsgefühl solle dabei nicht komplett verloren gehen.

Gut kam dabei eine Übung zur Atemschutzüberwachung an. Wenn ein Feuerwehrmitglied im Einsatz in einem brennenden Gebäude löscht, wird die Zeit händisch auf einer Tafel dokumentiert. Es wird errechnet, wie viel Atemluft es in der Sauerstoffflasche zur Verfügung hat und wie viel Zeit ihm für den Rückweg bleibt. Von außen gibt es über Funk rechtzeitig ein Warnsignal.

Die Jugendfeuerwehr ist wie die aktive Wehr in Waiblingen auch in sechs Gruppen untergliedert. In Bittenfeld gibt es zusätzlich für Kinder im Alter zwischen acht und zehn Jahren die Firekids. Sie lernen bereits erste Grundkenntnisse.

Jugendliche lernen durch Feuerwehr Möglichkeiten in Waiblingen kennen 

Wichtig bei der Jugendarbeit ist auch die Frage, was die Feuerwehr Heranwachsenden bieten kann, damit „sie bei der Stange bleiben“ und nicht etwa nach dem Schulabschluss wegziehen. „Die Feuerwehr öffnet so manche Tür“, verrät Franziska Fliß und spielt damit auf die Aktion der Kreisjugendfeuerwehr an „Jugendfeuerwehr trifft Industrie“. Hier gewinnen Jugendliche über den Kontakt der Feuerwehr Einblicke in unterschiedliche Ausbildungsberufe, etwa bei der Firma Stihl. Im vergangenen Jahr musste die Aktion bereits aussetzen, wie auch in diesem Jahr. In der Vergangenheit haben Jugendliche dabei etwa kleinere, mehrstöckige Häuser gebaut, in denen gezeigt werden kann, wie sich Rauch im Brandfall ausbreiten kann.

Wer sich für die Jugendfeuerwehr interessiert, muss mindestens zehn Jahre alt sein, keinen Mitgliedsvertrag unterschreiben, sondern darf einfach dabei sein. Es kostet auch nichts. Allerdings werde vorab geprüft, „ob es passt“, berichtet Nick Bley, wobei weder Geschlecht noch Nationalität eine Rolle spielen. Auf das Zwischenmenschliche kommt es an und auf das Interesse. Junge Mitglieder erhalten wie die Großen auch eine Einsatzkleidung gestellt sowie einen Spind zur Aufbewahrung.

Die Nachfrage reiche sogar über die Stadtgrenze hinaus in Nachbarkommunen, in denen etwa keine Nachwuchsabteilung angeboten werde. Diese müsse man aber stets zurückweisen, da das Interesse in den eigenen Reihen schon so groß ist, dass junge Mitglieder von außerhalb die Kapazitäten sprengen würden. „Die Aufsichtspflicht muss gewährleistet sein“, betont Fliß.

Auch in der Corona-Pandemie hat die Feuerwehr Waiblingen keine Nachwuchssorgen. Ganz im Gegenteil: Fünf Jugendliche würden gerne dazustoßen, sobald Jugendarbeit in Präsenz wieder möglich ist, so Feuerwehrsprecher Nick Bley im Gespräch mit der Lokalredaktion.

Die Jugendfeuerwehr bildet einen wichtigen Grundstein für die Aktiven der Feuerwehr Waiblingen. Viele bleiben dabei, wollen mit 17 dann zu den Großen wechseln. 106 Mitglieder zählt aktuell die Jugendfeuerwehr Waiblingen, weiß

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