Waiblingen

Mexikanisches Restaurant in Waiblingen: Darum hat das Iguana geschlossen (nicht wegen Corona)

Iguana
Nach der Corona-Zwangspause nicht wieder geöffnet: Bar und Grill-Restaurant Iguana. © Gabriel Habermann

Das „Iguana“, der Mexikaner in der Marktgasse, zählte über Jahre zu den beliebtesten Restaurants in Waiblingen, besonders beim jungen Publikum. Seit dem Corona-Lockdown ist dort geschlossen – das blieb auch nach der Wiedereröffnung der Gastronomie so. Auf der Webseite gibt es eine knappe Erklärung: „Aufgrund behördlicher Anordnung der Landesregierung hat das Iguana bereits komplett geschlossen und wird auch nicht wieder aufmachen.“ Doch an Corona lag's nicht. Einer der Inhaber erläutert die Hintergründe.

Die Schließung des Iguana hat praktisch nichts mit der Corona-Krise zu tun. Sie kam der Schließung lediglich wenige Tage zuvor. Der Pachtvertrag der Betreiber Daniel Trick und Mario Diaz wäre Ende März ausgelaufen – verlängert hätten sie ohnehin nicht mehr. Bei einem großen Flohmarkt hätten sie Mobiliar und Deko-Objekte, die Daniel Tricks Vater aus Mexiko mitgebracht hatte, verkauft. Doch letztlich musste ebenso der Flohmarkt abgesagt werden wie die Waiblinger Livenacht. „Das wäre ein schöner Abschluss gewesen“, sagt Daniel Trick. Bei der Partynacht mit Livebands in mehreren Kneipen war das Iguana – mit dem lokalen Helden John Noville als Zugpferd - immer eine feste Größe.

Das Augenmerk gilt dem Forsthof im Bottwartal

Vor sechs Jahren haben Daniel Trick und Mario Diaz das Iguana von Gastronom Jürgen Olga, dem auch das “Sachsenheimer“ und das „Tagblatt“ gehören, übernommen. Anfangs arbeiteten sie beide im Iguana mit, zuletzt jedoch haben sie ihr Tätigkeitsfeld stark erweitert. Neben der „Bahnlounge 1907“, einem Restaurant mit Biergarten in Neuenstadt bei Heilbronn betreiben sie den „Forsthof“ in Steinheim an der Murr. Letzterer umfasst ein Hotel mit 60 Betten sowie mehrere Säle unterschiedlicher Größe für geschlossene Gesellschaften. „Dort können wir bis zu fünf Hochzeiten gleichzeitig feiern“, sagt Daniel Trick. Und zwar zusätzlich zum normalen Biergarten- und Restaurantbetrieb. Eine ganz andere Dimension also als das Iguana mit 120 Sitzplätzen innen und 40 außen. Ganz abgesehen von der Entfernung. So weit der Forsthof von Waiblingen auch liegt, so nah liegt er zum bekannten Sonnenhof der Familie Ferber in Aspach. Das sind die Verpächter des Forsthofs im Bottwartal.

Der Aufwand fürs Iguana lohnte sich angesichts der beiden anderen Engagements des Geschäftsführer-Duos nicht mehr. Ein starkes Wochenende im Forsthof, so Daniel Trick, werfe ungefähr so viel ab wie ein ganzer Monat beim Mexikaner. Zumal sich mit den Ketten Mauritius und Joe Pena’s eine Konkurrenz entwickelt habe. Vor allem bei schlechtem Wetter war das Iguana dennoch gut besucht: Bei kalten Temperaturen schmeckten scharfe Chili-Soßen offenbar besonders gut.

Gesucht: Ein Nachfolger

Die Suche nach einem Nachfolger fürs Iguana – zu Deutsch „Leguan“ – erfolgt nun unter den erschwerten Bedingungen der Covid-Pandemie. „Die Gastronomen haben derzeit andere Sorgen, als über Neueröffnungen nachzudenken“, sagt Eigentümer Harald Sauter. Dennoch befinde er sich in vielversprechenden Verhandlungen, auch wenn es noch keinen Vertrag gebe. Eins steht für ihn fest: In die Iguana-Räume soll wieder Gastronomie einziehen – „und zwar keine, die schon nach zwei Jahren wieder draußen ist“. Die Sanierung hat längst begonnen. „Das war nun einmal nötig nach 30 Jahren.“

Weil der Flohmarkt zum Ausverkauf coronabedingt nicht mehr stattfinden konnte, ist laut Daniel Trick noch die gesamte Ausstattung vorhanden, einschließlich Küche und Möbel. Die Webseite ist ebenso noch aktiv wie der Facebook-Account. „Wer das alles übernehmen möchte, kann theoretisch innerhalb einer Woche anfangen.“ Anders als vor der Krise sei Personal inzwischen leichter zu finden, hat er zudem festgestellt. Weil einige Gastro-Betriebe schließen mussten, sind deren Angestellte offenbar auf Jobsuche.

Das „Iguana“, der Mexikaner in der Marktgasse, zählte über Jahre zu den beliebtesten Restaurants in Waiblingen, besonders beim jungen Publikum. Seit dem Corona-Lockdown ist dort geschlossen – das blieb auch nach der Wiedereröffnung der Gastronomie so. Auf der Webseite gibt es eine knappe Erklärung: „Aufgrund behördlicher Anordnung der Landesregierung hat das Iguana bereits komplett geschlossen und wird auch nicht wieder aufmachen.“ Doch an Corona lag's nicht. Einer der Inhaber erläutert die

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