Waiblingen

Krankenhaus-Areal: Neue Wohnungen in Waiblingen kurz vor Bezug

Krankenhaus areal
Blick von einer der Kreisbau-Wohnungen auf die Baustelle altes Krankenhaus-Gelände. © Benjamin Büttner

Zum Trocknen aufgehängte Wäsche verrät’s: Die ersten Wohnungen auf dem Areal des ehemaligen Krankenhauses Waiblingen sind seit ein paar Wochen bezogen. Nach diesen ersten Wohnungen des Siedlungswerks Stuttgart stehen nun auch die der Kreisbaugesellschaft kurz vor der Fertigstellung. Zum 1. Oktober können die neuen Bewohner einziehen. Die viergruppige städtische Kita wird kurz darauf am 4. Oktober ihren Betrieb aufnehmen. Noch in der Warteschleife steckt der Bau neuer Mietwohnungen unten an der Winnender Straße.

Fußboden-Heizung und offene Küchen

Die Aussicht von den Balkonen der neuen Kreisbau-Wohnungen über Waiblingen kann sich sehen lassen. Noch sind im Neubaugebiet viele Baufahrzeuge und Arbeiter unterwegs, doch schon bald soll normales Alltagsleben einkehren. Bäder und Anschlüsse in den Küchen sind bereit, und obwohl die bereits gereinigten Wohnungen noch leerstehen, herrscht derzeit mollige Wärme – ein letzter Test für die (Fußboden-)Heizung. Diese, sagt Kreisbau-Projektleiter Michael Bolesch, sei heutzutage kein Luxus mehr, sondern liege preislich ähnlich wie Heizkörper. Offene Küchen sind ebenso Standard wie Handtuch-Heizungen im Badezimmer.

„Bezahlbarer“ Wohnraum liegt 33 Prozent unter Vergleichsmiete

Im neuen Wohnquartier an der Alfred-Leikam-Straße sind rund 210 Wohnungen entstanden. Auf ihrem Baufeld hat die Kreisbau für 37 Millionen Euro 40 „bezahlbare“ Mietwohnungen, 38 „reguläre“ Mietwohnungen und sechs Gäste-Appartements sowie 102 Tiefgaragen-Stellplätze errichtet. Mit „bezahlbar“ ist dabei gemeint, dass für die 40 Mietwohnungen eine öffentliche Förderung greift, die dafür sorgt, dass sie preislich 33 Prozent unter der örtlichen Vergleichsmiete liegen. Voraussetzung ist ein Wohnberechtigungsschein. Das Vorschlagsrecht bei der Belegung hat die Stadt. Alle neuen Wohnungen sind vergeben.

Grünanlagen werden folgen

Die besagten geförderten Mietwohnungen zählen zum Investitionsprogramm für bezahlbaren Wohnraum, das sich des Rems-Murr-Kreises verordnet hat. Das Ziel, bis 2028 kreisweit 500 neue bezahlbare Wohneinheiten zu schaffen, werde wohl schon 2024 erreicht, verkünden Landrat Richard Sigel und Kreisbau-Geschäftsführer Dirk Braune stolz.

Was noch fehlt sind die Grünanlagen, an ihnen wird noch gearbeitet. Unter anderem soll Rollrasen dafür sorgen, dass das Quartier bald ansprechender wirkt. Kritisiert wurde laut Dirk Braune während der Betonphase das Betongrau der Häuserfront aufseiten der Winnender Straße. Dies sei nun durch „schöne, wertige“ Fassaden ersetzt worden.

Landrat Sigel: Mietwohnungsbau für Private nicht attraktiv

Für den bezahlbaren Mietwohnraum investiert der Landkreis an mehreren Standorten insgesamt 125 Millionen Euro. Eine große Herausforderung, welcher sich die Kommunen und der Kreis aus Sicht des Landrats stellen müssten, weil der kostengünstige Mietwohnungsbau für private Immobilienunternehmen unattraktiv sei. Möglich würden die kommunalen Investitionen in dieser Höhe durch eine „Querfinanzierung“, erläutert der Kreisbau-Chef: Direkt nebenan ist das Grundbuchamt ans Land Baden-Württemberg vermietet.

Das alte Klinik-Areal für Wohnbebauung statt für Verwaltungsgebäude zu nutzen, ist nach Überzeugung von Oberbürgermeister Andreas Hesky auch im Nachhinein die richtige Entscheidung gewesen: „Bezahlbare, aber auch frei finanzierte Mietwohnungen sind – wie überall im Verdichtungsraum – Mangelware. Das Quartier entlang der Alfred-Leikam-Straße bietet qualitätsvolles Wohnen, wobei die Innenstadt fußläufig erreichbar ist.“

Weitere Wohnungen an der Winnender Straße

Mit dem Neubau des Justizzentrums nebenan soll es in dieser Richtung weitergehen. Innerstädtisch eröffneten sich dadurch neue Möglichkeiten wie etwa am Amtsgericht in der Bahnhofstraße. Die alte, große Eiche in der Mitte des Areals soll erhalten bleiben. An der Stelle der alten Personalwohnungen, derzeit noch für die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen genutzt, sind in terrassierter Bauweise 60 Wohnungen geplant – wiederum mit „bezahlbarem“ Wohnraum. Weniger das Ob als vielmehr das Wann hängt noch von Entscheidungen der Landesbehörde Vermögen und Bau über den Bau des Justizzentrums ab, für das schon genaue Planungen vorliegen. Zweifel, dass das Justizzentrum wie besprochen kommt, haben weder Andreas Hesky noch Richard Sigel.

Zum Trocknen aufgehängte Wäsche verrät’s: Die ersten Wohnungen auf dem Areal des ehemaligen Krankenhauses Waiblingen sind seit ein paar Wochen bezogen. Nach diesen ersten Wohnungen des Siedlungswerks Stuttgart stehen nun auch die der Kreisbaugesellschaft kurz vor der Fertigstellung. Zum 1. Oktober können die neuen Bewohner einziehen. Die viergruppige städtische Kita wird kurz darauf am 4. Oktober ihren Betrieb aufnehmen. Noch in der Warteschleife steckt der Bau neuer Mietwohnungen unten an

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