Waiblingen

Flüchtlinge ziehen vom Ameisenbühl in die Innere Weidach

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Archivbild: „Nur zwei“ signalisiert der junge Syrer aus der Waiblinger Sporthalle. Und tatsächlich hat sich die Situation für diese Flüchtlinge, die sich hier flugs zum Gruppenbild zusammenfanden, weil sie eine klaustrophobische Wohnsituation in der nächsten Unterkunft fürchteten, verbessert. Sie müssen jetzt nicht mehr zu dritt auf zehn Quadratmetern wohnen. Sie können zu zweit in die Zimmer. Das sei, sagt Ahmad Alresh (Zweiter von links), „okay“. © ZVW

Waiblingen.

Die Flüchtlingsunterkunft in der Sporthalle des Waiblinger Berufsschulzentrums im Ameisenbühl soll endlich geräumt werden. Die Flüchtlinge werden verteilt. Einige müssen in die Unterkunft Innerer Weidach – was zu Protest führte. Denn die Wohnstatt ist völlig runtergekommen. Und auf zehn Quadratmetern sollten drei Leute wohnen.

Doch, dass sie in die Innere Weidach verlegt werden sollen behagt den Flüchtlingen nicht. Wir hatten im Waiblinger Lokalteil vergangene Woche (5.10.) darüber berichtet, wie die ehrenamtlichen Helfer sich über Kakerlaken, Schmutz und bauliche Mängel im Flüchtlingsheim am Inneren Weidach beklagten.

Trotz allem fand nach der Hiobsbotschaft doch ein kleines Lächeln den Weg aufs eine oder andere Gesicht. „Besser!“ sagten die Männer, die seit einem Jahr in der Sporthalle des Waiblinger Berufschulzentrums hausen. Noch nicht gut, aber nicht mehr ganz so schlimm wie erwartet. Melih Göksu vom Krisenstab Flüchtlinge des Landratsamts konnte die Situation entschärfen.

Wie viel Platz steht Flüchtlingen zu?

Das Innenministerium Baden Württemberg, seit der Regierungsbildung im März 2016 auch für Migration und damit für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständig, veröffentlicht auf seiner Homepage folgende Information:

„Die nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz ab 2016 vorgesehene Erhöhung der Wohn- und Schlaffläche für Flüchtlinge in der vorläufigen Unterbringung auf sieben Quadratmeter wurde mit Rücksicht auf die gegenwärtig äußerst angespannte Unterbringungssituation in den Stadt- und Landkreisen bis Ende 2017 ausgesetzt.“

Das heißt: Dem neuen Gesetz nach wäre sogar eine Unterbringung zu zweit in den Räumen der Unterkunft Innere Weidach indiskutabel. Laut Pressestelle des Innenministeriums stehen den Flüchtlingen aber aufgrund der schwierigen Situation aktuell nur 4,5 Quadratmeter zu. Damit ist die Unterbringung zu zweit in den Zimmern der Unterkunft Innerer Weidach zulässig.

Zum Vergleich: Bei sogenannten „Hartz-IV“-Empfängern, alleinstehend, wird in Baden-Württemberg grundsätzlich eine Wohnungsgröße von 45 Quadratmetern für angemessen erachtet.

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