Waiblingen

Hund Elvis wurde von einem Mischling totgebissen

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Waiblingen. Bei einer grausamen Attacke durch einen großen, frei laufenden Hund musste der süße Yorkshire-Terrier Elvis sein Leben lassen. Sein Herrchen, Helmut Gehring von der als „Helmut und Helmut“ bekannten Avia-Tankstelle an der Fronackerstraße, ist untröstlich. Kunden und Bekannte sind fassungslos über den Tod des Kuschelhundes.

Mal hopste Elvis vergnügt mit seinem Yorkshire-Bruder Eddy durch den Verkaufsraum der Avia-Tankstelle, mal genoss er wohlig die Streicheleinheiten tierlieber Kunden und mal posierte das Viereinhalb-Kilo-Zottelchen keck auf dem Stehtisch. Keine Frage: Elvis gehörte mit Eddy zum Inventar. Letzterer gehört Helmut Gehrings Schwiegertochter, die wie ihr Mann Frank Gehring bei der Avia arbeiten. Die Betreiber wissen schon lange, dass manche Kunden vor allem wegen der drolligen Vierbeiner kommen. Umso größer das Entsetzen über Elvis grausigen Tod.

Kurz nach dem Angriff war der kleine Terrier tot

Am Donnerstag gegen 16.30 Uhr geschah das Unfassbare. Helmut Gehring ging mit Elvis die Bahnhofstraße hinunter. Etwa auf der Höhe des türkischen Supermarkts kam ihm eine Gruppe von drei Punkern entgegen, die mehrere Hunde mit sich führte. Einer davon jagte plötzlich und unvermittelt auf Elvis los, biss ihn in den Rücken und schüttelte ihn etwa zehn Sekunden wild hin und her. Als der Halter den Mischlingshund zurückriss, war es schon zu spät. Der Yorkshire-Terrier zuckte noch ein bisschen, doch bis Helmut Gehring mit ihm beim Tierarzt angelangte, hatte das Herz des kleinen Hundes schon aufgehört zu schlagen.

Der Besitzer des aggressiven Hundes ging einfach weiter

Der Mann, dem der aggressive Hund offenbar gehörte, zog mit seinen Freunden weiter, ohne seine Personalien preiszugeben. Auf Helmut Gehrings Frage, wie er so ein Tier frei laufen lassen könne, habe er nur gelacht. Eine Frau will von ihm erfahren haben, dass der Hund keine Steuernummer hat. Offenbar bewegte sich die Gruppe, die vor dem Vorfall in der Innenstadt Zigaretten geschnorrt und sich vor dem Querspangen-Rewe aufgehalten haben soll, in Richtung Bahnhof. Der Avia-Pächter, der von der Tankstelle aus einen guten Blick auf das Geschehen in der Innenstadt hat, kann sich nicht erinnern, die Punker schon einmal gesehen zu haben. Es scheint sich also nicht um Waiblinger zu handeln, vermutet er. Die Ermittlungen der Polizei laufen derzeit noch. „Es gibt verschiedene Hinweise, den wir nachgehen“, bestätigt ein Pressesprecher der Polizeidirektion Aalen. Was dem mutmaßlichen Hundehalter, sollte er identifiziert werden, blüht, hängt davon ab, was die Ermittlungen über den Vorfall ergeben. Stand jetzt könnte es sowohl auf eine Ordnungswidrigkeit wie auf eine Straftat hinauslaufen. Letzteres käme dann infrage, falls der Hund schon früher auffällig war und Auflagen wie etwa eine Maulkorbpflicht verhängt wurden.

Die große Anteilnahme hilft

Dass der Besitzer ermittelt werden kann, hoffen nun viele. Schon, damit weitere Angriffe – womöglich auf Kleinkinder – verhindert werden. Doch selbst wenn der Halter des aggressiven Mischlings bestraft werden sollte, Elvis wird davon nicht wieder lebendig werden. Sein Herrchen ist untröstlich: „Er war mein Ein und Alles, fast wie ein Kind.“ Ein komisches Gefühl, nach Feierabend zu Hause zu sein, und kein Elvis ist da. Die enorme Anteilnahme durch Kunden und Freunde tut dem alleinstehenden 69-Jährigen gut. Eine Freundin, die einen großen Garten besitzt, hat diesen als letzte Ruhestätte für Elvis angeboten. „Dort wollen wir ihm ein kleines Gräble anlegen“, sagt Helmut Gehring.

Hinweise erbeten

Der mutmaßliche Hundebesitzer war circa 20 Jahre alt, schlank und trug eine Jacke mit auffallend langen Metallstacheln.

Die Polizei bittet um weitere Hinweise und nimmt sie unter der Telefonnummer 07151/950422 an.

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