Waiblingen

Hausarzt Dr. Schäfer und HNO-Arzt Dr. Dilger: Ärztehaus wäre Gewinn für Waiblingen

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So soll das Ärztehaus der Investoren Dietrich Heymann und Hartmut Villinger in der Fronackerstraße aussehen. © Isin Architekten

Die Avia-Tankstelle an der Ecke Fronackerstraße/Stadtgraben ist Geschichte. Derzeit nutzt die Central-Apotheke das Areal als Behelfsparkplatz und für ihren Schnelltest-Bus. Später wollen Investoren dort und auf Grundstücken dahinter ein Ärztehaus errichten – ein Vorhaben, das in der Kommunalpolitik umstritten ist. Hausarzt Dr. Daniel Schäfer und sein HNO-Kollege Dr. Manfred Dilger praktizieren als niedergelassene Ärzte in Waiblingen. Aus ihrer Sicht könnte ein Ärztehaus helfen, die medizinische Versorgung zu sichern.

Die Medizin wird immer weiblicher

Wie in anderen Berufen auch ist in der Ärzteschaft die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiges Thema. Schon vor dem Hintergrund, dass der Berufsstand immer weiblicher wird. Bei den Medizin-Absolventinnen und Absolventen liege der Frauenanteil bei mehr als 70 Prozent. Der allein praktizierende, männliche Arzt, der sich in einer Woche mit 60 Stunden und mehr rund um die Uhr für seine Patienten aufopfert und allein die Last einer ganzen Praxis-Infrastruktur trägt, taugt für die wenigsten Mediziner als tragfähiges Zukunfts- und Lebensmodell.

„Die jungen Kolleginnen und Kollegen sind heute oft nicht mehr bereit, das Risiko und die Arbeitszeiten, die eine Niederlassung mit sich bringt, einzugehen“, sagt Dr. Daniel Schäfer, der mit Dr. Stephan Schulte eine Hausarztpraxis an der Ludwigsburger Straße betreibt. Medizinische Versorgungszentren könnten Ärztinnen uns Ärzten ermöglichen, dennoch außerhalb der Kliniken zu arbeiten, weil die größeren Häuser auch moderne Arbeitszeitmodelle mit Teilzeit möglich machten. Ein modernes Ärztehaus biete die dafür erforderlichen Flächen.

Den Patienten direkt beim Facharzt vorstellen

Dr. Daniel Schäfer sähe ein Ärztehaus in direkter Zentrumsnähe als „großen Gewinn für Waiblingen“. Die räumliche Nähe verschiedener Fachdisziplinen könne – „sofern diese gut gewählt sind – den Patienten Vorteile hinsichtlich der Erreichbarkeit einer guten medizinischen Versorgung bieten. Durch die erleichterte Kommunikation zwischen den Ärzten verbessere sich ebenfalls die Versorgung der Patienten. So könne ein Hausarzt einen Patienten, der eine dringliche Indikation habe, im direkten Gespräch beim fachärztlichen Kollegen vorstellen.

Mehr als nur eine Ansammlung von Arztpraxen

Hinzu kommen aus Schäfers Sicht infrastrukturelle Faktoren, die für ein Ärztehaus sprechen: Eine „mit dem Regierungspresslufthammer massiv vorangetriebene Digitalisierung“ mache moderne Immobilien notwendig. Angesichts von Bestrebungen in der Krankenhausmedizin, die Spezialisierung von Kliniken voranzutreiben, komme es für die Patienten umso mehr auf einen leistungsfähigen ambulanten Sektor an.

Arztpraxen sparen Kosten

Grundsätzlich sieht Dr. Manfred Dilger unterschiedliche Typen von Ärztehäusern: In Deutschland seien dies zumeist Ansammlungen einzelner Praxen. Dagegen steht das Modell, dass ein Ärztehaus einen gemeinsamen Empfang, ein EDV-System und einen Warteraum hat. Letzteres werde die Zukunft sein, denn da bestehe Einsparpotenzial für alle: Allein die immer komplexer werdende EDV koste inzwischen 400 Euro im Monat. Großpraxen oder Ärztehäuser als Art kleiner Krankenhäuser hatten gar einen eigenen IT-Experten. Außer den Kosten hätten die Mediziner damit vor allem den Ärger vom Hals. Eine wichtige Rolle spielten zudem bestimmte Dienstleister: Die wenigsten Ärzte röntgen zum Beispiel noch selbst – eine Radiologie in der Nähe wäre also sinnvoll.

Verkehrsanbindung umstritten

Voraussetzung für ein funktionierendes Ärztehaus sei eine gute Verkehrsanbindung. Erfahrungsgemäß kommen die meisten Patienten mit dem Auto, sagt Dr. Dilger. Auch eine nahe Buslinie wie in der Innenstadt spiele eine Rolle. Kommt’s zu Patientenstau und damit zu Wartezeiten, fällt’s im Zentrum leicht, die Dauer durch Einkäufe oder einen Besuch in der Eisdiele zu überbrücken.

Die Verkehrsanbindung und die Zahl der verfügbaren Parkplätze sind letztlich die Knackpunkte in der kommunalpolitischen Diskussion, in welcher zum Beispiel die CDU für ein neues Parkhaus, die Alternativen Liste und die „Grünt“-Fraktion eher für Verkehrsberuhigung im Quartier um die Fronackerstraße stehen. Ihre Bilanz der Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung der Fronackerstraße stellt die Stadtverwaltung diese Woche dem Gemeinderat vor.

Die Avia-Tankstelle an der Ecke Fronackerstraße/Stadtgraben ist Geschichte. Derzeit nutzt die Central-Apotheke das Areal als Behelfsparkplatz und für ihren Schnelltest-Bus. Später wollen Investoren dort und auf Grundstücken dahinter ein Ärztehaus errichten – ein Vorhaben, das in der Kommunalpolitik umstritten ist. Hausarzt Dr. Daniel Schäfer und sein HNO-Kollege Dr. Manfred Dilger praktizieren als niedergelassene Ärzte in Waiblingen. Aus ihrer Sicht könnte ein Ärztehaus helfen, die

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