Waiblingen

Korber Höhe Waiblingen: Vorbildliches Wohngebiet oder "Nebelkerze"?

220 Wohnungen IBA-Projekt
Die Stauferstraße in Blickrichtung der Heizzentrale. © ALEXANDRA PALMIZI

Ein modernes Neubaugebiet mit 220 Wohnungen soll am Rand der Korber Höhe entstehen. So innovativ und nachhaltig soll es nach Wunsch von Stadt und Gemeinderat werden, dass es bei der Internationalen Bauausstellung 2027 internationale Beachtung findet. Die Messlatte liegt hoch: Als Beispiel für ein historisches IBA-Projekt gilt die Weißenhofsiedlung, die dann 100 Jahre alt wird. Im Dezember 2022 will die Stadt die groben Züge des „Neuen Wohnens auf Korber Höhe“ den Bürgerinnen und Bürgern bei einer Infoveranstaltung vorstellen.

Zwischen einer etwas niedriger gebauten, dafür ausgedehnteren Variante („niedrig und dicht“) und einer siebengeschossigen mit mehr Freiflächen dazwischen („hoch und grün“) hat sich die Mehrheit des Gemeinderats für letztere entschieden. Sie wird nicht nur Grundlage der Bürgerinfo sein, sondern auch eines städtebaulichen Wettbewerbs – nicht von Investoren, wie von Kritikern befürchtet, sondern von Architekten. Räte aus Reihen der ALi und der „Grünt“-Fraktion votierten dagegen. Beginnen wird der Wettbewerb im ersten Quartal 2023.

Herzstück wird das "Mobility Hub"

Dass das Wohngebiet wirklich IBA-Würden erreicht, ist keineswegs sicher. Intendant Andreas Hofer umreißt das hohe Ziel: Das neue Gebiet soll ein Beispiel geben für die notwendige Transformation der „extrem ressourcenintensiven“ Baubranche, das sich auf andere Städte übertragen lässt und die Korber Höhe nicht nur dichter, sondern auch grüner beziehungsweise nachhaltiger macht als zuvor. Innovativ sollen die Wohnformen (Stichwort Generationenwohnen), die Baumaterialien und die Angebote zur Mobilität sein. Herzstück wird, so die Idee der Planer, eine Mobilitätszentrale – genannt Mobility Hub. Wenn das neue Gebiet entsprechende Antworten gebe, die über die Korber Höhe hinausweisen, „dann ist das ein IBA-Projekt“, sagt Andreas Hofer.

Roland Wied: "Wer soll da wohnen?"

Aktuell wirkt die nur auf einer Seite bebaute Stauferstraße recht trist und dient vor allem als Parkfläche. Doch es gibt Zweifel: „Co-Working-Spaces“ und „Start-up“-Unternehmen sind, befürchtetet SPD-Chef Roland Wied, nur „Nebelkerzenbegriffe“. Er fragt sich in Anbetracht der bestehenden Betonblocks und der stark befahrenen Winnender Straße: „Wer wird dort wohnen wollen?“ Iris Förster (Grünt) fordert, das Gebiet nicht nur klimaneutral zu betreiben, sondern auch klimaneutral zu bauen. Hermann Schöllkopf hält den „Pessimisten“ entgegen: „Wo sonst sollten wir so viel Wohnraum schaffen?“ Während die einen von „grüner Wiese“ und „Korber Höhe III“ sprechen, nennen’s die anderen „Arrondierung“ der Korber Höhe. Wegen der Wohnungsnot sei Bauen nicht zuletzt eine „soziale Frage“, darauf weist Baubürgermeister Dieter Schienmann hin.

Die erst vor wenigen Jahren durch die Stadtwerke mit einem gasbetriebenen Blockheizkraftwerk erweiterte Heizzentrale reicht für das neue Wohngebiet nicht aus. In Zukunft soll es neu gebaut und mit den regenerativen Energieträgern Solarthermie oder Holzhackschnitzel betrieben werden.

Ein modernes Neubaugebiet mit 220 Wohnungen soll am Rand der Korber Höhe entstehen. So innovativ und nachhaltig soll es nach Wunsch von Stadt und Gemeinderat werden, dass es bei der Internationalen Bauausstellung 2027 internationale Beachtung findet. Die Messlatte liegt hoch: Als Beispiel für ein historisches IBA-Projekt gilt die Weißenhofsiedlung, die dann 100 Jahre alt wird. Im Dezember 2022 will die Stadt die groben Züge des „Neuen Wohnens auf Korber Höhe“ den Bürgerinnen und Bürgern bei

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