Waiblingen

Grundstücke in Waiblingen: "Gewaltige" Wert-Steigerung nicht nur am Galgenberg

Oberer Rosberg
Im Gebiet Galgenberg sind die Bodenrichtwerte besonders hoch. © Gabriel Habermann

Mit 1430 Euro pro Quadratmeter gehören Grundstücke am Galgenberg weiterhin zu den wertvollsten in Waiblingen. In anderen Wohngebieten in der Kernstadt liegt der Bodenrichtwert teils nur bei der Hälfte. Gutachter haben kürzlich die Bodenrichtwerte 2022 für Waiblingen beschlossen. Sie wirken sich auf die Grundsteuer aus, die Eigentümer zahlen müssen. Ein Blick in die aktuellen Daten und ein Vergleich mit den Vorjahren.

Neben Inflation, Krieg und Trockenheit dürfte viele Waiblinger in diesem Sommer noch etwas anderes beschäftigen: Wenn sie ein Grundstück besitzen, müssen sie bestimmte Informationen an die Finanzbehörden schicken. Hintergrund ist, dass Bund und Länder die Grundsteuer nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts reformieren mussten.

Zu den Daten, die Eigentümer mitteilen müssen, gehört auch der aktuelle Bodenrichtwert. Diese aufwendige Schätzung, wie viel Grundstücke in bestimmten Gegenden wert sind, haben die Gutachter kürzlich abgeschlossen (auch für Korb). Sie lassen dabei verschiedene Faktoren einfließen: zum Beispiel die Lage, die Lärmbelastung oder die Preise, die bei Grundstücks- und Immobilienverkäufen in diesem Bereich gezahlt werden. Unterschieden wird etwa zwischen Wohngebieten, gemischten Gebieten mit Wohnen und Gewerbe und reinen Gewerbeflächen.

Werte teils um ein Drittel höher

Bei den Wohngebieten in Waiblingen liegen neben dem Galgenberg auch die Korber Höhe (Süd) und die Innenstadt Süd, zwischen Mayenner und Alter Rommelshauser Straße, über der Marke von 1200 Euro pro Quadratmeter. Die Zuwächse gegenüber den Bodenrichtwerten von 2020 liegen hier beim Galgenberg bei 30 Prozent (von 1100 Euro auf 1430 Euro), bei der Korber Höhe (Süd) bei 26,5 Prozent (980 auf 1240 Euro), im Fall der Innenstadt Süd sogar bei 36 Prozent (von 900 auf 1230 Euro).

Beim Rötepark liegen die Bodenrichtwerte niedriger, bei circa 1100 Euro je Quadratmeter. Nicht weit weg nach Norden, auf der anderen Seite der Alten Bundesstraße, dann teils bei unter 900 Euro.

Unter der 1000-Euro-Marke bleiben zumeist die Ortschaften, wobei die Gutachter für Neustadt und Beinstein etwas höhere Richtwerte festgestellt haben als für die anderen. Auch hier sind die Werte im Vergleich zu 2020 aber teils deutlich in die Höhe gegangen.

Deutlich günstiger in der Nähe der Kläranlage

Eines der demnach günstigsten Wohngebiete bleibt Waldmühleweg (Nord) in der Kernstadt mit 690 Euro pro Quadratmeter - aber auch hier ist ein Plus von fast 20 Prozent seit 2020 zu verzeichnen. Nebenan befindet sich die Kläranlage. Nicht weit entfernt liegt das Gebiet Wasserstube: Hier kletterte der Bodenrichtwert auf 1130 Euro, fast ein Drittel mehr als noch vor zwei Jahren.

Die wohl teuersten Grundstücke der Stadt gibt es am Postplatz, einer gemischten Baufläche, mit 1600 Euro/qm (plus 23 Prozent).

Teils "wirklich gewaltige Entwicklungen" 

Von „großen Sprüngen“ spricht der Immobilien-Experte Herbert Zäpf von der Kreissparkasse Waiblingen. Er hat im Gutachterausschuss für Waiblingen und Korb mitgearbeitet. Es habe teils „wirklich gewaltige Entwicklungen“ gegeben. Für die Gutachter sei das aber keine Überraschung gewesen, so Herbert Zäpf. Man sei in den letzten Jahren schon relativ aktuell gewesen. In die zuletzt 2021 beschlossenen Bodenrichtwerte wurden dann etwa noch die Kaufpreise des vergangenen Jahres einbezogen.

Waiblingen sei bei den Bodenrichtwerten außerdem nicht außergewöhnlich teuer und günstiger als etwa Ludwigsburg.

Dass die Eigentümer ab 2025 deutlich mehr Grundsteuer zahlen müssen, lässt sich laut Zäpf nicht pauschal sagen. Das hat mit dem Hebesatz der Kommunen zu tun, aber auch damit, dass Zäpf zufolge in Baden-Württemberg die Größe des Grundstücks und die Frage, ob es bewohnt wird, künftig eine größere Rolle spielt.

Wer ein Reihenhaus auf kleinem Grundstück hat, könnte die gestiegenen Bodenrichtwerte bei der Steuer daher womöglich weniger spüren, vielleicht sogar weniger zahlen. Zäpf glaubt, dass vor allem bei „Enkelgrundstücken“, die noch unbebaut sind und für die Nachfolgegeneration frei gehalten werden, die Steuer deutlich steigen dürfte.

Und beim Verkauf von Immobilien werde sich der Preis zwar wohl auch an den höheren Bodenrichtwerten für Grundstücke orientieren. Aber, so Zäpf: „Bei Objektpreisen wird es immer noch eine Spielwiese geben. Da gibt es mehr oder weniger nachgefragte Häuser.“

Mit 1430 Euro pro Quadratmeter gehören Grundstücke am Galgenberg weiterhin zu den wertvollsten in Waiblingen. In anderen Wohngebieten in der Kernstadt liegt der Bodenrichtwert teils nur bei der Hälfte. Gutachter haben kürzlich die Bodenrichtwerte 2022 für Waiblingen beschlossen. Sie wirken sich auf die Grundsteuer aus, die Eigentümer zahlen müssen. Ein Blick in die aktuellen Daten und ein Vergleich mit den Vorjahren.

Neben Inflation, Krieg und Trockenheit dürfte viele Waiblinger in

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