Waiblingen

Kampf gegen Katzenelend

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Ein kleiner Streuner wird von einer Tierschützerin versorgt. © Schwappach

Waiblingen. Um einer steigenden Population von leidenden Katzen vorzubeugen und die Streuner angemessen versorgen zu können, richtet sich der Tierschutzverein Waiblingen in einer Pressemitteilung an Hauskatzenbesitzer, ihre Katzen rechtzeitig kastrieren zu lassen. Mit wenig Aufwand lasse sich das Elend der Katzen lindern.

So mancher deutsche Urlauber, der in südlichen Ländern Erholung gesucht hat, kommt mit einer Straßenkatze zurück. Vergessen wird dabei aber oft, dass auch im Kreis Waiblingen viele Straßenkatzen leben, die ärztliche Versorgung und Futter benötigen. Dass bei uns nicht schon längst südeuropäische Verhältnisse herrschen, wo schon das Füttern der Straßenkatzen verboten wird, dafür sorgen die Tierschutzvereine. Denn der unkontrollierten Vermehrung lässt sich nur mit einer konsequenten Kastration aller Straßenkatzen und Freigänger beikommen. Zweimal im Jahr bezuschusst der Tierschutzverein Waiblingen deshalb die Kastration von Hauskatzen. Wer aus den Städten oder Gemeinden Waiblingen, Kernen, Korb, Weinstadt und Remshalden-Grunbach kommt und seine Katze noch bis Sonntag, 30. Oktober, kastrieren lässt, bekommt 20 Euro für Kater und 30 Euro für Katzen vom Tierschutzverein Waiblingen zurückerstattet. „Es ist sehr wichtig, dass jeder seine Katzen kastrieren lässt, denn oft sind die Freigänger an der Vermehrung der Streunerkatzen beteiligt“, erklärt Annemarie Werner, Vorsitzende des Tierschutzvereins Waiblingen, in der Pressemitteilung.

Kastration schützt auch eigenes Tier

Jedes Weibchen kann zweimal im Jahr durchschnittlich drei Junge werfen. Bereits mit vier bis fünf Monaten werden diese wieder geschlechtsreif und produzieren ebenfalls Nachwuchs. So entstehen aus einem einzigen Katzenpaar nach zwei Jahren bereits 66 Katzen. Viele von diesen Straßenkatzen leiden Hunger und sind stark befallen von Parasiten. Und so sterben sie oft einen langsamen und qualvollen Tod. Um dieses Leid zu lindern, richtet der Tierschutzverein Waiblingen Futterstellen ein und fängt die Katzen zur Kastration ein. Doch all diese Bemühungen bringen nichts, solange nicht auch alle Hauskatzen mit Freigang konsequent kastriert werden. Der Eingriff selbst ist Routine für die Tierärzte, und die Katzen können noch am selben Tag wieder mit nach Hause genommen werden.

Wer seine Katze kastriert, hilft aber nicht nur, die steigende Population an leidenden Straßenkatzen einzudämmen, sondern schützt damit auch sein eigenes Tier. Schließlich können durch den Paarungsakt Krankheiten übertragen werden. Viele unkastrierte Kater verwickeln sich außerdem regelmäßig in Kämpfe mit anderen Katern, bei denen sie sich schlimme Verletzungen zuziehen können.

Chip oder Tattoo helfen

Wer seine Katze kastrieren lässt, kann sie bei dieser Gelegenheit auch gleich chippen oder tätowieren lassen. So kann es gar nicht erst passieren, dass der Freigänger als herrenlos angesehen und von einem neuen Besitzer „zwangsadoptiert“ wird. Auch die Arbeit des Tierschutzvereins wird damit deutlich erleichtert. So kann jede Katze zeitnah und problemlos ihrem Besitzer zurückgebracht werden. Denn die Registrierung liegt in der Verantwortung des Halters und nicht des Tierarztes. So kann laut Tierschutzverein jeder, der seine Katze kastriert und registriert, dazu beitragen, das Katzenelend einzudämmen.