Waiblingen

Großbrand bei Alba: Kripo ermittelt weiter

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Die Decke ist eingestürzt. Einzelne Träger werden angehoben, um darunter die Brandursache zu untersuchen. © Büttner / ZVW

Waiblingen. Grau liegen die Wolken über der vom Brand verwüsteten Lagerhalle. Fünf Tage nach dem Brand beim Entsorgungsunternehmen Alba haben die Aufräumarbeiten noch nicht begonnen. Die Kriminalpolizei ermittelt. Ein Sachverständiger wurde eingeschaltet. Angesichts des Bildes der totalen Verwüstung ist es für einen Laien kaum vorstellbar, dass unter Tonnen von Schutt und Asche verwertbare Spuren zu finden sein könnten.

Hier geht es zu unserem Live-Blog vom Mittwoch (09.05.)

Noch immer gibt es keine Anhaltspunkte, was den Großbrand im Eisental ausgelöst haben könnte. Nach Angaben von Holger Bienert vom zuständigen Polizeipräsidium Aalen sind Sachverständige vom Landeskriminalamt und der Versicherung eingeschaltet, aber die Untersuchungen könnten sich in solchen Fällen über Wochen oder gar Monate hinziehen. Jetzt sind erstmal die Bagger dran. „Um die Brandursache zu ermitteln, muss das eingestürzte Dach an verschiedenen Stellen angehoben werden“, erklärt Alba-Chef Michael Stutz. An diesem Dienstag sollen darunter die eingestürzte Halle nach verwertbaren Spuren abgesucht werden. Auch Michael Stutz hat keine Vorstellung über die Ursache des Feuers. Vor Jahren habe es an einer Stelle auf dem Firmengelände mal gebrannt – laut Stutz war damals in einem Müllwagen ein Brandnest von außen aufs Firmengelände getragen worden.

Wie das LKA auch mit wenigen Spuren Brandursachen herausfinden kann, lesen Sie hier.

„Wir hoffen, dass wir diese Woche noch mit den Räumarbeiten beginnen können“

So unklar die Brandursache, so ungewiss ist derzeit auch die Schadenshöhe. Sobald die Polizei die Halle frei gibt, sollen Statiker die Schäden an den einzelnen Bauteilen ermitteln. „Die Frage ist, was noch verwendet werden kann“, sagt der Alba-Geschäftsführer. Wie beim Feuer im Bürgerzentrum hat die Brandwand das Feuer aufgehalten. Jenseits dieser Wand sieht’s gut aus, meint Stutz. Verhalten optimistisch gibt er sich auch bei den Betonträgern: Möglicherweise seien nicht alle Träger kaputt, sagt er mit Blick über die Halle. „Wir hoffen, dass wir diese Woche noch mit den Räumarbeiten beginnen können.“ Das aber bestimme die Polizei. „Wir sind auf jeden Fall gewappnet: Sobald die Polizei das Areal freigibt, können wir mit den Aufräumarbeiten beginnen."

Auf dem Firmengelände geht die Arbeit weiter

Während das verbrannte Lager noch auf die Gutachter wartet, geht auf dem restlichen Firmengrundstück der Betrieb weiter. „Wir arbeiten alle“, sagt Stutz. Die Müll-Laster waren vom Brand nicht betroffen, der Müll werde nach Plan bei den Kunden abgeholt und an andere Firmenstandorte wie am Stuttgarter Hafen oder zu Partnerfirmen transportiert. „Es ist ja nur die eine Halle betroffen“, stellt auch Henning Krumrey, Leiter der Abteilung für Politik und Kommunikation bei Alba Berlin, fest. „Wir müssen umorganisieren. Aber für die Kunden geht es unverändert weiter."

Zu keinem Zeitpunkt eine gesundheitliche Gefahr für die Bevölkerung

Das hätte sich am vergangenen Mittwoch kaum einer vorstellen können. Wie berichtet, war das Feuer morgens gegen 9.30 Uhr im in der Lagerhalle ausgebrochen, in der Papier, Kunststoffabfälle, Altbatterien und ausgediente Spraydosen gelagert waren. Feuerwehr, Rettungsdienst sowie Polizei waren im Großeinsatz, das Eisental wurde großräumig gesperrt. Wegen des Feuers stürzte die Hallendecke ein. Die Feuerwehr entschloss sich später dazu, die Halle kontrolliert abbrennen zu lassen. Aufgrund der starken Rauchentwicklung mussten Türen und Fenster im erweiterten Umkreis geschlossen werden.

Die Entwarnung kam noch am selben Abend: Trotz der dunklen Rauchsäule habe zu keinem Zeitpunkt eine gesundheitliche Gefahr für die Bevölkerung bestanden, teilte die Feuerwehr mit. Alle Mess-Ergebnisse lagen weit unter den jeweiligen Grenzwerten. Gemessen wurde im nahen Wohngebiet Schänzle sowie auf dem Schmidener Feld. Dabei entnahmen Spezialisten Proben von Luft und Wasser, außerdem führten sie „Wischproben“ durch – etwa, um Gemüse auf Ablagerungen zu untersuchen.


Ordnungsamtsleiter

Nach dem Brand haben sich nur wenige besorgte Bürger bei Ordnungsamtsleiter Oliver Conradt gemeldet, der von der Stadt als Ansprechpartner eingesetzt worden war. Vereinzelt hätten die Bürger wegen Rußes auf dem Auto oder verrußten Gemüses nachgefragt.


Unsere bisherige Berichterstattung zum Großbrand in der Lagerhalle von Alba:

09.05.2018: Live-Blog: Großbrand im Eisental

09.05.2018: Feuer in der Lagerhalle von Alba

12.05.2018: Großbrand bei Alba: Besteht eine Gefahr für die Gesundheit?