Waiblingen

Konvoi Richtung Ukraine: Feuerwehren bringen fünf Einsatzfahrzeuge an die Grenze

Ukraine-Hilfe
Aufbruchstimmung im Hof der Fellbacher Feuerwehr am frühen Mittwochmorgen: Insgesamt 14 Feuerwehrmitglieder sind in Richtung slowakisch-ukrainische Grenze aufgebrochen, um dort ausrangierte Fahrzeuge an den Katastrophenschutz zu übergeben. © ERNST_ALEXANDER

Feuerwehrleute und fünf ehemalige Einsatzfahrzeuge aus Schwaikheim, Remshalden, Backnang, Weinheim und Immenstaad sind am Mittwochmorgen in Richtung Vysné Nemecké (Oberdeutschendorf) an der slowakisch-ukrainischen Grenze aufgebrochen, wo die Autos an den ukrainischen Katastrophenschutz übergeben werden sollen. Begleitet wird der Konvoi bestehend aus vier älteren Fahrzeugen sowie einem Rettungswagen von Mitgliedern der Wehren Waiblingen und Weinstadt, welche die Fahrer nach der Übergabe in Mannschaftswagen wieder nach Hause bringen.

Gegen 6.30 Uhr sind die Einsatzkräfte vom Hof der Fellbacher Wehr gestartet. 14 Feuerwehrleute sind insgesamt mit von der Partie, damit sich die Fahrer unterwegs am Steuer abwechseln können. Für die Fahrt zum rund 1200 Kilometer entfernten Ziel haben sich die Feuerwehrleute, wie berichtet, extra ein paar Tage Urlaub genommen. Mit einer Fahrtzeit von zwölf bis 16 Stunden je Strecke rechnen sie.

Um die Organisation der Reise, darunter etwa die Übernachtungsmöglichkeiten, hat sich der Waiblinger Feuerwehrmann und stellvertretender Amtsleiter des Brand- und Bevölkerungsschutzes Volker Damm gekümmert, der ebenfalls mit an Bord ist.

Überführung der Fahrzeuge: Teil der großen Fellbacher Hilfsaktion

Die Überführung der Fahrzeuge fällt in die Hilfsaktion, welche der Fellbacher Feuerwehrmann und Geschäftsführer von Barth Feuerwehrtechnik Alexander Ernst zusammen mit Oberbürgermeisterin Gabriele Zull ins Leben gerufen hat. Mit der Übergabe der Fahrzeuge an den ukrainischen Katastrophenschutz beenden die Feuerwehr und die Stadt Fellbach die Sammelaktion für die Ukraine, bei der knapp 85 Tonnen Ausrüstung von mehr als 100 Feuerwehren zusammengetragen wurden. Die Transportkosten übernahm die GIZ, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit.

Für die Feuerwehrleute sei die Überführung Ehrensache und eine Aufgabe, die sie gerne auf sich nehmen. „Wir haben sofort Rückmeldungen erhalten, als wir nach Mitfahrern bei den Nachbarwehren gefragt haben“, wird Alexander Ernst in einer Pressemitteilung der Stadt Fellbach zitiert.

Neben drei Fahrzeugen, die aus dem Rems-Murr-Kreis gespendet worden sind – ein Gerätewagen aus Remshalden sowie je ein Tragkraftspritzenfahrzeug aus Schwaikheim und aus Backnang –, gehen auch ein Krankentransportwagen, gespendet von der Firma Airbus aus Immenstaad am Bodensee, sowie ein Löschgruppenfahrzeug aus der Stadt Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis) auf die Reise. Die Ausrüstung des Löschfahrzeugs wurde mit Technik aus Freiberg am Neckar, Schwaikheim und Fellbach ergänzt. „Es war und ist eine hervorragende Zusammenarbeit in der Feuerwehrfamilie“, bilanziert Ernst die Aktion. Insgesamt waren Feuerwehren aus Süd- und Mitteldeutschland dem Aufruf gefolgt und hatten Ausrüstungsgegenstände für den ukrainischen Katastrophenschutz gespendet.

„Uns überraschte die ungeheure Hilfsbereitschaft“, fasste auch OB Zull die Aktion zusammen. Die Nachrichten aus den Kriegsgebieten zeigten aber auch, „dass alles dringend benötigt wird“.

Unterstützung für Wehren in der Ukraine geht weiter

Auch wenn die große Sammelaktion in der Alten Kelter als beendet gilt, hört für Alexander Ernst die Arbeit für die Ukraine nicht auf. Im Gespräch mit der Waiblinger Kreiszeitung verrät er, dass sich noch drei weitere ausrangierte Feuerwehrautos in Friedrichshafen aufgetan haben, die per Sattelschlepper in Richtung ukrainische Grenze transportiert werden. „Die Aktion hat enorme Wellen geschlagen“, so Ernst. Aus Bremen erreichte ihn die Nachricht, dass ein Stromerzeuger mit einer Leistung von 200 Kilowatt, was quasi für ein halbes Krankenhaus reiche, abholbereit stehe. 20 Tonnen Schaummittel, mit denen Industriebauten oder Tanklager gelöscht werden, seien ebenso verfügbar wie ein Löschfahrzeug einer Werksfeuerwehr eines insolventen Unternehmens. Außerdem sind 15 Krankenhausbetten bei der Feuerwehr in Remseck zwischengelagert und abholbereit. Gleichzeitig erreichte ihn die Nachricht vom ukrainischen Katastrophenschutz, dass sogenannte technische Hilfe-Handschuhe und Atemschutzmasken gebraucht werden, die er nun versucht zu beschaffen.

Feuerwehrleute und fünf ehemalige Einsatzfahrzeuge aus Schwaikheim, Remshalden, Backnang, Weinheim und Immenstaad sind am Mittwochmorgen in Richtung Vysné Nemecké (Oberdeutschendorf) an der slowakisch-ukrainischen Grenze aufgebrochen, wo die Autos an den ukrainischen Katastrophenschutz übergeben werden sollen. Begleitet wird der Konvoi bestehend aus vier älteren Fahrzeugen sowie einem Rettungswagen von Mitgliedern der Wehren Waiblingen und Weinstadt, welche die Fahrer nach der Übergabe in

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