Waiblingen

Gefahr fürs Herz? So wende ich sie ab

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Dr. Christoph Rothfuß. © Leonie Kuhn
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Dr. Rudolf Knorpp. © Eckstein / ZVW
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Dr. Wendelin Kluge. © Eckstein / ZVW
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Dr. Stefan Frohnmayer. © Eckstein / ZVW
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Dr. Andreas Mallios. © Eckstein / ZVW

Waiblingen. Ich hab’ so Herzschmerz – glücklich, wer nur aus lauter Verliebtheit so sprechen muss. Die fünf Herzspezialisten aus dem Rems-Murr-Kreis, die bei unserer Telefonaktion für alle Fragen rund ums Herz zur Verfügung standen, mussten dagegen zu Bluthochdruck, Diabetes, Cholesterin und psychischen Problemen Auskunft geben.

Video: Dr. Wendelin Kluge zu den Risiken des Herzinfarktes.

Herzschmerz – er geht einher mit vielen Erkrankungen am Herzen. Er ist ein Warnsignal: Achtung, hier stimmt was nicht. In größter Gefahr sind Diabetiker. Ihre Grunderkrankung kann bewirken, dass der Körper keinen Schmerz mehr empfindet. Und so spüren Diabetiker auch oft nicht, dass ein Herzinfarkt droht. Diabetiker sind aber gefährdet: Hoher Blutzucker geht einher mit einer Verkalkung der Gefäße, mit einer Verschlechterung der Pumpleistung des Herzens und mit einer erhöhten Blutgerinnung.

Diabetiker müssen also, da sind sich Dr. Wendelin Kluge, Dr. Stefan Frohnmayer, Dr. Christoph Rothfuß, Dr. Andreas Mallios und Dr. Rudolf Knorpp einig, ihr Herz besonders im Blick haben. Die fünf Ärzte sind Kardiologen aus dem Rems-Murr-Kreis. Ihr Thema in diesem Jahr: „stille Killer“. Gemeint sind jene Erkrankungen, die still und leise, quasi nebenher, das Herz so schädigen, dass sogar der Herztod droht. Und oft merkt der Patient davon nicht mal etwas.

Immer mehr in den Fokus rückt dabei auch die Psyche. Das Herz und psychische Erkrankungen gehen eine quasi unheilige Allianz ein: Zum einen entwickeln psychisch erkrankte Menschen oft Herzprobleme. Sie leiden unter Schmerzen, Missempfindungen, Rhythmusstörungen. Zum anderen leiden schwer Herzkranke oft unter psychischen Problemen, haben – sei es durch die tägliche Auseinandersetzung mit der Krankheit oder durch den nahen Tod, der stets vor Augen steht – Depressionen.

Dauerstress macht Menschen krank

Auch Dauerstress macht Menschen krank. Psychisch und am Herzen. Die Geschwindigkeit, mit der Anforderungen inzwischen auf uns einprasseln, das ständige Paratstehen-Müssen, die sofort verlangte Reaktion können dem Menschen schwer zu schaffen machen. Im Alter zwischen Ende 40 und Anfang 50 fängt das an. Bei so manchem Unternehmer, so die Kritik von Rudolf Knorpp, ist das noch nicht angekommen. Dabei kommt unter dem Strich ein Mitarbeiter, der ausgequetscht wurde wie eine Zitrone und dann mit 50 zusammenklappt und über Wochen, gar Monate ausfällt, die Unternehmen letztlich teurer, als jemand, der geschützt wird.

Stark in der Debatte steht in der letzten Zeit auch das Cholesterin. Sind hohe Cholesterinwerte gefährlich? Oder verdient sich hier nur die Pharmaindustrie dumm und dämlich? Ganz klar: Es gibt verschiedene Cholesterinwerte. Und nicht jedes Cholesterin ist gefährlich. Und das gefährliche Cholesterin ist auch nicht immer gleich gefährlich. Aber: Wenn eine Gefäßerkrankung vorliegt, das heißt, wenn das Herz, die Adern schon lädiert sind, dann muss der Cholesterinwert runter.

Nebenwirkungen von Medikamenten sind oft beträchtlich

Menschen mit Herzerkrankungen müssen sehr oft viele Medikamente nehmen. Gegen den hohen Blutdruck zum Beispiel. Oder auch Blutverdünner, damit, etwa bei Herz-rhythmusstörungen, beim Kammer- oder Vorhof-Flimmern, keine Blutgerinnsel entstehen. Die nämlich würden wieder Herzinfarkt oder Schlaganfall bedeuten. Bei Medikamenten aber gilt: keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Und die Nebenwirkungen sind oft beträchtlich. Trotzdem: Einfach absetzen darf man seine Medikamente auf keinen Fall. Auch wenn das Gefühl aufkommt, dass sie ja mehr schaden als nützen. Blutdrucksenker etwa brauchen zwei bis drei Wochen, bis sie richtig wirken. Und nicht alles, was quält, ist immer eine Nebenwirkung. Muskelschmerzen etwa können vom Medikament kommen, müssen aber nicht. Wer das austesten will, muss sich vorher unbedingt mit seinem Arzt besprechen.

Die leidige Gewichtsfrage

Das Körpergewicht spielt bei Herzerkrankungen auch eine Rolle. Doch so ganz einfach ist’s nicht.

Übergewicht allein heißt nicht automatisch, dass der Mensch krank ist. Und wenn der Mensch krank ist, ist leichtes Übergewicht nicht so schlimm, wie wenn der Mensch total abgemagert ist.

Eines aber ist ganz gewiss: Bewegung ist immer gut! Und Bewegungsmangel ist das Schlimmste. Wer also sein Herz gesund erhalten möchte oder nach einer Erkrankung wieder auf die Beine kommen will, sollte sich idealerweise mindestens fünfmal pro Woche 30 Minuten lang moderat bewegen.

Was damit gemeint ist? Flottes Spazierengehen, Radfahren, Joggen, Tanzen, Schwimmen.

Ach ja, und wer mit dem Rauchen aufhört, halbiert sein Herzinfarkt-Risiko.