Waiblingen

Hochwasser in Waiblingen? Die Feuerwehr beobachtet die Rems genau

Grundwasser
Kommt das Wasser in Waiblingen zum Gulli raus, wenn der Remspegel steigt? (Symbolfoto) © ALEXANDRA PALMIZI

Infolge der wiederholt starken Niederschläge und Unwetter der vergangenen Wochen hatte die Feuerwehr viel zu tun: Die Einsatzkräfte mussten zahlreiche umgestürzte Bäume beseitigen, vielerorts liefen Keller voller Wasser. Wie sieht die Vorhersage für die kommenden Tage aus?

Besonders das Unwetter am 28. und 29. Juni sorgte für viel Unordnung: So war zum Beispiel die Straße Lindvögele in Waiblingen-Neustadt so von Schlamm überschwemmt, dass der Bauhof Gebrauch vom Hochdruckreiniger machen musste, um sie freizuräumen.

Rems füllt Kanal, Kanal füllt Endersbacher Keller

Doch der Ärger mit dem Wasser ging weiter: Am vergangenen Freitag liefen im Wohngebiet Trappeler in Endersbach ungefähr 15 Keller mit Wasser voll. Das Wasser stammte aus einem Abwasserkanal, der wegen eines defekten Sensors mit Wasser aus der Rems vollgelaufen war – diese führte am Freitag Hochwasser.

Droht solch ein Vorfall auch in Waiblingen? Immerhin fließt auch hier die Rems nah an den Wohnsiedlungen vorbei. Der Pegelstand der Rems lässt sich auf der Internetseite der Hochwasservorhersagezentrale (HVZ), die von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg betrieben wird, nachsehen.

Prognose des Wasserstands über mehrere Tage

Hier wird alle drei Stunden der Wasserstand aktualisiert, die Messstation für Waiblingen steht in Waiblingen-Neustadt. Die neusten Messwerte zeigen: Am Dienstagabend hat der Wasserstand mit knapp über 160 cm sein wöchentliches Hoch erreicht. Seitdem ist der Pegel aber wieder auf 101 cm (Stand 14. Juli, 16.45 Uhr) abgefallen.

Das Portal dokumentiert jedoch nicht nur die tatsächlichen Wasserstände, sondern stellt aufgrund vorhergesagter Niederschläge eine Prognose des Wasserstands für mehrere Tage. Zwar rechnet die Zentrale aus den verschiedenen Wettervorhersagen eine sogenannte „best guess“-Prognose heraus – also die am wahrscheinlichsten eintreffende Entwicklung – trotzdem sieht die Vorhersage in der Regel eine gewisse Bandbreite für den Pegel der kommenden Tage vor.

Gibt es am Donnerstag Hochwasser?

Die höchsten Spitzen dieser Bandbreite berechnen anhand der vorausgesagten Niederschläge einen exponentiellen Anstieg des Wasserstands der Rems in Neustadt ab Mittwochnachmittag und einen Pegel von knapp drei Metern am Donnerstagmittag. Das wäre dann fast ein Hochwasser Stufe 2 (Stand 14. Juli, 16.45 Uhr). Der „best guess“ nimmt allerdings eine wesentlich unspektakulärere Prognose unterhalb des bisherigen wöchentlichen Höchststands von 160 cm an.

Aber was kommt auf Waiblingen zu, falls es morgen doch zum Hochwasser der Rems kommt? Pressesprecher Nick Bley von der Feuerwehr Waiblingen bestätigt, dass auch die Feuerwehr gerade sehr genau auf den Wasserstand der Rems schaut. Dass die Tendenz so breitgefächert ist und am Mittwochmorgen (Messzeit: 8.30 Uhr) noch Wasserstände von 4,80 Metern für möglich gehalten wurden, komme nicht so oft vor. Sollte so ein Fall tatsächlich eintreffen, hätte man es mit einem Jahrhunderthochwasser zu tun, so Bley. „Nach wie vor betreiben wir ein enges Monitoring der Rems“, informiert er.

Feuerwehr glaubt noch nicht an ein Hochwasser

Im Moment gehe die Feuerwehr aber davon aus, dass der Wasserstand auch am Donnerstag im Bereich der unteren Tendenz, also bei etwa 150 cm und damit unter der kritischen Marke von zwei Metern, bleibt. Was die Situation etwas unberechenbar mache, sei, dass in der Gegend um Schwäbisch Gmünd Wasser aus stärkeren Unwettern in Waiblingen ankommen könnte.

Doch ob diese Niederschläge wirklich alle in die Rems fließen, sei schwer zu sagen: „Da sieht man auch, dass die von der Abschätzung her gar nicht wissen, in welche Richtung das gehen wird“, sagt der Pressesprecher.

Wasserrückhaltebecken schützen Waiblingen

Die Rems verfügt mittlerweile über viele gut ausgerüstete Wasserrückhaltebecken, die im Ernstfall geflutet werden können. Deshalb sieht die Waiblinger Feuerwehr einem etwaigen Anstieg des Pegels bis jetzt noch relativ entspannt entgegen: „Die können schon eine unheimliche Wasserlast aufnehmen.“

Kritisch werde es jedoch, wenn alle Becken voll sein sollten: „Dann ist die Welle eben noch größer“, erklärt Nick Bley. Doch dazu wird es wahrscheinlich in den nächsten Tagen nicht kommen, glaubt die Feuerwehr. „Aber wir sind vorbereitet“, beruhigt der Pressesprecher.

Infolge der wiederholt starken Niederschläge und Unwetter der vergangenen Wochen hatte die Feuerwehr viel zu tun: Die Einsatzkräfte mussten zahlreiche umgestürzte Bäume beseitigen, vielerorts liefen Keller voller Wasser. Wie sieht die Vorhersage für die kommenden Tage aus?

Besonders das Unwetter am 28. und 29. Juni sorgte für viel Unordnung: So war zum Beispiel die Straße Lindvögele in Waiblingen-Neustadt so von Schlamm überschwemmt, dass der Bauhof Gebrauch vom Hochdruckreiniger

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