Waiblingen

Friedrich und Weik stellen im Zeitungshaus ihr neues Buch vor

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Marc Friedrich (links) und Matthias Weik haben ihr neues Buch druckfrisch mitgebracht. Am Dienstag, 17. Mai, stellen sie „Kapitalfehler“ im Zeitungshaus Waiblingen vor. © Ramona Adolf

Waiblingen. Am Donnerstag kommt das neue Buch „Kapitalfehler“ von Marc Friedrich und Matthias Weik auf den Markt. Am Dienstag, 17. Mai, stellen die Bestseller-Autoren das Buch im Zeitungshaus Waiblingen vor. Karten für die Buchpräsentation gibt es von Dienstag an im ZVW-Shop oder telefonisch.

„Kapitalfehler“ heißt das dritte Buch der Waiblinger Ökonomen Marc Friedrich und Matthias Weik. Auf der Hülle klebt der Hinweis „Spiegel: Bestseller-Autoren“. Die Erstauflage liegt bei für ein Sachbuch beachtlichen 50 000 Exemplaren. „Kapitalfehler“ ist ein Wortspiel, mit dem Weik und Friedrich die kapitalen Fehler in unserem Wirtschaftssystem auf den Punkt bringen. Es handele sich um „ein Erklärbuch“, sagt Matthais Weik im Gespräch, zu welchem die beiden das druckfrische Buch mitgebracht haben. Sie wollten über ihre eher plakativen Bestseller „Der größte Raubzug der Geschichte“ und „Der Crash ist die Lösung“ hinaus- und dem Schlamassel auf den Grund gehen. „Wir wollten uns weiterentwickeln“, sagt Weik über die Motivation, an den Erfolg ihrer beiden Büchern mit einer Auflage von fast 300 000 anzuknüpfen, jedoch in der Analyse mehr in die Tiefe zu gehen. Darüber hinaus zeigen Friedrich und Weik Wege auf, wie das Wirtschaftssystem erneuert werden müsste. „Alles andere hätte uns gelangweilt.“

Bis Weihnachten wollten sie eigentlich fertig werden mit der Arbeit an „Kapitalfehler“. Aber erst im März hatten sie es geschafft, die Rohfassung mit rund 800 Seiten auf jetzt 350 Seiten zu kürzen. Gerade noch rechtzeitig für die Veröffentlichung des Buches am 13. Mai. Dass der von ihnen prognostizierte Zusammenbruch des aus dem Ruder laufenden Finanzsystems im Allgemeinen und des Euros im Speziellen ausgeblieben ist, ändert für Weik und Friedrich nichts an ihrer Analyse. Die Politik spiele schlicht auf Zeit – und verschlimmere mit ihren falschen Therapien die Krisen.

Von einer Lösung sei die Europäische Zentralbank weit entfernt, wenn sie die Wirtschaft mit immer mehr Geld flute. Die südeuropäischen Länder stecken trotz der Billionen stärker denn je in der Krise, einer ganzen Generation werde dort bei einer Jugendarbeitslosigkeit von rund 50 Prozent der Boden unter den Füßen weggezogen. Überall in Europa feiern Rechtspopulisten Erfolge – von Ungarn bis Frankreich, von Polen bis Österreich und inzwischen auch in Deutschland.

Dass sie mit ihrer Euro-Skepsis auf AfD-Linie liegen, quittiert Marc Friedrich mit einem Schulterzucken. „Und auf der Linie der Linken“, ergänzt Matthias Weik. „Die lesen bestimmt auch unsere Bücher“, sagt Friedrich. An den ökonomischen Fakten, dass Europa und der Euro gescheitert seien, lasse sich nun einmal nicht rütteln. „Wir lassen uns aber vor keinen politischen Karren spannen.“

Die gemeinsame Währung Euro habe die Europäische Union gespalten, statt Europa zu vereinen. „In Staaten mit verschiedener Wirtschaftskraft kann eine gemeinsame Währung nicht funktionieren“, stellt Matthias Weik fest und betont, dass sie überzeugte Europäer sind. Trotz oder gerade wegen ihrer Skepsis gegenüber dem Euro. Für Südeuropa sei der Euro zu stark, für Deutschland zu schwach.

„Oben sitzt das Kapital und lacht sich kaputt“

Auf die Frage, weshalb der Crash, den sie für unvermeidlich halten, ausgeblieben ist, haben Weik und Friedrich zwei Antworten. Erstens werde auf Zeit gespielt, und zweitens hegen sie den Verdacht, dass es womöglich Kreise gibt, die gar kein Interesse an einer Lösung der Krisen haben, mutmaßt Marc Friedrich. Er kommt mit seiner Kritik demokratiefeindlichen Positionen von Rechts wie Links gefährlich nahe, bei denen Parlamente Quasselbuden sind und Politiker bloß unfähige Marionetten. Seit der Finanzkrise 2008 habe die Politik nicht ernsthaft versucht, das außer Rand und Band geratene Finanzsystem an die Kandare zu nehmen und zu regulieren. „Oben sitzt das Kapital und lacht sich kaputt“, sagt Friedrich. „Die Macht liegt beim Geld, nicht bei den Parteien.“ Diese Tatsache spiegele sich in der immer weiter auseinanderdriftenden Vermögensverteilung wider, in der immer weniger Superreiche immer noch größere Vermögen zusammenraffen und sich ihrer Steuerpflicht global entziehen können. Nur ein Kopfschütteln hat Weik für Politiker wie Jean-Claude Juncker übrig, der als Präsident der EU-Kommission ankündigt, Steueroasen auszutrocknen, die er einst als luxemburgischer Ministerpräsident für multinationale Konzerne eigenhändig erst geschaffen habe.

Neues Denken

Am Dienstag, 17. Mai, präsentieren Marc Friedrich und Matthias Weik ihr Buch im Zeitungshaus und stellen sich zur Diskussion. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung jedoch unbedingt erforderlich. Dies ist von Dienstag, 10. Mai, online unter www.zvw-shop.de oder telefonisch unter 0 71 51/5 66-0 (täglich ab 14 Uhr) möglich.

„Kapital Fehler – Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“ erscheint am Donnerstag, 13. Mai, im Eichborn-Verlag. Das Buch, 349 Seiten, kostet 19,99 Euro; das Hörbuch umfasst sechs CD (450 Minuten). „Kriminelle Spekulanten und ahnungslose Politik haben ein nachhaltiges Wirtschaften verdrängt“, heißt es in der Ankündigung des Verlages. „Der Mensch ist in den Hintergrund geraten, und wir mussten erkennen: Finanzkapitalismus ist schlicht und einfach schlechter Kapitalismus.“

Marc Friedrich studierte Internationale Betriebswirtschaftslehre. Während eines Arbeitsaufenthalts in Argentinien erlebte Marc Friedrich 2001 einen Staatsbankrott und dessen verheerende Folgen selbst mit. Matthias Weik hat „International Business“ in Australien studiert und abgeschlossen. Gemeinsam halten Matthias Weik und Marc Friedrich seit Jahren Seminare und Fachvorträge und betreiben in Lorch die Friedrich & Weik Vermögenssicherung, die eigenen Angaben zufolge „für eine Abkehr von spekulativen Papierwerten und für eine länderübergreifende Anlage in Realgüter steht“.

Es handelt sich um das dritte Buch der beiden Autoren. Ihm gingen die beiden Titel „Der größte Raubzug der Geschichte“ und „Der Crash ist die Lösung“ voraus.