Waiblingen

Giftköder in Waiblingen: Katze bringt "Leckerli" mit Reißnägeln mit nach Hause - was Tierschützer und die Polizei empfehlen

Katze
Als Freigänger sind Katzen vielen Gefahren ausgesetzt (Symbolbild). © KatineArt/pixabay

Wer eine Katze hat, die nicht ausschließlich in der Wohnung lebt, sondern den Luxus des Freigangs genießt, hat eigentlich schon genug Sorgen: Die Katze könnte draußen überfahren werden, aus Versehen in irgendeiner fremden Garage eingeschlossen werden oder aus irgendeinem Grund zu weit weglaufen und nicht mehr nach Hause finden. Doch auch Tierhasser stellen eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar.

Sie wollen Hunde und Katzen töten

Dass es auch in Waiblingen Menschen gibt, die Katzen und Hunde lieber tot sehen würden als lebendig, beweisen mehrere Giftköder-Funde in Waiblingen und Umgebung allein in den vergangenen Monaten: Anfang Juni waren in Hegnach zwei Hunde nach dem Gassigehen in derselben Gegend gestorben, ein Hund in Rommelshausen zeigte Vergiftungserscheinungen. Kurz darauf wurden an beiden Orten verdächtige Gegenstände gefunden.

Erst Anfang dieser Woche wieder ein Köder-Fund: Im Gebiet Kätzenbach kommt eine Katze vom Freigang nach Hause und lässt ihren Besitzern stolz ihre Beute vor die Füße fallen: Es ist keine tote Maus, auch kein Vogel – sondern ein mit Reißnägeln gespicktes, rosafarbenes Etwas.

Warnungen auf Facebook und Co.

Die Nachricht von solchen Funden wird meistens als Allererstes über Facebook und Co. verbreitet – Tierhalter sind gut vernetzt, sie wissen, wie sie sich gegenseitig warnen können. Dennoch sind solche Beiträge – wie alles andere auch auf diesen Plattformen – mit einem gewissen Maß an Vorsicht zu genießen: Nicht immer ist so einfach zu erkennen, ob es sich dabei um einen neuen, tatsächlichen Fund handelt oder nur um eine Kopie eines früheren Posts. Der Nachricht über die Katze in Waiblingen ist jedoch echt: Das kann der Tierschutzverein Waiblingen bestätigen, zu dem die Besitzerin umgehend via E-Mail Kontakt aufgenommen hat. „Die Betroffene schrieb, sie sei sehr erschrocken über den Vorfall und fragte, wie sie jetzt weiter vorgehen solle“, sagt Kathrin Graber vom Tierschutzverein Waiblingen. Der Verein lädt daraufhin eine Warnung samt Bild auf seiner Facebookseite hoch und rät der Betroffenen, bei der Polizei Anzeige zu erstatten.

Polizei rät: Giftköder-Funde sofort zur Anzeige bringen.

Gefundene Köder kann die Polizei ins Labor schicken und auf Gift untersuchen lassen. „Bei mit Rattengift oder mit scharfen Gegenständen präparierten Ködern ist es meistens ziemlich offensichtlich, worum es sich da handelt“, sagt Polizeisprecher Rudolf Biehlmaier. Oft fehle aber jede Spur von einem Köder und zwischen dem Zeitpunkt, an dem ein Tier einen Giftstoff aufnimmt und der Strafanzeige vergehe zu viel Zeit, um noch Gift nachweisen zu können. Viele Tierhalter würden außerdem gar keine Strafanzeige stellen, sondern lediglich auf Verdacht eine Warnung ins Netz schreiben. Dann könne überhaupt nicht geklärt werden, ob hier wirklich jemand böswillig Gift ausgelegt hat oder es dem Hund oder der Katze aus einem ganz anderen Grund schlechtging.

Denn ohne Anzeige bekommen die Behörden gar nichts mit vom Geschehen und können dann auch nicht reagieren. Gabriele Pfander hat es bei ihr im Waiblinger Hundeladen regelmäßig mit Meldungen über vermeintliche aktive Tierhasser zu tun. Nicht immer entspräche das ganz der Wahrheit: „Da muss man differenzieren. Es gibt einfach Leute, die auf ihren Grundstücken Giftköder zum Beispiel gegen Wühlmäuse einsetzen“, erklärt die Hunde-Fachfrau. Seien solche Köder nicht richtig gesichert, könne sich unter Umständen auch ein Hund daran vergiften. „Oder ein Fuchs gräbt sie aus und verschleppt sie, bevor er daran verreckt, und ein Hund findet die Reste.“

Belohnung für den, der Hinweise auf den Täter gibt, als Abschreckung

Doch auch einen bestätigten Giftköderfall hat Gabriele Pfander schon miterlebt: Damals hatte ein Unbekannter präparierte Würstchen auf dem Sörenberg ausgelegt: „Als klar war, was hier passiert, haben wir Hundehalter dort eine Aktion gestartet: Wir haben uns mit dem Ordnungsamt und der Polizei zusammengetan. Die Polizei ist verstärkt Streife gefahren, außerdem sind wir von Haus zu Haus und haben den Anwohnern erzählt, was da passiert, dass die Polizei Bescheid weiß – und dass ein Kopfgeld auf den Giftköder-Leger ausgesetzt ist“, erzählt Gabriele Pfander. Trotz der etwas martialisch als „Kopfgeld“ bezeichneten Prämie für Hinweise auf den unbekannten Täter – den Hundehasser haben sie damals nicht geschnappt. Das sei aber auch nicht die hauptsächliche Idee gewesen: „Die Giftköder-Funde haben dann sofort aufgehört.“

Wer eine Katze hat, die nicht ausschließlich in der Wohnung lebt, sondern den Luxus des Freigangs genießt, hat eigentlich schon genug Sorgen: Die Katze könnte draußen überfahren werden, aus Versehen in irgendeiner fremden Garage eingeschlossen werden oder aus irgendeinem Grund zu weit weglaufen und nicht mehr nach Hause finden. Doch auch Tierhasser stellen eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar.

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