Waiblingen

Gabriele Zull gewinnt OB-Wahl

OB-Wahl
Die neue Oberbürgermeisterin Gabriele Zull bekommt zum Sieg eine Magnumflasche Fellbacher Riesling mit Glückwünschen zur Wahl. © Schlegel

Fellbach. Gabriele Zull hat am Sonntag im ersten Wahlgang 61,2 Prozent der Stimmen geholt und ist damit die künftige Oberbürgermeisterin der Stadt Fellbach. Ihr aussichtsreichster Gegner Carsten Hansen kam auf 34,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 42,58 Prozent.

Die 49-jährige kommt Punkt 18.30 Uhr in den großen Sitzungssaal des Rathauses. Wenige Minuten zuvor sind die ersten Teilergebnisse bekannt gegeben worden. Danach stand bereits fest, dass es keinen zweiten Wahlgang geben wird und die Erste Bürgermeisterin der Stadt Göppingen als Wahlsiegerin nach Fellbach auf den Chefsessel wechseln wird. Auch alle weiteren der insgesamt 42 Wahlbezirke melden Ergebnisse von über 50 Prozent für die Juristin. Die größte Zustimmung erhält sie mit 74 Prozent im Wahllokal Schlössle in Oeffingen. Je höher die Prozentzahl, um so lauter der Beifall. Er kommt hauptsächlich von CDU-Mitgliedern und Freien Wählern, die ihre Kandidatur unterstützten und jetzt wissen, dass sie auf die richtige Bewerberin gesetzt haben. Am Ende erhält Gabriele Zull knapp 9000 der 14 700 Stimmen. 

Sehr intensiver Wahlkampf

Ihr zehnjähriger Sohn Paul steht neben, ihr Mann Martin hinter ihr. Ein symbolisches Bild. Hinzukommt, dass das Paar an diesem Tag 19. Hochzeitstag feiert. „Mir fehlen eigentlich die Worte. Aber ich bin sehr, sehr glücklich“, sind ihre ersten Sätze zum eigenen Sieg. Sogleich bedankt sie sich „aus vollem Herzen“ bei Carsten Hansen, der ein sehr fairer Gegner gewesen sei und den Wahlkampf so spannend gemacht habe, „dass ich nicht wusste, wie es heute ausgeht.“ Sie habe einen „sehr intensiven Wahlkampf geführt“ und am Ende gewusst, „dass ich hierher nach Fellbach wechseln will“. Und die Wahlsiegerin denkt in ihrer Dankesrede an die Bürger, die ihr ihre Stimme nicht gegeben haben. Sie wünsche sich, „dass ich durch meine Arbeit deren Vertrauen gewinnen kann“. Selbstverständlich bedankt sie sich bei ihrem Mann und auch bei ihrem Sohn, der im Gegensatz zu seinem Vater keine Scheu zeigt, vor großem Publikum aufzutreten. „Ich weiß, was ich an den beiden habe“, betont Zull.

Carsten Hansen zeigt sich als fairer Verlierer, lächelt weiter, obwohl ihm nicht danach zumute ist, wie er eingesteht. Er hatte sich ein Ergebnis von über 40 Prozent und eine zweite Wahlrunde erhofft. Doch es hat nur zu 34,17 Prozent gereicht. Den am Ende großen Abstand zu seiner Konkurrentin habe er nicht erwartet. Wie sehr dies mit seiner SPD-Mitgliedschaft zusammenhängt, obwohl er als unabhängiger Kandidat angetreten ist, darüber will er nicht spekulieren, sagt aber: „Eine Parteizugehörigkeit bietet den Wählern sicher eine erste Orientierung.“ Seine Wohnung in der Stadt, ein Provisorium, wie er betont, „alles andere wäre vermessen gewesen“, wird er aufgeben und bei seinem Arbeitgeber, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund in Berlin, bleiben. In den nächsten Tagen hat er dienstliche Termine in der Region. Danach sei er erst einmal weg aus dem Süden.

Palm: "Das Ergebnis ist gut für Sie und für unsere Stadt"

Waiblingens Oberbürgermeister Andreas Hesky (parteilos) bezeichnet das Ergebnis für Hansen als „durchaus ordentlich“. Denn als SPD-Mitglied habe man es in Fellbach „sicher etwas schwerer“. Hesky bescheinigt seiner künftigen Kollegin „einen guten Wahlkampf gemacht zu haben“ und hofft darauf, dass die Partnerschaft zwischen denn beiden Städten „so gut weitergeht wie bisher.“ Schorndorfs Oberbürgermeister Matthias Klopfer (SPD) wiederum ist über die Niederlage seines Parteifreundes weniger glücklich. Klopfer hat auf einen zweiten Wahlkampf gesetzt, darauf eine Flasche Wein gewettet - und verloren.

Oberbürgermeister Christoph Palm, der nach zwei Amtsperioden nicht mehr zur Wiederwahl angetreten ist, sagt, in Deutschland habe es an diesem Sonntag zwei wichtige Wahlen gegeben: die in Berlin und eben die in Fellbach. Zu seiner Nachfolgerin sagt er, „das Ergebnis ist gut für Sie und für unsere Stadt.“

Ohne Chancen
Zur Wahl sind in Fellbach insgesamt fünf Kandidaten angetreten. Neben den beiden stärksten Kandidaten Gabriele Zull und Carsten Hansen bleiben die übrigen Bewerber jedoch weit abgeschlagen.
Hans Mack kommt bei der Oberbürgermeisterwahl auf 2,21 Prozent der Stimmen; Ulrich Raisch auf 1,26 Prozent und Werner-Peter Schifterowitsch auf 1,12 Prozent.