Waiblingen

Juniorwahl an der Kaufmännischen Schule Waiblingen: Schüler simulieren Bundestagswahl

Demokratie-Beauftragte
Katharina Mühleisen (38) ist die erste Demokratie-Beauftragte der Kaufmännischen Schule Waiblingen. Hier besucht sie die Klasse WG11/4, in der die Schüler in der Regel zwischen 16 und 18 Jahre alt sind. © ZVW/Alexandra Palmizi

Einige Tage vor der Bundestagswahl am Sonntag, 26. September 2021, werden die Schüler der Kaufmännischen Schule Waiblingen entscheiden, welcher Partei sie ihre Stimme geben. Katharina Mühleisen (38), die seit Mai die erste Demokratie-Beauftragte der Schule ist, organisiert für den Zeitraum vom 16. bis 22. September an der Schule eine fiktive Bundestagswahl. Diese findet im Rahmen der bundesweiten Juniorwahl statt, an der aktuell mehr als 4200 Schulen teilnehmen. Diese existiert seit 1999, zuletzt gab es sie bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Es ist das erste große Projekt von Katharina Mühleisen als Demokratiebeauftragte – und dahinter steht die Lehrerin für Deutsch, Geschichte und Gemeinschaftskunde aus Überzeugung. „Unser Auftrag ist es, mündige Bürger zu erziehen.“

Wahlprogramme der im Bundestag vertretenden Parteien werden besprochen

Die Kaufmännische Schule hat die Stelle der Demokratiebeauftragten bewusst ausgeschrieben, um das demokratische Bewusstsein der Schüler zu stärken. Am 26. und 27. Juli haben alle Lehrer deshalb mit ihren Schülern den Ablauf und die Bedeutung der Bundestagswahl besprochen. So sollen sich die Schüler auf die fiktive Wahl an der Schule vorbereiten. Auch die Wahlprogramme der aktuell im Bundestag vertretenden Parteien werden vor der Abstimmung im September thematisiert. Damit die Wahl überhaupt stattfinden kann, wurden ehrenamtliche Helfer gesucht. Diese werden damit belohnt, dass sie eine Urkunde für ihr Engagement erhalten.

An den Wahltagen selbst werden die Klassen gebündelt zur Wahl gehen. „Einen Wahlzwang gibt es aber nicht“, sagt Katharina Mühleisen. Im Gegensatz zu Ländern wie Belgien oder Luxemburg gibt es schließlich in Deutschland keine formelle Wahlpflicht. Anders als bei der Bundestagswahl wird den Schülern bei der Juniorwahl keine Briefwahl angeboten. Diese wird seit der Corona-Pandemie zwar immer intensiver genutzt, allerdings wäre das laut Katharina Mühleisen zu aufwendig gewesen. Das Ergebnis der Juniorwahl muss bis spätestens Freitag, 24. September, um 18 Uhr gemeldet werden – und zwar an den Träger des Projekts Juniorwahl, den Berliner Verein Kumulus.

Lehrer dürfen keine bestimmte Partei empfehlen

Angedacht ist, vor der Wahl an der Schule jeden Schüler herausfinden zu lassen, welche Partei eigentlich am ehesten zu ihm passt. Ein Programm dafür ist der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung, allerdings gibt es im Internet auch andere Anbieter. Katharina Mühleisen weiß schließlich, dass viele Schüler nicht wissen, welche Partei sie eigentlich wählen sollen. Die 38-Jährige betont aber zugleich, dass natürlich kein Lehrer eine bestimmte Partei empfehlen darf. Schließlich soll die Schule weltanschaulich neutral sein.

Ergebnisse der Juniorwahl an der Kaufmännischen Schule werden besprochen

Die Ergebnisse der Juniorwahl an der Kaufmännischen Schule sollen danach im Unterricht besprochen werden. Sollte dann herauskommen, dass etwa eine rechtsradikale Partei im Gegensatz zur richtigen Bundestagswahl überproportional viele Stimmen erzielt hat, würde das natürlich ein Thema sein. Kathrina Mühleisen will jedenfalls das Resultat auch mit dem Bundesschnitt bei den Juniorwahlen vergleichen.

Wenn diese vorbei ist, dann wird die Arbeit für die Demokratiebeauftragte der Kaufmännischen Schule aber nicht beendet sein. Als nächstes will sie die Wahl der Vertrauenslehrer angehen, da hier die Ämter dringend neu besetzt werden müssen. Deren Aufgabe ist es, mit der Schülermitverantwortung, kurz SMV, eng zusammenzuarbeiten. Und die ist auch für Katharina Mühleisen wichtig. „Ohne die SMV funktioniert mein Job nicht.“

Online-Programm „Aula“: So könnten Schüler auch digital mitbestimmen

Über mehr Pläne will die 38-Jährige im Moment noch nicht reden, schließlich weiß sie angesichts momentan steigender Coronazahlen nicht, wie sie sich die Pandemie im Herbst entwickelt – und ob es wieder wie im zurückliegenden Schuljahr Coronafälle und einen Lockdown mit Fernlernunterricht geben wird. Falls es aber so kommen sollte, hat sich Katharina Mühleisen schon Gedanken gemacht: So könnte die Schule dann die Plattform „Aula“ nutzen, über die Jugendliche online mitbestimmen können.

Einige Tage vor der Bundestagswahl am Sonntag, 26. September 2021, werden die Schüler der Kaufmännischen Schule Waiblingen entscheiden, welcher Partei sie ihre Stimme geben. Katharina Mühleisen (38), die seit Mai die erste Demokratie-Beauftragte der Schule ist, organisiert für den Zeitraum vom 16. bis 22. September an der Schule eine fiktive Bundestagswahl. Diese findet im Rahmen der bundesweiten Juniorwahl statt, an der aktuell mehr als 4200 Schulen teilnehmen. Diese existiert seit 1999,

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