Waiblingen

Krankenhaus-Areal: 210 Wohnungen für Familien

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Archivaufnahme. © Gabriel Habermann
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Der Ausschuss für Planung, Technik und Umwelt hat den nächsten Schritt für die Wohnbebauung des 2,8 Hektar großen Areals getan und dem Bebauungsplanentwurf zugestimmt.

Waiblingen. Im Sommer 2014 wurde das Waiblinger Kreiskrankenhaus aufgegeben, jetzt hat der Ausschuss für Planung, Technik und Umwelt den nächsten Schritt für die Wohnbebauung des 2,8 Hektar großen Areals getan und dem Bebauungsplanentwurf zugestimmt. Damit werden die bauplanungsrechtlichen Grundlagen für den Bau von 210 Wohnungen und einer Kindertagesstätte geschaffen. Noch in diesem Jahr wird der Plan öffentlich ausgelegt.

Im Video: EIn Rundflug über das Krankenhaus-Areal (Archivaufnahme Mai 2017)

Bereits im April waren die Bürger und Behörden im Rahmen einer frühzeitigen Beteiligung zu Wort gekommen. Gezeigt hat sich dabei: Das Bauvorhaben auf dem ehemaligen Krankenhaus-Areal ist weitgehend unproblematisch. Von privater Seite war die Anregung eingegangen, die neuen Häuser entlang der angrenzenden Straße „Auf der Linde“ maximal zwei Stockwerke hoch zu bauen.

Diesen Einwand hatte die Stadt zurückgewiesen. Die Bebauung sehe Geschosswohnungsbau vor, der auch für Familien geeignet ist, argumentiert die Stadtverwaltung. Ein Teil der Wohnungen sei als kostengünstiger Wohnbau geplant, die drei- bis viergeschossige Bebauung folge dem Grundsatz des sparsamen Umgangs mit Bauflächen.

Entlang der Winnender Straße fungierten die vierstöckigen Gebäude außerdem als Lärmschutz für die dahinterliegenden dreigeschossigen Häuser.

Eine Lärmschutzwand darf die Stadt nicht bauen

Gewünscht hatten sich die vom Verkehrslärm geplagten Nachbarn auch eine Lärmschutzwand am nördlichen Ende des Areals sowie im Kurvenbereich der Winnender Straße in Verlängerung der Straße „Auf der Linde“. Das Problem dabei: Auf dem Krankenhausareal kann die Stadt keine Lärmschutzwand bauen, weil ihr die Grundstücke nicht gehören. Durch die Planung sei aber keine Verschlechterung der heutigen Situation zu erwarten, versichert die Stadtverwaltung in ihrer Stellungnahme.

Am autoumspülten Zipfel zwischen Winnender Straße und der Straße „Auf der Linde“ ist ein Kinderspielplatz geplant, der, so Michael Stumpp (CDU), schon stark verlärmt werden wird. Er plädierte für eine Lärmschutzwand, da die Anlage der zentrale Spielplatz werde: „Wenn er nicht angenommen wird, haben wir nichts davon.“

Ein Erdwall für Sicht- und Lärmschutz

Noch gibt es keinen Entwurf für den Spielplatz. Das Gelände an der Winnender Straße soll im Rahmen der Planung aber modelliert werden, erklärte Baubürgermeisterin Birgit Priebe. So soll ein Erdwall für Sicht- und Lärmschutz sorgen und den Platz und die spielenden Kinder von der Straße abschirmen. In den Mehrfamilienhäusern selbst sollen die Schlaf- und Wohnzimmer weg von der Winnender Straße geplant werden.

Außerdem sind Lärmschutzfenster vorgeschrieben. Diese Verpflichtung bestehe trotz des zunehmenden Verkehrslärms aber nur für die neuen Gebäude, nicht für den Altbestand der Gebäude, erklärte die Baubürgermeisterin.

Bienenfreundliche Pflanzen

Eine Liste mit bienenfreundlichen Pflanzen wird auf Wunsch von Iris Förster (ALi) aufgenommen in den Bebauungsplan. Allerdings soll die Liste für die künftigen Wohnungs- und Hausbesitzer nur eine Empfehlung, keine Verpflichtung sein. Er jedenfalls wolle in seinem Garten das pflanzen können, was ihm selber gefällt, gab Michael Fessmann (DFB) zu Protokoll.

Die Baubürgermeisterin verwies auf ein ganz pragmatisches Problem: „Man kann die Pflanzliste aufnehmen, aber hinterher nicht kontrollieren.“ Keiner werde den Menschen aufs Dach steigen, um zu prüfen, welche Stauden dort angepflanzt wurden.

Der Ausschuss für Planung, Technik und Umwelt hat der nächsten Etappe im Bebauungsplanverfahren grünes Licht gegeben. Zustimmen muss noch der Gemeinderat.


Stadt hat Belegungsrechte für 30 Jahre

  • Insgesamt 210 Wohnungen entstehen auf dem Areal des ehemaligen Kreiskrankenhauses an der Winnender Straße.
  • Einen Teil davon wird die Kreisbau bauen: Nach der Entscheidung des Kreistags, auf dem Areal kein Kreissozialamt zu bauen, entstehen auf dem zuvor dafür frei gehaltenen Grundstück entlang der Winnender Straße rund 80 Wohnungen. Die Stadt erhält für 40 Wohnungen Belegungsrechte über 30 Jahre. Damit kommt die Stadt ihrem Ziel, günstige Mietwohnungen zu schaffen, wieder einen Schritt näher.
  • Noch in diesem Jahr wird der Bebauungsplanentwurf öffentlich ausgelegt.

Weiterführende Links zum Thema:


Krankenhaus-Areal

  • Auf dem gesamten ehemaligen Krankenhaus-Areal mit den Baufeldern 1,2,3,4 und A sollen etwa 200 bis 210 Wohnungen für voraussichtlich 400 bis 440 Bewohner entstehen.
  • Für das gesamte Areal hat sich die Stadt das Belegungsrecht für 40 Wohnungen gesichert. Diese Wohnungen werden im Baufeld A geschaffen.
  • Die Baufelder 1,2,3 und 4 mit bis zu 130 Wohnungen und Reihenhäusern werden durch das Siedlungswerk und die GWG-Gruppe errichtet.