Waiblingen

"Hohes Niveau": Staufer-Abiturjahrgang 2022 stellt im Druckhaus Waiblingen aus

ausstellung abi zvw
Die Schülerinnen und Schüler beim Aufbau im Verlagsgebäude. © Markus Metzger

„Die sind technisch auf einem hohen Niveau. Wirklich ein toller Jahrgang!“ So freut sich Holger Appenzeller, Kunsterzieher am Staufer-Gymnasium, über seine siebzehn Abiturientinnen plus einen Abiturienten im Leistungsfach Bildende Kunst, die nun eine Auswahl ihrer Arbeiten im Druckhaus Waiblingen ausstellen.

Zu sehen sind Zeichnungen, Malerei und Fotografien, auf denen sich die Schüler mit den Themen Landschaft und Stillleben auseinandersetzen. Dazu kommen durchaus extravagant-fantasievolle Mode-Entwürfe und die Beschäftigung mit den Bauten des Schweizer Architekten Peter Zumthor (Schwerpunktthema: Material-Form-Raum), die sich in einigen Modellen etwa für einen Museumsbau oder den Aufenthaltsraum eines Schulgebäudes niedergeschlagen hat. Allesamt unkonventionelle Formfindungen sind dabei herausgekommen, die viel Gespür für diese Kunstform des gebauten Raumes erkennen lassen.

Neben der beeindruckenden technischen Reife vieler der in den Aufgängen und drei Stockwerke des Verlagshauses gezeigten Arbeiten, fällt einem vor allem aber auch ein durchaus übermütiger (Spiel-)Witz beim Umgang mit den vorgegebenen Themen ins Auge. So haben sich in schwarz-weißen Landschaftszeichnungen beispielsweise riesige Schuhe verirrt. Sneaker, Ballettschühchen oder Pumps. In einem der roten High Heels ist gar ein Balkon eingebaut.

Im Lockdown eher noch mehr gearbeitet

Wie Halluzinationen aus dem Corona-Fieberwahn könnte man auch einige überdimensionierte Pasta-Stückchen deuten, die gelbfarben in eine sonst graue Landschaftszeichnung gefallen sind. Surreale Umsetzungen der Aufgabe „Stillleben in Landschaft“, bei denen sich der Betrachter vergnüglich verwundert die Augen reibt.

Viele der Kunstschülerinnen und -schüler haben während des Lockdowns noch mehr gemacht, so Holger Appenzeller. „Klasse, so eine Gruppe zu haben, die sich so engagiert. Die haben in der nicht leichten Zeit richtig gut gearbeitet.“

Umso mehr freuten sich alle, dass Dorothea Villinger die Ausstellung so schnell aufgenommen habe. „Corona hat uns ausgebremst, wir konnten nirgends außerhalb der Schule mehr ausstellen“, sagt Appenzeller. „Unsere letzte Ausstellung war beim Skulpturenpfad am Korber Kopf.“ Es sei wichtig für alle, „die Arbeiten gemeinsam betrachten zu können. Wichtig auch für die Eltern damit sie sehen, was ihre Kinder gemacht haben.“

Erwartungen der Leistungsgesellschaft in der Kritik

Und das ist, wie man sich überzeugen kann, viel. Dabei wird ein zum Fetisch geronnener Leistungsbegriff durchaus hinterfragt. Auf dem Foto einer Schülerin sind als Stillleben eine Reihe Schokoladentafeln mit der werbenden Aufschrift „100 % Cacao“ zu sehen. Sie gibt dazu in einem Kommentar zu denken: „In unserer Gesellschaft wird allzu oft von uns erwartet, immer 100 Prozent zu geben, egal um welchen Preis. Egal, ob man danach komplett am Boden ist. Doch immer zu funktionieren, funktioniert einfach nicht. Vielmehr kommt es darauf an, alternative Wege zu finden, die uns voranbringen und inspirieren. Schaffst du es, auszubrechen?“

Die Künste stellen nicht nur Fragen, sind vielleicht selbst ein Teil der „alternativen Wege“. Allemal laden die jungen Künstlerinnen und Künstler mit ihrer erfrischenden Ausstellung, am Ende eines Lebensabschnitts, auch die Betrachter zur sinnlichen Auseinandersetzung ein.

„Die sind technisch auf einem hohen Niveau. Wirklich ein toller Jahrgang!“ So freut sich Holger Appenzeller, Kunsterzieher am Staufer-Gymnasium, über seine siebzehn Abiturientinnen plus einen Abiturienten im Leistungsfach Bildende Kunst, die nun eine Auswahl ihrer Arbeiten im Druckhaus Waiblingen ausstellen.

Zu sehen sind Zeichnungen, Malerei und Fotografien, auf denen sich die Schüler mit den Themen Landschaft und Stillleben auseinandersetzen. Dazu kommen durchaus

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