Waiblingen

Klingele: Handtaschen aus Wellpappe

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Stylische Wellpappe-Handtaschen statt Plastiktüten. © Sarah Utz
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Papierwerke Klingele
Ein Papierhersteller macht nun Handtaschenmode: Kathrin Schellnegger von der Klingele-Gruppe präsentiert eine der „WellBags“. © Palmizi/ZVW

Remshalden/Stuttgart.
Tragetaschen aus Wellpappe statt aus Kunststoff: Die Klingele-Gruppe hat eine clevere und umweltschonende Alternative entwickelt, um in Zukunft Plastiktüten im Kassenbereich zu ersetzen. Passt zum Zeitgeist: Um den immer größer werdenden Plastikmüllbergen Herr zu werden, wollen die Regierenden den Einsatz von Plastiktüten drastisch reduziert sehen.

Eine Richtlinie der Europäischen Union sieht vor, bis 2018 den jährlichen Verbrauch von 198 Plastiktüten pro Person auf 90 Tüten zu verringern, bis 2025 sogar nur noch auf 40 Tüten. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, haben sich das Umweltministerium und der Einzelhandel auf freiwilliger Basis darauf geeinigt, dass Plastiktüten seit dem 1. Juni 2016 nur noch kostenpflichtig erhältlich sind. Ausgenommen sind dabei die sehr dünnen Plastiktüten für Obst, Gemüse oder Käse. Was die Plastiktüten in Zukunft kosten werden, entscheidet jedes Geschäft selbst.

Die "Wellbag" mit dem festen Boden

Zum idealen Zeitpunkt brachte die Klingele-Gruppe deshalb ihre „WellBag“ auf den Markt – die Alternative zur Plastiktüte. Die „WellBag“ ist eine Tragetasche aus Wellpappe. Sie lässt sich zusammenfalten, besitzt zwei Tragegriffe, ist aus 100 Prozent recycelbarer Wellpappe hergestellt und lässt sich immer wieder verwenden. Ein weiterer Pluspunkt der Tasche, die seit dem 19. Juli erhältlich ist, ist der feste Wellpappboden, er gibt Einkäufen in der Tasche einen sicheren Stand.

Die „WellBag“ gibt es in verschiedenen Größen und damit eignet sie sich sowohl für Lebensmitteleinkäufe als auch als Tragetasche für kleinere Besorgungen aus dem Drogeriemarkt. Die mittlere Größe M kann beispielsweise mit drei bis fünf Kilogramm gefüllt werden. „Auf Wunsch produzieren wir die Tasche auch klimaneutral“, sagt Kathrin Schellnegger von der Klingele-Gruppe.

Eine Alternative zu Plastiktüten und Kassenkartons

Bisher gab es als Alternative zu den Plastiktüten in Supermärkten nur „Kassenkartons“ oder Papiertüten. Die Idee einer Tragetasche aus Wellpappe sei indes völlig neu, deshalb hat die Klingele-Gruppe die innovative Erfindung gleich als Gebrauchsmuster angemeldet und schützen lassen. Einzelhändler dürften an der „WellBag“ ebenfalls Gefallen finden: Flach zusammengelegt ist sie platzsparend und durch die individuelle Gestaltungsmöglichkeit eignet sie sich optimal als Werbeplattform, da sie rundum bedruckt werden kann. Optional kann die „WellBag“ mit Coverliner, einem Abperleffekt, bestellt werden: So ist die Innenseite der Tragetasche gegenüber Feuchtigkeit ideal geschützt und kann beispielsweise in Blumen- und Pflanzengeschäften problemlos eingesetzt werden, wirbt Klingele.

Der Schuhkarton mit Tragegriffen

Damit auch der Schuhhandel von der aktuellen Wellpappe-Entwicklung profitieren kann, entwickelte die Klingele-Gruppe mit der „WellBag2go“ sogar eine eigene Variante für Schuhhändler: ein Schuhkarton mit integrierten Tragegriffen. Geplant ist, dass Schuhhersteller direkt bei der Klingele-Gruppe die „WellBag2go“ anfragen und Turnschuhe oder Sandalen den Schuhhändlern bereits in der Tragetasche geliefert werden.

„Durch die individuellen Anforderungen können wir mit unserer „WellBag“ eine breite Zielgruppe ansprechen. Ich selbst verwende sie natürlich auch schon und wurde schon mehrfach darauf angesprochen“, erzählt Kathrin Schellnegger lächelnd.


Klingele: Das Familienunternehmen

Klingele wurde 1920 von Alfred Klingele und seinem Schwager Emil Holfelder gegründet und wird heute in dritter Generation geführt.
Mittlerweile gehört die Klingele-Gruppe mit Sitz in Remshalden zu den fünf größten Herstellern von Wellpappenrohpapieren und Verpackungen aus Wellpappe in Deutschland.
Zum Unternehmen gehören zwei Papierfabriken, sechs Wellpappenwerke sowie acht Verarbeitungswerke im In- und Ausland.