Waiblingen

Hotel Koch verkauft: Investor plant Neubau

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Das Hotel Koch an der Kreuzung von Bahnhofstraße und Devizesstraße. © Büttner / ZVW

Waiblingen. Das ehrwürdige Hotel Koch wechselt den Besitzer. Die Waiblinger Alpenland-Grundstücksgesellschaft hat die Immobilie erworben und plant den Neubau eines Hauses der Kategorie drei Sterne plus. Bis nach der Gartenschau 2019 bleibt es allerdings noch in bisheriger Form unter Regie der Familie Reutter-Koch bestehen.

Ende 2020 könnte am Standort nahe des Bahnhofs das moderne Hotel eröffnen. Über Größe und Bettenzahl mag Harald Panzer, der gemeinsam mit Andreas Bayer Geschäftsführer Grundstücksgesellschaft Alpenland ist, mit Rücksicht auf die nötigen Planungen und Abstimmungen derzeit noch keine Aussage treffen – weniger als die bisher 70 Betten sollen es jedoch nicht sein. Über den Kaufpreis wurde vertraglich Stillschweigen vereinbart. Die Alpenland GmbH mit Sitz in Waiblingen baut und saniert Hotels in der Region und darüber hinaus: In Waiblingen hat sie bereits das Bachofer-Haus erworben, um dort ein Boutique-Hotel einzurichten, in Schorndorf das Hotel an der Stadtmauer, in Winnenden das „Village“ und in Ludwigsburg das „Nestor“ im historischen Garnisonsgebäude.

Großer Respekt vor der Lebensleistung

Großen Respekt zollt der Investor ausdrücklich Manfred Koch und Rosemarie Reutter für deren Lebensleistung. „Das Haus wurde über Dekaden freundlich, familiär und gut geführt.“ Ein Restaurant wird es weiter geben, und der Geist des Hotels Koch soll fortleben – in neuer Hülle. Eine Sanierung des in die Jahre gekommenen Gebäudes ergebe wirtschaftlich keinen Sinn – daher die Entscheidung für den Neubau. Den Aufwand für Planung, Bau und Neustart könne die Inhaber allein schon altersbedingt nicht auch noch leisten. Zudem stehen in der Familie keine Nachfolger bereit. 

Geführt wird das neue Hotel nicht von Alpenland selbst, über mögliche Betreiber kann zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nichts gesagt werden. Über die Architekten durchaus: Die CIP-Architekten aus Stuttgart, die Renommierobjekte wie das Porsche-Zentrum Böblingen in ihrem Portfolio haben. Dass der Markt ein weiteres Hotel verlangt und verträgt, davon ist der erklärte Waiblingen-Fan (und Einwohner) Harald Panzer nach eingängigen Marktanalysen vollauf überzeugt. Besonders bei Geschäftsreisenden aus dem mittleren Management werde das Haus gefragt sein. Ganz unabhängig vom neuen innerstädtischen Hotel bei der Volksbank.

OB Hesky: „Traditionsreiches Haus kommt in gute Hände“

Die Stadt Waiblingen unterstützt die Pläne. Das traditionsreiche Hotel Koch komme in „gute Hände“, versichert Oberbürgermeister Andreas Hesky, der insbesondere auch die Entscheidung begrüßt, dass die Abrissbagger erst nach der Gartenschau anrollen sollen. Im Rems-Murr-Kreis habe sich in Sachen Hotelentwicklung lange Zeit relativ wenig getan. Dabei seien Zimmer in Waiblingen nicht nur für Gäste aus der Wirtschaft, sondern auch für Besucher von Kultur- und Sport-Events sowie für Kurzurlauber in der Stadt selbst attraktiv. Die Lage nahe des Bahnhofs spreche für sich. „Wenn es diesen Hotel-Standort nicht schon gäbe“, ergänzt Wirtschaftsförderer Marc Funk, „dann müsste man ihn erfinden“. Erklärtes Ziel aller Beteiligten ist es laut Hesky, dass Alpenland kurz nach Ende der Gartenschau loslegen kann, auch wenn die Planung, zum Beispiel aus verkehrlicher Sicht, nicht einfach werde.


Hotel Koch

Mit der Bahnhofsgaststätte, die 1893 eröffnet wurde, hat das Hotel Koch heute nicht mehr viel gemeinsam. 1959 wurde das Haus durch die Familie Koch übernommen und wird aktuell in der zweiten Generation von Rosi Reutter und Manfred Koch geführt.

Das Hotel wurde im Jahr 1985 neu gebaut, zum gleichen Zeitpunkt wurde das Restaurant umgebaut. Der Altbau wurde dann 1988 umgebaut und aufgestockt.