Waiblingen

Fiebersäfte weiter rar: Apotheke in Waiblingen muss Kunden wegschicken

Medikamentenengpass
Nachschub an Ibuprofen, Paracetamol und Antibiotika bleibt ein Problem, so Apothekerin Hazha Mohammed aus Waiblingen. © Gaby Schneider

Mangelnder Nachschub an Medikamenten stellt Apotheken weiter vor Probleme. Betroffen sind nach wie vor auch gerade für Kinder wichtige Fiebersäfte mit Ibuprofen oder Paracetamol sowie manche Antibiotika. Jeden Tag fragen Eltern nach den Mitteln, die noch vor kurzem selbstverständlich verfügbar waren, berichten zwei Waiblinger Apotheker. Wenn eine Lieferung kommt, sei die schnell wieder ausverkauft, sagt Apothekerin Hazha Mohammed.

Höchstens Teillieferungen: Fiebersäfte schnell wieder ausverkauft

Sie führt zwei Apotheken in Waiblingen, die Söhrenberg-Apotheke in Neustadt und die Burg-Apotheke in Hohenacker. „Es tut uns sehr leid, dass wir Kunden, die nach Fiebersäften fragen, mehrheitlich wegschicken müssen“, sagt sie. Immer wieder schaut sie bei den Großhändlern, ob Ibuprofen- oder Paracetamol-Säfte lieferbar sind. „Man muss sehr viel Glück haben.“ Auch wenn sie direkt bei den wenigen verbliebenen Herstellern bestellt hat, kamen nur kleinere Teillieferungen, sagt Mohammed. „Letzte Woche haben wir mal 15 Ibu-Säfte bekommen, die waren so schnell ausverkauft, das kann man sich nicht vorstellen.“

Aus Fairnessgründen bekomme jede Familie nur eine Packung, betont die Apothekerin, die den Eindruck hat, „dass auch gehortet wird“. Aktuell hat sie keinen Lagerbestand mehr - und das vor ihrem Notdienst am Feiertag, 6. Januar.

Lieferprobleme auch bei verschreibungspflichtigen Antibiotika

Auch bei verschreibungspflichtigen Antibiotika gibt es „definitiv ein Problem“, berichtet sie. Und das ausgerechnet jetzt, wo Streptokokken-Infektionen grassieren und etwa zu vielen Scharlach-Fällen führen. Immerhin wüssten viele Kunden schon durch die Medien Bescheid und reagierten verständnisvoll.

Besser sieht die Lage in den Apotheken von Patrick Pfeifer aus. Bei Fiebersäften und Antibiotika seien Central-Apotheke und Co. noch gut aufgestellt und haben einen Vorrat, sagt er - auch dank der Übernahme der Bestände aus der geschlossenen Remspark-Apotheke seiner Mutter. Selbst anrühren, was mit dem entsprechenden Wirkstoff auf Rezept auch möglich ist, musste Pfeifer noch nicht. Die Preise dafür wären um ein Vielfaches höher als die der Pharmaindustrieprodukte.

Auch bei Pfeifer fragen Kunden täglich nach Fiebersäften. Garantieren könne er nichts, aber derzeit sei die Versorgung möglich. Und auch hier gilt: „Hamsterkäufe“ werden nicht bedient.

Bundesbehörde sieht keinen "Lieferabriss", aber "Ungleichverteilung"

Das für Arzneimittel zuständige Bundesinstitut (BfArM) sah im Dezember keinen "Lieferabriss". "Es werden kontinuierlich Arzneimittel in den Markt gebracht", so die Behörde auf ihrer Webseite.

"Dennoch ist deutlich ersichtlich, dass unter anderem die aktuell erhöhte Atemwegsinfektionsrate bei Kindern zu einem Mehrbedarf dieser Produkte führt. Dieser kann derzeit nicht im vollen Umfang kompensiert werden. Zwischen Ende Juni 2022 und Anfang Juli 2022 wurde weiterhin die Nachricht publik, dass einer der größten Anbieter der fraglichen Produkte die anstehende Winterbevorratung absagte. In der Folge konnte ein deutlicher Anstieg der Einkäufe von Apotheken beobachtet werden, der vornehmlich die bis zu diesem Zeitpunkt weniger stark betroffenen Darreichungsformen (Fiebersaft mit Ibuprofen und Suppositorien mit Paracetamol) betraf. Die Verfügbarkeit der Produkte hat daraufhin erneut merklich abgenommen. Gleichzeitig führten die stark gestiegenen Einkäufe zu regionaler Ungleichverteilung und Bevorratung mit den verfügbaren Beständen. Daher ist neben dem gestiegenen Bedarf auch weiterhin von einer Verteilproblematik auszugehen."

Was Antibiotika angeht, insbesondere für Kinder, treffen beim BfArM seit dem Herbst 2022 "vermehrt Meldungen zur Nicht-Verfügbarkeit" ein. "Gründe für die gemeldeten Lieferengpässe sind vornehmlich deutlich gestiegene Bedarfe, die nicht kompensiert werden können, da die Produktionskapazitäten zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausreichen."

Mangelnder Nachschub an Medikamenten stellt Apotheken weiter vor Probleme. Betroffen sind nach wie vor auch gerade für Kinder wichtige Fiebersäfte mit Ibuprofen oder Paracetamol sowie manche Antibiotika. Jeden Tag fragen Eltern nach den Mitteln, die noch vor kurzem selbstverständlich verfügbar waren, berichten zwei Waiblinger Apotheker. Wenn eine Lieferung kommt, sei die schnell wieder ausverkauft, sagt Apothekerin Hazha Mohammed.

Höchstens Teillieferungen: Fiebersäfte schnell wieder

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