Waiblingen

Gewitter: Kreis kam glimpflich davon

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Über den Dächern von Weiler zum Stein: Blitze am Gewitterhimmel in der Nacht von Freitag auf Samstag. © Jamuna Siehler

Waiblingen. Das Wetterleuchten inklusive Himmelsgetöse war beeindruckend und nahm kein Ende: In der Nacht von Freitag auf Samstag krachte ein stundenlanges Gewitter über dem Rems-Murr-Kreis. Doch wir sind mal wieder ohne größere Schäden davongekommen. Anders als etwa bei Tuttlingen wurde niemand verletzt.

Gewittert hat’s in der Nacht zum Samstag im ganzen Rems-Murr-Kreis. Und so meldete die Polizei auch Straßensperrungen durch Überflutungen und außerdem umgestürzte Bäume. Die Feuerwehren waren im Einsatz, um Wege zu bahnen und vollgelaufene Keller auszupumpen. Verletzt wurde zum Glück niemand.

Am schlimmsten hatte es die Gegend um Murrhardt erwischt. Die Kreisstraße zwischen Murrhardt und dem Ortsteil Kieselhof musste gesperrt werden . Hier hatte eine Schlammlawine die Straße unpassierbar gemacht. Zudem war in Murrhardt die Bahnunterführung der Siegelsberger Straße wegen Überflutung gesperrt. Die hatte die Feuerwehr bis in den Samstagmorgen wieder freigeräumt.

Sowohl Hörschbach als auch Dentelbach waren über die Ufer getreten. Sogar die Murrhardter Innenstadt musste gesperrt werden. Keller und Garagen waren vollgelaufen. Beobachter erzählten, dass ein Auto in den Hochwasserbereich fuhr und in den Fluten versank. Alle Insassen konnten sich rechtzeitig retten. Auch die berühmte Rümelinsmühle der Familie Kugler wurde beschädigt. Anwohner kehrten überall die Dreckmassen vor ihren Haustüren weg. Verwandte, Freunde und Nachbarn halfen mit.

Neben Murrhardt waren außerdem der Bereich Rettichkreisel, Althütte, Allmersbach im Tal und Schorndorf betroffen. Das Waiblinger Altstadtfest dagegen konnte relativ problemlos gefeiert werden. Zwar gab’s vor allem auf der Brühlwiese bei den Mittelalter-Schaustellern Matschfüße, doch die Polizei hatte sonst nichts weiter zu vermelden. Es sei „ruhig“, hieß es. Die Leute feierten, doch es war weder von oben noch von innen zu feucht-fröhlich.

Das Wetter beruhigte sich zum Glück schon im Laufe des Samstags. Die Pegelstände von Rems und Murr sanken so schnell wieder, wie sie gestiegen waren. Die Hochwasser-Vorhersage-Zentrale Baden Württemberg verzeichnete für Rems und Murr am Samstagmorgen einen sprunghaften Anstieg der Wassermassen. So stieg der Pegel in Neustadt etwa von etwa 70 Zentimeter auf rund 2,30 Meter. Beutelsbach und Schweizerbach waren von 20 Zentimetern auf gute 80 Zentimeter angestiegen, die Wieslauf bei Haubersbronn von 70 Zentimetern auf zwei Meter. Doch gerade so schnell fielen die Pegel auch wieder. In Schorndorf etwa war die Rems am Sonntagmittag nur noch etwa 70 Zentimeter hoch, während sie am Samstagfrüh noch mit 2,30 Metern drohte. Die Aufräumarbeiten in Murrhardt allerdings werden noch Tage andauern.

Ganzer Einsatz

Die Feuerwehr Murrhardt hatte bis Samstagnacht 51 Keller leergepumpt. 

Zudem waren mehrere Bäume umgestürzt und mussten von den Straßen geschafft werden. Im Einsatz waren mehr als 100 Einsatzkräfte aller Abteilungen, verstärkt durch die Feuerwehren Sulzbach an der Murr und Kaisersbach.