Waiblingen

Ganz Bittenfeld feiert das Most-und Rettichfest

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Voller Einsatz fürs Publikum: Die Tanzmäuse haben beim Most- und Rettichfest alles gegeben. © Benjamin Beytekin

Waiblingen-Bittenfeld. Most und Rettich: Was im ersten Moment komisch klingt, bewährt sich in Bittenfeld bereits seit mehr als 40 Jahren. Das Most- und Rettichfest, das an diesem Wochenende stattfand, brachte Jung und Alt zusammen.

„Hier geht es nicht darum, Gewinn zu machen, sondern viel mehr darum, die Gemeinschaft zu stärken. Wenn später eine schwarze Null rauskommt und jeder Spaß hatte, sind wir mehr als zufrieden“, sagt Rainer Heib, Finanzreferent des TV Bittenfeld. Das Fest, das jedes Jahr stattfindet, gibt es bereits seit den 70er Jahren. Es war anfangs eine kleine Hocketse unter den Vereinsmitgliedern. Umso glücklicher ist Vilma Esch, Pressereferentin des TV Bittenfeld, dass mittlerweile fast ganz Bittenfeld bei der Organisation des Festes beteiligt ist und jeder seinen Teil zum Gelingen des Festes beiträgt. „Jedes Jahr helfen um die 150 freiwillige Helfer bei der Organisation und beim Aufbau mit, ohne deren Engagement wäre all das hier nicht möglich.“

Das Fest wäre natürlich nicht dasselbe ohne den selbst gemachten Most, den zahlreiche Freiwillige im Herbst herstellen. „Wir brauchen für die drei Tage circa 60 Liter Most. Das ist allerdings kein Problem für uns, wir finden jedes Jahr viele Helfer, die Äpfel auflesen und hinterher den Most herstellen. Daraus hat sich mittlerweile sogar ein eigenes kleines Fest entwickelt“, erläuterte Vilma Esch.

Sogar Vierjährige nehmen am Leichtathletik-Turnier teil

Neben dem kulinarischen Angebot hatte das Most- und Rettichfest aber auch in diesem Jahr wieder einige Aktivitäten und Auftritte zu bieten. Darunter beispielsweise das Leichtathletik-Turnier, das immer sonntags stattfindet. Achim Kraisel, Vorstandsvorsitzender des TV Bittenfeld, der für das Leichtathletik-Turnier verantwortlich ist, erläuterte: „Das Turnier ist natürlich keineswegs bestenlistenfähig, es nehmen zum Teil vierjährige Kinder teil, da geht das natürlich nicht. Uns geht es mehr darum, dass die Leute sich bewegen. Eine Siegerehrung gibt es am Ende aber natürlich trotzdem, die Kinder wollen ja auch mit irgendetwas nach Hause gehen“.

Neben dem Leichtathletik-Turnier ist Kraisel auch für die Organisation des jährlich stattfindenden Steinstoßens verantwortlich. „Das Steinstoßen ist sozusagen das Highlight des Festes. Es geht darum, einen Stein so weit wie möglich zu stoßen. Teilnehmen darf jeder der Besucher. Die Teilnehmer werden dann in verschiedene Altersgruppen aufgeteilt, später wird aus jeder Gruppe ein Sieger auserkoren und noch ein Gesamtsieger. Eine Besonderheit ist bei uns, dass jeder Teilnehmer drei Stöße mit rechts und drei Stöße mit links machen muss, das ist bei diesem Sport eigentlich nicht die Regel“, erläutert er.

Aber auch die Besucher, die sich nicht sportlich betätigen möchten, kommen auf dem Bittenfelder Most- und Rettichfest auf ihre Kosten. So trat am Freitagabend beispielsweise die Band „Rock‘ n‘ Roldies“ auf, die laut Pressereferentin Vilma Esch eher etwas für das ältere Publikum war. Das jüngere Publikum wurde hingegen Samstagabend mit dem Auftritt der Band „Die Wilden 4“ bedient. „Gestern war bis nach drei Uhr nachts Halligalli. Jung und Alt treffen sich dann in unserer Bar Zur Hölle oder sitzen einfach nur draußen und genießen die Gesellschaft. Wir hatten ja auch großes Glück mit dem Wetter, das sah auch schon mal anders aus. Einmal wollte es einfach nicht mehr aufhören zu regnen, da haben wir sogar Verlust gemacht“, erinnerte sich Vilma Esch.

Nie am selben Wochenende wie das Altstadtfest

Dass sich das Bittenfelder Most - und Rettichfest jedes Jahr so großer Beliebtheit erfreut und zahlreiche Besucher anlockt, liegt nach Angaben von Pressereferentin Vilma Esch auch daran, dass es nie am selben Wochenende wie das Waiblinger Altstadtfest oder das Fleckenfest in Schwaikheim stattfindet. „Würden zwei Feste auf dasselbe Wochenende fallen, hätte mit Sicherheit niemand Spaß. Die Menschen sollen sich nicht entscheiden müssen, sondern die Möglichkeit haben, alle der drei Feste zu besuchen.“