Waiblingen

Maskenpflicht in Coronazeiten: So beschlägt die Brille nicht

Brille und Maske
Der optimale Sitz der Maske ist für Brillenträger entscheidend, weiß Optiker Uwe Winter. © Alexandra Palmizi

Sobald er aus dem Geschäft am Alten Postplatz tritt, zieht sich Daniel Hees schnell die Maske ab und verstaut sie in der Hosentasche. „Die Maske ist für mich als Brillenträger besonders lästig, weil die Gläser häufig beschlagen“, sagt er. Er trägt den Mund-Nasen-Schutz deshalb nur, wenn es unbedingt sein muss. „Zum Glück haben wir im Büro Plexiglaswände, so dass ich ohne Maske arbeiten kann.“

Beschlagene Brillengläser sind gefährlich

Vielen Brillenträgern geht es während der Corona-Pandemie ähnlich. Beschlagene Gläser nerven und können die Sicht gefährlich trüben, etwa im Straßenverkehr. Uwe Winter, Geschäftsführer von Optik Jaudes, wird regelmäßig von seinen Kunden auf das Problem angesprochen und weiß, wie sich das Beschlagen vermeiden lässt. „Das Wichtigste ist, dass die Maske gut sitzt und eng anliegt“, erklärt Winter. Denn das Problem beschlagener Gläser tritt nur dann auf, wenn warme Atemluft über den oberen Rand der Maske entweicht und dort auf kühlere Brillengläser trifft. Die Folge: Die feuchte Atemluft kühlt ab und setzt sich in Form von Kondenswasser auf den Gläsern ab. Um dies zu verhindern, sollte die Maske also vor allem am oberen Rand gut sitzen. „Am einfachsten ist das mit Masken, die über einen dünnen Metallbügel verfügen und sich damit genau an die Nase anpassen lassen“, sagt der Experte. Zusätzlich hilft es, die Brille über der Maske zu tragen. So gibt es noch weniger Lücken, durch die Atemluft entweichen kann.

Hausmittel nützen kaum gegen das Beschlagen

Von Hausmitteln rät Uwe Winter ab: Seife, Zahnpasta oder gar Rasierschaum auf die Gläser zu geben bringt seiner Ansicht nach nichts und kann sogar die Brillengläser beschädigen. „Ein Anti-Beschlagmittel, wie man es sonst vor allem im Winter benutzt, kann aber helfen.“ Er hat für sein Geschäft einen kleinen Vorrat angeschafft, als die Maskenpflicht angekündigt wurde. In den kommenden Wochen werden Brillenträger aber ohnehin weniger mit beschlagenen Gläsern zu kämpfen haben: „Die Brille beschlägt in der Regel nur bei Temperaturschwankungen“, sagt Winter. Da im Sommer die Temperaturen zwischen Innenräumen und Außenluft relativ ausgeglichen sind, können Brillenträger aufatmen.

Manchen scheint die Kombination ohnehin keine Probleme zu bereiten: Wenn Margot Wagner in der Stadt einkaufen geht, trägt die Seniorin stets Maske und Brille. Auch auf der Straße, auf dem Weg von ihrer Wohnung zum Laden, zwischen zwei Geschäften und auf dem Heimweg. „Aber einen Spaziergang in der Natur mache ich natürlich ohne Maske, weil man einfach besser atmen kann.“

Lippenstift unter der Maske lieber weglassen

Was ohne Maske auch deutlich besser geht, ist Schminken: Make-up und Lippenstift hängen nach kurzer Zeit bestenfalls an der Innenseite der Maske, schlechtestenfalls verschmiert alles sogar. Im Gegensatz zum Brillenproblem lässt sich dagegen kaum etwas tun: „Lippenstift sollte man lieber erst nach dem Absetzen der Maske auftragen“, sagt die Waiblinger Kosmetikerin Sofia Kolova. Es gebe zwar kompakte Texturen oder Lacke, die die Lippenfarbe fixierten, diese trockneten jedoch die zarte Haut der Lippen stark aus, weshalb die Expertin davon abrät. Gegen verschmiertes Make-up allerdings hat sie einen Tipp: „Wer auch unter der Maske perfekt geschminkt sein möchte, kann Camouflage verwenden, die mit einem speziellen Puder fixiert und so wasserfest gemacht wird.“ Entsprechende Abdeckcremes, Rouge oder Puder decken stärker als übliche Kosmetikprodukte und haben meist eine Wachs-Öl-Basis, die sie besonders widerstandsfähig macht. Deshalb hält Camouflage unter anderem Schweiß und Tränen stand.