Waiblingen

Kochen mit der ganzen Familie: Gesundheitspädagogin Gabriele Sigloch gibt Tipps für herbstliche Gerichte

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Die Gesundheitspädagogin empfiehlt eine cremige Orangen-Möhrensuppe. (Symbolbild) © Silviariata/ Picabay.com

Trauben, Äpfel, Karotten, Kartoffeln und Kürbis: „Die Herbstfrüchte sind das Tollste“, findet Gesundheitspädagogin Gabriele Sigloch. In ihren Kochkursen an der Volkshochschule Unteres Remstal ist es ihr besonders wichtig, mit regionalen und gesunden Zutaten zu kochen. „Ich verwende nichts Exotisches und auch keine Gewürze, die extra für ein bestimmtes Rezept gekauft werden müssten.“ Mit Gerichten, die nicht so aufwendig sind, möchte sie an die saisonale Küche heranführen – alle ihre Menüs kommen dabei ohne Fleisch-Gang aus.

Vegetarierin ist Gabriele Sigloch aber nicht: „Ich esse in der Regel einmal die Woche Fleisch, höchstens zweimal.“ Sie legt Wert auf eine rundum ausgewogene Ernährung. Und wer den Rest der Woche vegetarisch esse, könne sich dann eben das eine Mal richtig hochwertiges Fleisch leisten, ohne dass es auf Dauer zu sehr ins Geld geht. Aber was kommt an den vegetarischen Tagen auf den Teller? Oft fehlt es den Leuten dafür an Rezeptideen. „Ich möchte in meinen Kursen zeigen: Es geht eben auch ohne Fleisch.“

Im Kurs nur mit Maske

Wegen der Corona-Pandemie mussten die fürs Frühjahr 2020 angekündigten Volkshochschul-Kochkurse leider ausfallen. Jetzt im Herbst bietet Gabriele Sigloch wieder Kurse an: allerdings jeweils nur für eine sehr begrenzte Teilnehmerzahl: „Je nach Küche zwei oder drei Teilnehmer.“ Gekocht wird dann nur mit Maske, beim gemeinsamen Essen müssen zwischen den Sitzplätzen Abstände eingerichtet werden und es gibt ausschließlich heiß gekochte Speisen – aus Hygienegründen.

Ideal ist es, wenn sich mehrere Mitglieder eines Haushalts zu den Kursen anmelden: „Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Paare oder Mutter-und-Tochter-Teams zu Kochkursen anmelden, das ist jetzt während Corona von Vorteil.“

Herbstgemüse wärmt von innen

Im Herbst verwendet die Gesundheitspädagogin gerne Lebensmittel, die von Natur aus eine eher warme Wirkung auf den Körper haben: „Karotte, Kartoffel und Kürbis haben eine sehr feste Konsistenz, sie enthalten wenig Wasser, dadurch wirken sie wärmend.“ Sommergemüse wie Gurken und Tomaten kühlen dagegen eher – noch ein Argument für saisonale Küche. Eines ihrer liebsten Herbstgerichte ist die cremige Orangen-Möhrensuppe. Für die säuerlich-fruchtige Note benutzt sie Orangensaft, keine frischen Früchte. Schließlich wachsen bei uns in der Region im Herbst keine Orangen. Die anderen Zutaten aber schon.

Mit ihren Schülern spricht Gabriele Sigloch auch über deren Einkaufsverhalten: Sie findet zum Beispiel, dass man außerhalb der Saison auf Erdbeeren verzichten sollte: „Wenn Erdbeeren nur einmal im Jahr reif sind und ich deshalb monatelang darauf warten muss, kann ich sie doch viel besser wertschätzen.“

Die Gesundheitspädagogin gibt nicht nur Kurse für Erwachsene, sondern auch für Kinder. In einer schulischen AG führt sie außerdem seit Jahren Grundschüler ans Kochen heran – die meisten Grundschulkinder haben ihrer Erfahrung nach nämlich noch nie richtig in der Küche mitmachen dürfen. „Von zehn Grundschulkindern, die neu zu mir kommen, haben vielleicht zwei schon mal einen Schäler in der Hand gehabt“, berichtet die Lehrkraft.

Ofenkartoffeln statt Pommes

Kartoffelschälen ist nämlich die erste Aufgabe, die sie ihren Koch-Kindern aufträgt. Wie man Kartoffeln am einfachsten klein schneidet, steht dann als Nächstes auf dem Lehrplan. Dann können die Kinder ihr erstes eigenes Gericht zubereiten: lecker gewürzte Ofenkartoffeln – ein gutes, deftiges Herbstgericht und die gesündere Alternative zu Pommes. „Das geht ganz einfach und wenn wir zwischendurch immer mal wieder den Dampf aus dem Ofen lassen, werden die richtig knusprig.“

Wer gemeinsam mit seinem Kind kocht, muss dafür natürlich extra viel Zeit einplanen – besonders fürs Aufräumen. „Die Zeit ist heutzutage oft einfach nicht da, das kann ich schon verstehen. Ich bin ja auch viel schneller fertig mit Kochen, wenn ich das alleine mache“, sagt die Gesundheitspädagogin. Trotzdem findet sie es unheimlich wichtig, die Kinder früh miteinzubeziehen, ihnen zu zeigen, dass das Essen nicht einfach fertig aus dem Supermarkt kommt.

Eltern, die ihre Kinder fürs Kochen begeistern wollen, empfiehlt sie: „Einfach mal mitmachen lassen.“ Beim Kochen seien Kinder auch meistens bereit, Gemüsesorten zu probieren, die sie sonst links liegen lassen würden. Am Anfang sei es natürlich viel Aufwand. „Aber im Endeffekt profitieren die Eltern ja früher oder später davon. Und die Kinder lernen für’s Leben: Nämlich, wie sie sich selbst ernähren können.“

Trauben, Äpfel, Karotten, Kartoffeln und Kürbis: „Die Herbstfrüchte sind das Tollste“, findet Gesundheitspädagogin Gabriele Sigloch. In ihren Kochkursen an der Volkshochschule Unteres Remstal ist es ihr besonders wichtig, mit regionalen und gesunden Zutaten zu kochen. „Ich verwende nichts Exotisches und auch keine Gewürze, die extra für ein bestimmtes Rezept gekauft werden müssten.“ Mit Gerichten, die nicht so aufwendig sind, möchte sie an die saisonale Küche heranführen – alle ihre Menüs

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