Waiblingen

Fronackerstraße Waiblingen: Verkehrsberuhigung auf Probe

Fronackerstraße
Im Herbst hat die Stadt die Fahrbahn in der Fronackerstraße bewusst verengt. © Alexandra Palmizi

Seit fast einem halben Jahr sind die Sofortmaßnahmen in der Fronackerstraße wirksam, die Raser und Autoposer ausbremsen und für mehr Aufenthaltsqualität sorgen sollen, ohne dem Einzelhandel zu schaden. Zentral waren die Reduktion von Parkplätzen und die Umwandlung von Schräg- in Längs-Parkplätze. Ein Jahr lang gelten die neuen Regelungen auf Bewährung, dann wird die Situation von neuem bewertet.

Im Frühjahr wurde nun nachgeschärft: Zwei weitere Stellplätze im Bereich des ehemaligen Surf-Ladens Jadegrün wurden zurückgebaut, zumal dort der Gehweg beispielsweise für Eltern mit Kinderwagen wegen parkender Autos manchmal etwas zu eng wurde. Im Zuge der im Herbst 2021 umgesetzten Sofortmaßnahmen waren bereits zwölf von bis dato 41 Stellplätzen in der unteren Fronackerstraße entfallen – jetzt also 14. „Wir haben im Zuge der Verkehrsberuhigung bewusst Stellplätze reduziert und wollen diese Erfahrungen sammeln“, sagt Stadtplaner Patrick Henschel, der davon ausgeht, dass das Thema Stellplätze „immer noch im Raum schwebt“, wenngleich sich die Kritik beruhigt habe.

Konflikte zwischen Radlern und Autofahrern

Immer wieder gehen beim Rathaus Hinweise ein auf Konflikte zwischen Radlern und Autoverkehr. „Das sind auch die Rückmeldungen, die wir in dieser Testphase brauchen“, sagt Henschel. Sie werden gesammelt und nach einem Jahr ausgewertet. Beim Rundgang im Rahmen des Fußgängerchecks mit einem externen Verkehrsplanungsbüro wurden die Sofortmaßnahmen von teilnehmenden Anwohnern überwiegend positiv bewertet.

Verkehrszählung im ganzen Stadtgebiet geplant

Eine solide Faktenbasis zur Entwicklung des Verkehrs in der Fronackerstraße und im gesamten Stadtgebiet erwartet die Verwaltung von flächendeckenden Verkehrszählungen, die im Frühjahr beginnen sollen. Mit den erhobenen Zahlen lässt sich über den Ist-Zustand hinaus berechnen, wie sich mögliche Änderungen der Verkehrsführung auf umliegende Straßen auswirken würden. Wegen der Corona-Pandemie wurden die schon länger geplanten Erhebungen zum wiederholten Male verschoben, weil sie wohl ein falsches Bild mit ungewöhnlich wenig Verkehr ergeben hätten. Die Erfahrungen aus der Testphase, der Fußgängercheck und valide Verkehrszahlen sollen letztlich einfließen in die weitere Neuordnung der Fronackerstraße – und eben in die Entscheidung, welche der als provisorisch gedachten Sofortmaßnahmen dauerhaft werden soll.

Bürger werden bei Konzeption einbezogen

Die Konzeption für die Neugestaltung der Fronackerstraße, versichert der Stadtplaner, wird „sicher nicht im stillen Kämmerlein“ des Rathauses stattfinden, sondern erneut – wie schon bei der informellen Bürgerbeteiligung – unter Einbeziehung möglichst vieler interessierter Anwohner, Geschäftsleute und Nutzer.

Mit großen Erwartungen verbunden ist das umfassende Fahrradwegekonzept, an dem die Stadtverwaltung seit Monaten arbeitet und das in diesem Jahr fertig sein soll. Auch die Fronackerstraße wird darin eine – mit Sicherheit nicht unwichtige – Rolle spielen. Wahrscheinlich als Achse des Radverkehrs, für den die Straße eine Erschließungsfunktion hat.

Wie entwickelt sich im Sommer die Gastronomie?

Erst im Sommer lässt sich wohl beobachten, wie sich die Veränderungen auf die Gastronomie auswirken. Durch die Umwandlung der Stellplätze wurde jedenfalls nutzbarer Raum gewonnen. Den einen ist die Gastronomie ein belebendes Element, andere wollen lieber weniger davon – oder zumindest eine andere Art von Gastronomie.

Als wäre all das nicht schon kompliziert genug, sorgen die städtebaulichen Vorhaben im Quartier für Unwägbarkeiten. Etwa anstelle des früheren, in Richtung Kurze Straße umgezogenen Eiscafés Roma sowie auf dem Avia-Areal, Stichwort Ärztehaus. Speziell zum früheren Tankstellengelände und den Nachbargrundstücken besteht derzeit keine Klarheit, wie es weitergehen soll.

Bis der ganze gordische Knoten aus Neubebauung und Neuordnung des Verkehrs aufgelöst ist, wird es wohl Frühjahr 2023 werden. „Aber wohl auch noch nicht so, dass – salopp gesagt – im April der Bagger kommt“, meint Patrick Henschel. „Denn dafür sei das ganze Themenbündel einfach zu komplex.

Seit fast einem halben Jahr sind die Sofortmaßnahmen in der Fronackerstraße wirksam, die Raser und Autoposer ausbremsen und für mehr Aufenthaltsqualität sorgen sollen, ohne dem Einzelhandel zu schaden. Zentral waren die Reduktion von Parkplätzen und die Umwandlung von Schräg- in Längs-Parkplätze. Ein Jahr lang gelten die neuen Regelungen auf Bewährung, dann wird die Situation von neuem bewertet.

Im Frühjahr wurde nun nachgeschärft: Zwei weitere Stellplätze im Bereich des ehemaligen

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper