Waiblingen

Kaufland möchte Real-Markt übernehmen: Wie hat das Kartellamt entschieden? Und was ist mit Globus?

Remspark
Noch ist Real das größte Geschäft im Remspark-Einkaufszentrum. © ALEXANDRA PALMIZI

Die Tage des Waiblinger Real-Standorts im Remspark sind gezählt. Schon im Sommer war durchgesickert, dass die Kaufland-Kette den Markt erwerben möchte. Tatsächlich hatte Kaufland bis zu 101 Real-Märkte zur Übernahme beim Bundeskartellamt angemeldet. Darunter auch den Standort Ruhrstraße. Inzwischen ist offiziell: Bundesweit 13 Standorte werden bereits im Februar an Kaufland gehen. Auch zum Waiblinger Markt haben die Wettbewerbshüter eine Entscheidung getroffen.

Anfang Februar 2021 bereits werden die Märkte in Aachen, Bochum, Detmold, Edingen-Neckarhausen, Ettlingen, Germersheim, Hamm, Heinsberg, Kulmbach, Moers, Neuss, Oldenburg und Paderborn umfirmiert. Von den 101 durch Kaufland angemeldeten Filialen wurden 92 als wettbewerbsrechtlich unproblematisch beurteilt. Mit anderen Worten: Der Waiblinger Real-Markt darf Kaufland werden. Ober er es tatsächlich wird, steht trotzdem nicht zu 100 Prozent fest. Zwar stehe er auf der „Positivliste“ für eine „potenzielle Übernahme“, so ein Real-Pressesprecher. Das bedeute jedoch nicht, dass es an allen Standorten zu einer Übergabe an Kaufland kommen müsse.

Noch keine Übergabe-Termine

Zurückhaltend äußert sich auch Kaufland und lässt mitteilen, dass man „heute noch keine Angaben zu möglichen weiteren Märkten und Terminen“ machen möchte. Die Märkte sollen Schritt für Schritt integriert werden, wobei die Übernahme noch von verschiedenen Faktoren abhängig sei. Außer den genannten 13 seien bislang keine weiteren Standorte mit einem Übergabetermin versehen, wie es wiederum von Real heißt. Das betreffe sowohl die Übergaben an Kaufland als auch an Globus.

Vielleicht doch Globus?

Außer Kaufland hatten Edeka, Globus, Kaes, Rewe, Tegut und Campofrio Interesse an Real-Filialen bekundet. Kaufland und die Noch-Eigentümerin SCP müssen nun, um den Besitzerwechsel von 92 Filialen genehmigt zu bekommen, zwei Bedingungen erfüllen: Der Lebensmittel-Riese muss auf die Standorte Horb am Neckar, Heidenau, Falkensee, Heidenheim, Brandenburg, Neubrandenburg, Hemer, Dülmen und Bedburg verzichten. SCP muss Real-Standorte mit einem Beschaffungsvolumen für Lebensmittel von insgesamt 200 Millionen Euro an mittelständische Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels abtreten. Zu diesen zählt die auf großen Flächen agierende Globus-Kette. Nach Angaben des Kartellamts könnten einige der von Kaufland gewünschten Standorte von Mittelständlern übernommen werden, in anderen Fällen stehe noch die Einigung von Kaufland mit den Vermietern aus.

Die Riesen werden noch riesiger

Die für Waiblinger Kunden entscheidende Frage, ob der Real im Remspark wirklich ein Kaufland wird, lässt sich zum jetzigen Stand noch immer nicht mit letzter Sicherheit beantworten. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, theoretisch könnte aber noch Globus zum Zug kommen. Ende Dezember hat das Bundeskartellamt grünes Licht gegeben, dass die Kette 24 Real-Standorte kaufen darf. Welche das sind, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Reaktion von Globus (Stand 14. Januar) auf eine Anfrage unserer Redaktion lässt zumindest Interpretationsspielraum: "Um die nun folgenden Gespräche mit den Vermietern der Immobilien nicht zu stören, können sich die Verantwortlichen aktuell nicht zu potentiellen Standorten äußern." Das könnte bedeuten - muss aber nicht -, dass Waiblingen zu den "potentiellen Standorten" gehört. 

Sicher ist bloß: Mit der Übernahme wachsen die Riesen der Branche weiter. Kaufland und die Schwarz-Gruppe, zu der es gehört, stärken ihre Position. Die Schwarz- Gruppe steigert ihr Beschaffungsvolumen um fünf bis zehn Prozent, wobei die Steigerung bei Kaufland selbst 15 bis 20 Prozent ausmacht. Die Nachfragemacht der Spitzengruppe aus Schwarz-Gruppe, Rewe und Edeka nimmt zu, ebenso die Abhängigkeit der Lieferanten.

Daran ändert auch der Umstand nichts, dass viele Real-Märkte nicht sofort in die Kaufland-Organisation integriert werden. Dieser Prozess kann sich für einige Märkte bis ins Jahr 2022 erstrecken.

Die Tage des Waiblinger Real-Standorts im Remspark sind gezählt. Schon im Sommer war durchgesickert, dass die Kaufland-Kette den Markt erwerben möchte. Tatsächlich hatte Kaufland bis zu 101 Real-Märkte zur Übernahme beim Bundeskartellamt angemeldet. Darunter auch den Standort Ruhrstraße. Inzwischen ist offiziell: Bundesweit 13 Standorte werden bereits im Februar an Kaufland gehen. Auch zum Waiblinger Markt haben die Wettbewerbshüter eine Entscheidung getroffen.

Anfang Februar 2021

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