Waiblingen

Mit Impfung zur Familie ins Ausland: Geht das auch mit Kreuzimpfung?

Frau Santamaria
Die gebürtige Spanierin Teresa Santamaria ist vollständig geimpft und will nun im Juli wieder für einige Wochen in die alte Heimat fliegen. © ZVW/Benjamin Büttner

Wer vollständig geimpft ist, kann innerhalb der Staaten der Europäischen Union problemlos reisen – und genau das wird Teresa Santamaria aus Hohenacker tun. Die gebürtige Spanierin will ihre Geschwister besuchen – wegen Corona war dies schließlich sehr lange nicht möglich. Gerade Menschen mit Geschwistern, Eltern oder Großeltern im Ausland mussten monatelang darauf verzichten, ihre Liebsten wieder in den Arm zu nehmen. Dank des Fortschritts der Impfkampagnen in der EU ist das Reisen nun leichter geworden: Selbst wer eine Kreuzimpfung aus zwei verschiedenen Impfstoffen erhalten hat, gilt innerhalb der Europäischen Union als vollständig geimpft. Die Personen müssen nur einen digitalen Impfpass bei sich haben.

Für viele Lehrer, Erzieher oder Polizisten unter 60 ist das eine große Erleichterung für ihre Urlaubsplanung. Sie hatten im Februar und März den Impfstoff von Astrazeneca erhalten – und dann wurde ihnen wegen des Risikos einer möglichen Hirnvenenthrombose empfohlen, bei der Zweitimpfung das Vakzin von Biontech oder Moderna zu nehmen. Ob Staaten außerhalb der EU die Kreuzimpfung ebenfalls akzeptieren, ist eine andere Frage.

Viele Mitglieder von Ditib buchen jetzt ihren Türkeiurlaub

Kadri Yayla aus Waiblingen hat türkische Wurzeln und konnte das Grab seiner Eltern in der Türkei seit Ausbruch der Pandemie nicht mehr besuchen. Nun hat er bereits seine erste Impfung erhalten und ist guter Dinge, im August für zwei bis drei Wochen in die alte Heimat seiner Eltern an der Schwarzmeerküste zu fliegen. Kadri Yayla ist Vorstandsmitglied der Ditib-Moscheegemeinde in Waiblingen und weiß, dass viele Mitglieder jetzt voller Hoffnung ihren Sommerurlaub in der Türkei planen. „Es haben schon viele gebucht.“

Türkei erkennt Kreuzimpfung an

Einreisen können derzeit Menschen, die einen negativen PCR-Test vorweisen (nicht älter als 72 Stunden), einen Genesenenausweis oder einen amtlichen Nachweis einer vollständigen Impfung, die mindestens 14 Tage vor Ankunft in der Türkei abgeschlossen wurde. Dabei wird auch die Kreuzimpfung von der Türkei anerkannt. Das stellt die Türkische Botschaft in Deutschland klar. „Die Einreisebestimmungen sind wie in Deutschland.“ Die Kreuzimpfung gelte als vollständige Impfung – und müsse auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch nachgewiesen werden.

In der Ditib-Moschee in Waiblingen gelten weiter strenge Corona-Regeln

In der Ditib-Moscheegemeinde bemühen sich nach Kadri Yaylas Wissen viele Mitglieder gerade sehr aktiv um eine Impfung. Noch gelten die bisherigen Regeln bei den Freitagsgebeten weiter, sprich die Mitglieder müssen eine Maske tragen und die Zahl der Moscheebesucher wird bewusst niedrig gehalten, um die Mindestabstände einhalten zu können. „Wir sind eine von den Moscheen, die keine Schließung hatte – da sind wir sehr stolz darauf.

Sorge vor einem möglichen Anstieg der Corona-Zahlen

Teresa Santamaria will Mitte Juli nach Spanien fliegen. Sie möchte eine Woche am Meer verbringen, eine Woche auf dem Jakobsweg unterwegs sein und ein paar Tage mit ihren Geschwistern und sonstigen Verwandten verbringen – entweder in der Hauptstadt Madrid oder in der Stadt Zamora. Gleichwohl ist da noch diese Ungewissheit, wie sich die Inzidenzzahlen weiter entwickeln – schließlich ist etwa in Großbritannien die Delta-Variante des Coronavirus auf dem Vormarsch. Geplante Lockerungen sind dort erst mal verschoben worden. Solch ein Szenario wäre auch für Spanien denkbar. „Es kann sich alles wieder ändern“, sagt Teresa Santamaria.

Ohne Impfung würde Teresa Santamaria nicht fliegen

Die gebürtige Spanierin mit deutschem Pass ist selbst vollständig geimpft, sie hat in der zweiten Juniwoche ihre zweite Impfung erhalten. Sie weiß, dass es auch genug Menschen gibt, die ohne vollständigen Impfschutz ins Flugzeug steigen und in ein Land im Süden fliegen. Möglich ist das natürlich mit Test – aber Teresa Santamaria findet, dass sich jeder im Klaren sein muss, was passieren könnte. Wenn nämlich beim Test vor dem Heimflug herauskommt, dass ein Familienmitglied Corona hat, dann wird eine Quarantäne verhängt.

Vergangenes Jahr hatten sich viele Menschen im Sommerurlaub mit dem Virus angesteckt. Teresa Santamaria befürchtet, dass sich das wiederholt. „Ohne Impfung, wenn das nicht geklappt hätte, wäre ich nicht auf Reisen gegangen.“

Ehrenamtlich im Integrationsrat der Stadt Waiblingen aktiv

Teresa Santamaria ist in Waiblingen ehrenamtlich sehr aktiv. Sie engagiert sich unter anderem im Frauenrat, im Integrationsrat der Stadt und im Frauensprachcafé. Aus ihrer Sicht ist es sehr wichtig, dass auch Menschen, die die deutsche Sprache nicht so gut beherrschen, umfassend über die geltenden Regeln bei Ein- und Ausreise aufgeklärt werden. Wer ohne Impfung Verwandte im Ausland besuchen wolle, müsse wissen, was im Fall einer Corona-Infektion passieren kann – und was eine mögliche Quarantäne bedeutet. „Das ist das, woran viele Leute nicht denken.“

Wer vollständig geimpft ist, kann innerhalb der Staaten der Europäischen Union problemlos reisen – und genau das wird Teresa Santamaria aus Hohenacker tun. Die gebürtige Spanierin will ihre Geschwister besuchen – wegen Corona war dies schließlich sehr lange nicht möglich. Gerade Menschen mit Geschwistern, Eltern oder Großeltern im Ausland mussten monatelang darauf verzichten, ihre Liebsten wieder in den Arm zu nehmen. Dank des Fortschritts der Impfkampagnen in der EU ist das Reisen nun

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