Waiblingen

Große Artenvielfalt: Ehepaar aus Weinstadt erforscht die Wiese hinter seinem Haus

Biotop
Dieses Weibchen der Großen Heidelibelle haben Merkers in dem Biotop entdeckt. © Gabriele Merker

Menschen spazieren arglos durch hohe Wiesen und wissen nicht, wen oder was sie gerade zertreten. Schließlich leben zwischen den Halmen und im Erdreich unzählige Insekten – von der Ameise bis zur Zikade. Ihnen hat sich das Ehepaar Merker aus Großheppach verschrieben – auf einer naturbelassenen Wiese in den Hauern.

Täglich besucht Gabriele Merker diese Wiese und dokumentiert die Tiere, die sie dort entdeckt. Das Besondere an dem Grundstück ist, dass es nur zweimal im Jahr gemäht wird – ansonsten ist es laut Merker seit 40 Jahren unberührt. “Es ist eine Wiese, die einfach der Natur überlassen wird“, sagt die Seniorin.

Die Aufgaben hat sich das Ehepaar Merker klar aufgeteilt: Gabriele Merker erforscht die Wiese. Ihr Ehemann, Oskar Merker, übernimmt den digitalen Teil und reicht die Funde seiner Frau beim Naturkundemuseum Stuttgart ein. Bisher hat das Ehepaar über 100 Funde übermittelt und die nächsten stehen auch schon an. „Wir kommen gar nicht hinterher“, sagt Oskar Merker. Der Rentner ist kommunalpolitisch sehr interessiert und stellt als Gast im Gemeinderat immer wieder Fragen zu Natur- und Artenschutz – zum Beispiel, wenn neue Wohngebiete geplant werden.

Eine Waldohreule hat das Interesse der Merkers an der Tiervierfalt geweckt

Zu ihrem Hobby fanden Merkers im Jahr 2018 über einen drolligen Fund. Das Ehepaar Merker hatte das Geschrei einer Waldohreule wahrgenommen, die im Baum vor ihrem Haus saß. Immer lauter wurden die Rufe, als die Großheppacher sich der Quelle näherten. Zu ihrem Erstaunen kam es von jungen Eulen, die weit oben im Baum saßen. Das Interesse des Ehepaars für die nahe gelegene Wiese und deren Tiervielfalt war geweckt. „Ich hab die Herausforderung angenommen“, sagt Gabriele Merker. Mit den Großtieren habe alles angefangen und nun erforschten sie gemeinsam seit Februar 2021 die Insekten und Kleintiere.

Wenn Gabriele Merker ein neues Tier entdeckt, dann fotografiert sie es und dokumentiert ihren Fund in einem Protokoll. Das können Schmetterlinge, Grashüpfer, Spinnen, Käfer etc. sein. Jedes Tier sei ihr willkommen. „Ich fotografiere alles“, sagt Gabriele Merker. Bei manchen Tieren wisse sie nicht sofort, um was es sich handle. Dann suche sie so lange nach Antworten, bis sie eine grobe Vermutung aufstellen kann. Die Bilder und ihre Vermutung reiche ihr Mann dann beim Naturkundemuseum ein. Die Experten bestätigen dann ihren Fund oder korrigieren ihre Vermutung.

Schon ziemlich untypische Funde in Großheppach gemacht

Gabriele Merker hat auch schon ziemlich untypische Funde für diese Region gemacht: zum Beispiel die Zikade, die ihren Lebensraum sonst in wärmeren Ländern hat, unter anderem in Griechenland.

Auf der Internetseite des Naturkundemuseums Stuttgart können die Funde des Ehepaars Merker eingesehen werden. Außerdem können dort Fundmeldungen eingereicht werden und das Portal gibt Hilfestellungen zur Bestimmung von Tieren.

Das Ehepaar Merker würde sich freuen, wenn es mit seinem privaten Projekt die Menschen erreichen würde, die sich dafür interessieren und mehr darüber in Erfahrung bringen wollen.

Menschen spazieren arglos durch hohe Wiesen und wissen nicht, wen oder was sie gerade zertreten. Schließlich leben zwischen den Halmen und im Erdreich unzählige Insekten – von der Ameise bis zur Zikade. Ihnen hat sich das Ehepaar Merker aus Großheppach verschrieben – auf einer naturbelassenen Wiese in den Hauern.

Täglich besucht Gabriele Merker diese Wiese und dokumentiert die Tiere, die sie dort entdeckt. Das Besondere an dem Grundstück ist, dass es nur zweimal im Jahr gemäht wird –

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