Waiblingen

Lieferengpässe: Reparierte Elektromotoren von Stifter aus Waiblingen sind gefragt

Klaus Stifter Elektromotoren
Geschäftsführer Klaus Stifter (r.) und sein designierter Nachfolger Michael Maier in der Produktionshalle. © Alexandra Palmizi

Wie viele Unternehmen ist auch Stifter Elektromotoren in Hohenacker von den Folgen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs betroffen: Materialknappheit und Lieferschwierigkeiten sind auch hier Thema. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach der Dienstleistung der Waiblinger: der Reparatur und Generalüberholung von Elektromotoren. Neue zu kaufen dauert vielen Kunden zu lange.

Das Unternehmen im Gewerbegebiet am Ortseingang von Hohenacker repariert elektrische Antriebe – für die Automobilindustrie, Säge- und Klärwerke, Lüftungsanlagen sowie Aufzugsmotoren. Zu den Kunden zählen Firmen aus Deutschland und Europa, unter anderem auch Bosch, Stihl und der Maschinenhersteller Index aus Esslingen. „Wir sind breit aufgestellt und daher von keiner einzelnen Branche abhängig“, so der 62-jährige Geschäftsführer Klaus Stifter, der in Stuttgart geboren und in Waiblingen-Neustadt aufgewachsen ist.

Das erste Pandemiejahr und weltweite Lieferengpässe machen sich bemerkbar

Im ersten Corona-Jahr „gab es einen Arbeitsrückgang von zehn bis 15 Prozent“, berichtet Klaus Stifter. Die Firma in Hohenacker bekommt auch die weltweiten Lieferengpässe zu spüren. Für kurzfristige Bestellungen benötige man zurzeit einen langen Atem. „Früher hat es einen Monat gedauert, heute muss man sich auf eine Lieferzeit von einem halben Jahr einstellen“, so Stifter. Spontane Bestellungen? Fehlanzeige.

Das sei jedoch ein Phänomen, welches bereits vor Corona in der Branche bekannt war. „Wir haben damals schon die Lagerbestände erhöht“, sagt Michael Maier, Meister für Elektromaschinenbau und Ausbilder im Betrieb. Der 30-Jährige ergänzt: Lieferprobleme gebe es etwa bei elektronischen Mess-Systemen und Halbleitermaterial.

Materialien und Einzelteile, die täglich gebraucht werden, hat die Firma in ihren Lagerräumen eingelagert. Wo es die Kapazitäten hergeben, ist die Firma dazu übergegangen, Dinge selbst produzieren zu lassen. „Wir lassen beispielsweise mechanische Teile nachbauen“, sagt Klaus Stifter.

In den letzten Jahren steigt das Interesse an gebrauchten Elektromotoren

Besonders gefragt seien zurzeit gebrauchte Motoren, die von den Mitarbeitern generalüberholt werden und für die Kunden sofort zur Abholung bereitliegen. „Bei Großfirmen hat man da schon mal ein halbes Jahr Wartezeit. Bei uns können die Kunden in wenigen Tagen den gewünschten Motor bekommen“, erklärt Stifter. Der Trend zeichne sich besonders in den vergangenen zwei Jahren ab. „Es ist ein Nischengeschäft, aber die Kunden haben oftmals keine Möglichkeit, woanders zu bestellen.“ In Zeiten wie diesen zeichne sich das Motto „Vorausschauend denken“ aus, so Klaus Stifter.

Der 62-Jährige hat die Firma Stifter Elektromotoren gemeinsam mit einem Partner im Jahr 1997 in Hohenacker gegründet. „Gestartet haben wir mit 50.000 Mark und einem Werkzeugkasten“, erinnert sich der Geschäftsführer und gelernte Elektromaschinenbauer.

Nachdem sein Partner nach einer Meinungsverschiedenheit aus dem gemeinsamen Betrieb ausgestiegen sei, führt Klaus Stifter die Firma zusammen mit Ehefrau Susanne.

Rund 20 Mitarbeiter

Momentan arbeiten rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den firmeneigenen Hallen und Büros. Zudem bildet der Betrieb Auszubildende aus und beschäftigt drei Rentner als Fahrer.

Er habe sich selbstständig gemacht, um mehr bewegen und Ideen umsetzen zu können, so Stifter. „Das ist im eigenen Betrieb leichter als in der Großfirma.“ Demnächst soll die Firmenfläche um 300 Quadratmeter Produktionsfläche erweitert werden. Stifter hat es sich zur Aufgabe gemacht, Elektromotoren im Notfall schnell reparieren zu können. „Wir holen die Motoren bei Kunden ab, das spart mehr Zeit, als wenn es über den Postweg geht“, sagt Michael Maier. Stifter ergänzt: „Wenn die Maschinen stehen, kostet das das Unternehmen mehr als die Reparatur.“

Auch am Wochenende und in der Nacht im Einsatz

Das heißt aber auch für Klaus Stifter und sein Team, dass sie ständig im Einsatz sein müssen, sowohl in der Nacht als auch am Wochenende. „Das war von Anfang an so“, sagt Stifter. „Aber ohne die Unterstützung meiner Frau Susanne wäre das gar nicht möglich gewesen.“ Es sei seine Firmen-Philosophie, „ein bisschen mehr zu machen als die anderen“.

Um dem technologischen Wandel in der Branche gerecht zu werden, schickt der Chef seine Mitarbeiter auf Fortbildungen. Und so ergänzen sich die verschiedenen Generationen im Betrieb: „Die Älteren kennen sich mit den älteren Motoren und der älteren Technik aus und die Jüngeren begeistern sich für die neue computergesteuerte Technologie“, sagt Klaus Stifter.

Neben den alltäglichen Problemen sei auch die Pandemie im Betrieb allgegenwärtig. In der Hochphase habe man das Team in zwei Hälften geteilt, um im Falle einer Infektion genügend Personal zu haben, so Michael Maier. „Das hat aber den Arbeitsablauf durcheinandergebracht“, so der 30-Jährige. Jetzt werden die Mitarbeiter täglich vor Ort getestet. Der Abstand könne auch gewahrt werden, da jeder einen eigenen Arbeitsplatz habe. Alles in allem habe die Pandemie „andere viel schwerer erwischt, wie zum Beispiel die Gastronomie“, sind sich Stifter und Maier einig.

Firma soll in Stiftung überführt und von Angestelltem geleitet werden

In ein paar Jahren will sich der Firmengründer aus dem Geschäft zurückziehen. Weil die Stifters keine Kinder haben, solle das Unternehmen in die eigens gegründete Stiftung übergehen und Michael Maier als Geschäftsführer eingesetzt werden. „Damit sollen die Firma und Arbeitsplätze für das Personal erhalten bleiben“, so Klaus Stifter. Mit den Gewinnen der Firma unterstütze die Stiftung außerdem das Kinderhospiz in Stuttgart.

Wie viele Unternehmen ist auch Stifter Elektromotoren in Hohenacker von den Folgen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs betroffen: Materialknappheit und Lieferschwierigkeiten sind auch hier Thema. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach der Dienstleistung der Waiblinger: der Reparatur und Generalüberholung von Elektromotoren. Neue zu kaufen dauert vielen Kunden zu lange.

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