Waiblingen

Mit EC-Karten 14.000 Euro gestohlen: Amtsgericht Waiblingen verurteilt Mehrfachtäter zu Haftstrafe

Bankautomat
Archivbild: Mit der EC-Karte wird Geld abgehoben. © ZVW/Büttner

Er war 25 Jahre seines Lebens im Gefängnis und hat 35 Einträge im Bundeszentralregister angesammelt: Vor dem Amtsgericht Waiblingen hat ein Verfahren gegen einen 59-jährigen Mehrfachtäter stattgefunden. Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautete auf gewerbsmäßigen Diebstahl und Computerbetrug in jeweils sieben Fällen.

Der Mann soll im August und September 2020 mehrfach die EC-Karten anderer Menschen gestohlen und mit diesen dann Geld abgehoben haben – insgesamt 14.000 Euro. Ihm wurde auch zur Last gelegt, im vergangenen Jahr in einem Waiblinger Friseursalon Bargeld in Höhe von 1200 Euro gestohlen zu haben. Der Mann muss – sofern er keine Rechtsmittel einlegt – erneut eine Haftstrafe absitzen: Drei Jahre und sechs Monate lautet das Urteil.

Straffällig seit der Jugend

Der Angeklagte schien mit den Abläufen vor Gericht vertraut zu sein: In Handfesseln wurde er von einem Justizbeamten des Gerichts in den Verhandlungssaal geführt, streckte dann seine Arme zum Lösen der Handfesseln nach vorne und nahm neben seinem Verteidiger auf der Anklagebank Platz.

Seit seiner frühen Jugend, das erste Mal 1977, ist der 59-Jährige immer wieder straffällig geworden. „Der Angeklagte hat von klein auf Probleme gehabt und nie einen Ausweg gefunden“, sagte der Vorsitzende Richter Kärcher über den Mann. Diese Probleme – eine fehlende Schul- und Berufsausbildung und eine Spielsucht – brachten den Mann nun erneut vor das Amtsgericht Waiblingen.

Gewerbsmäßiger Diebstahl

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Kärcher kam zu der Überzeugung, dass der Angeklagte in sieben Fällen die EC-Karten fremder Personen gestohlen und mit diesen dann jeweils Geldbeträge in Höhe von 2000 Euro abgehoben hatte. Bei diesem Vorgehen handelte es sich um gewerbsmäßige Diebstähle und damit besonders schwere Fälle dieser Straftat im Sinne des Gesetzes. Durch das Geldabheben hat der Mann zudem mehrere Computerbetrüge begangen, stellte das Gericht fest.

Der Angeklagte war, neben den geklauten EC-Karten, auch noch anderweitig zu Geld gekommen: In einem Waiblinger Friseursalon hatte er 1200 Euro aus der Geschäftskasse und den privaten Geldbeutel einer Mitarbeiterin, in dem sich wiederum circa 50 Euro und sämtliche Karten und Ausweise befanden, gestohlen. Der Mann hatte dabei ausgenutzt, dass die beiden Mitarbeiterinnen die Hintertür des Friseursalons zum Durchlüften offen ließen.

Geschädigte machten Taten leicht

Die Unachtsamkeit seiner Mitbürger spielte dem Angeklagten auch beim Diebstahl der EC-Karten in die Hände: Eine der Geschädigten, deren Karte gestohlen wurde, glaubte, ihren Geldbeutel aus Zerstreutheit nur verlegt zu haben. Sie meldete den Diebstahl erst nach einiger Zeit bei der Polizei und ließ auch die EC-Karte nicht sofort sperren.

Hinzu kam, dass es sich um die Bankkarte ihres Mannes handelte - und da die Frau die Geheimzahl ihres Mannes nicht im Kopf hatte, war diese im Geldbeutel hinterlegt. Der Angeklagte konnte ohne Probleme mit Karte und PIN Geld abheben.

„Mit dieser Masche ist er auch schon früher an Geld gekommen“, resümierte Richter Kärcher die Taten des Angeklagten. Seine Einträge im Bundeszentralregister behandelten neben Vermögensdelikten wie Diebstahl aber auch Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und eine Beleidigung. Insgesamt 35 Einträge hat der Mann im Laufe der Jahre gesammelt.

Kein „Mengenrabatt“

Die vielen Vorstrafen bezog auch der Staatsanwalt in sein Plädoyer ein. Der schnelle Rückfall in die Strafbarkeit nach einer Haftstrafe und der hohe Gesamtschaden wurden ebenfalls strafschärfend gewertet. Der Verteidiger rechnete seinem Mandanten positiv an, dass er die Taten gestanden hatte und sie auch bereue. Auch die Spielsucht des Angeklagten dürfe nicht außer Acht bleiben.

Der Forderung der Staatsanwaltschaft kam das Gericht weitestgehend nach: Drei Jahre und sechs Monate Haft lautete das Urteil, gegen das Rechtsmittel noch möglich sind. „Mengenrabatt ist bei der Vorgeschichte nicht möglich“, sagte Richter Kärcher mit Blick auf die verhandelte Fallzahl.

Er war 25 Jahre seines Lebens im Gefängnis und hat 35 Einträge im Bundeszentralregister angesammelt: Vor dem Amtsgericht Waiblingen hat ein Verfahren gegen einen 59-jährigen Mehrfachtäter stattgefunden. Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautete auf gewerbsmäßigen Diebstahl und Computerbetrug in jeweils sieben Fällen.

Der Mann soll im August und September 2020 mehrfach die EC-Karten anderer Menschen gestohlen und mit diesen dann Geld abgehoben haben – insgesamt 14.000 Euro. Ihm wurde

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