Waiblingen

Kosmetik und Schulhefte für Beinstein: iD-Markt macht auf - und was passiert mit dem Volksbank-Geldautomaten?

Cap
Von links Ortsvorsteher Thilo Schramm, Volksbank-Vorstandsmitglied Michael Huppert, Marc Funk, Giuseppina Tomasi, Werner Block und Ulrich Friz. © ALEXANDRA PALMIZI

Eine gute Nachricht für Beinstein: Im August wird in den Räumen der ehemaligen Volksbank beim Rathaus ein Drogeriemarkt eröffnet. Mit dem iD-Markt, der neben Drogerieartikeln auch Schreibwaren und Tierfutter verkauft, wird eine weitere Versorgungslücke in Beinstein geschlossen. Was viele Beinsteiner ebenfalls freuen wird: Die Geldautomaten, die in Beinstein schon verloren geglaubt waren, bleiben erhalten.

Wohnortnahe und gut erreichbare Drogerien

2017 wurde in Beinstein der Cap-Markt eröffnet, nun also folgt der zweite Schritt, um die Versorgung im Zentrum rund ums Rathaus aufrechtzuerhalten. Wie der benachbarte Cap-Markt ist die iD-Drogerie ein Projekt der GDW Süd: der Genossenschaft der Werkstätten für behinderte Menschen. 50 Prozent der Mitarbeiter sind Menschen mit Behinderung. Die Idee für die iD-Drogerien war nach Angaben Werner Blocks, geschäftsführender Vorstand der GDW, aufgekommen, als die Schlecker-Märkte geschlossen wurden: „Schlecker war der Frequenzbringer für viele Cap-Märkte“, berichtete er. Deshalb sollten wohnortnahe Drogeriemärkte entstehen, die auch für ältere und gehbehinderte Menschen gut erreichbar sind. Von der Drogerie soll nun auch der Cap-Markt in Beinstein profitieren. Die Leute müssten nicht mehr wegfahren, um Drogerieartikel einzukaufen, freute sich Block. Was wiederum auch den Umsätzen des Bäckers und des Metzgers am Ort zugutekommen dürfte. Im Cap-Markt wird das Drogerie-Sortiment bis auf einige Artikel wie Toilettenpapier abgespeckt - und damit wertvoller Platz in den Regalen frei gemacht, sagt Block.

Drei Mitarbeiter sind Menschen mit einer Behinderung

Geöffnet ist die Drogerie ebenso wie der Cap-Markt montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr, samstags von 8 bis 18 Uhr. Der Lieferservice des Cap-Markts – geliefert wird ab einer Einkaufssumme von 20 Euro kostenlos – gilt auch für den iD-Markt. Trotz der engen Zusammenarbeit wird die Drogerie einen eigenen Marktleiter haben. Sechs Mitarbeiter werden dort arbeiten, drei von ihnen sind dem sozialen Konzept zufolge Menschen mit Behinderung.

Die Geldautomaten im Eingangsbereich

Ein toller Mehrwert für die Bürger steht im Eingangsbereich der neuen Drogerie: die Geldautomaten, um die es viel Aufregung gab. In Beinstein waren die Wogen hochgegangen, nachdem die Volksbank Stuttgart angekündigt hatte, nicht nur die Filiale zu schließen, sondern auch den Bankautomaten abzubauen. Im Februar hatten Vertreter von BdS und dem Ortschaftsrat den beiden Volksbank-Regionaldirektoren Ulrich Friz und Frank Fischer Unterschriftenlisten mit 954 Unterschriften übergeben und gefordert: Der Geldautomat in Beinstein muss bleiben. Schon damals waren hinter den Kulissen die Verhandlungen zwischen Volksbank und GDW gelaufen, allerdings noch nicht unterschriftsreif gewesen. „Die Geldautomaten bleiben stehen“, freute sich jetzt Regionaldirektor Ulrich Friz.

Die Erfolgsgeschichte hatte sich nicht sofort abgezeichnet

Bis zur Eröffnung am 3. August übernehmen jetzt die Ladenbauer die Regie. Unter anderem eine neue Beleuchtung braucht der 2000 Quadratmeter große Laden, den die Volksbank der GDW vermietet. 2000 Artikel sind im Angebot, was zusammen mit dem Sortiment im Cap-Markt ein Angebot von nahezu 10 000 Artikeln bedeutet, wie Werner Block vorrechnete. Damit könnten 90 Prozent des täglichen Bedarfs abgedeckt werden.

Nach der Pleite des langjährigen Lebensmittelmarkts Hezel hatte sich die Erfolgsgeschichte keineswegs sofort angekündigt. „Vor vier Jahren standen wir vor einer ungewissen Zukunft“, erinnerte Wirtschaftsförderer Marc Funk. Dann seien aber eine super Lösung und ein Gewinn für die Ortsmitte gefunden worden. Auch der Beinsteiner Ortsvorsteher Thilo Schramm erinnerte an die düsteren Aussichten nach dem Aus des Lebensmittelladens. Ohne den Cap-Markt, sagte er, hätten auch die umliegenden Strukturen keine Chance gehabt. „Der Cap-Markt passt zu Beinstein“, betonte er. Weshalb der Ortschaftsrat dem dahinterstehenden sozialen Gedanken auch gleich gefolgt sei. Gleichwohl hatte der Markt anfangs zu kämpfen, wie der GDW-Geschäftsführer einräumte. Marktleiterin Giuseppina Tomasi, die im Ort verwurzelt ist, sei es aber gelungen, eine Stammkundschaft aufzubauen. Zuletzt gab es durch die Corona-Pandemie einen Schub: Leute, die noch nie im Cap-Markt waren, hätten dort eingekauft. „Die kommen wieder“, gab sich Werner Block optimistisch.