Waiblingen

Mit Luther Wein verkostet

1/24
Lutherische Weinprobe - Bild 01_0
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin
2/24
Lutherische Weinprobe - Bild 02_1
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin
3/24
Lutherische Weinprobe - Bild 03_2
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin
4/24
Lutherische Weinprobe - Bild 04_3
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin
5/24
Lutherische Weinprobe - Bild 05_4
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin
6/24
Lutherische Weinprobe - Bild 06_5
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin
7/24
Lutherische Weinprobe - Bild 07_6
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin
8/24
Lutherische Weinprobe - Bild 08_7
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin
9/24
Lutherische Weinprobe - Bild 09_8
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin
10/24
Lutherische Weinprobe - Bild 10_9
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin
11/24
Lutherische Weinprobe - Bild 11_10
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin
12/24
Lutherische Weinprobe - Bild 12_11
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin
13/24
Lutherische Weinprobe - Bild 13_12
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin
14/24
Lutherische Weinprobe - Bild 14_13
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin
15/24
Lutherische Weinprobe - Bild 15_14
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin
16/24
Lutherische Weinprobe - Bild 16_15
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin
17/24
Lutherische Weinprobe - Bild 17_16
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin
18/24
Lutherische Weinprobe - Bild 18_17
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin
19/24
Lutherische Weinprobe - Bild 19_18
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin
20/24
Lutherische Weinprobe - Bild 20_19
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin
21/24
Lutherische Weinprobe - Bild 21_20
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin
22/24
Lutherische Weinprobe - Bild 22_21
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin
23/24
Lutherische Weinprobe - Bild 23_22
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin
24/24
Lutherische Weinprobe - Bild 24_23
Weinprobe mit leckeren Häppchen am Samstagabend (04.02.2017). © Benjamin Beytekin

Weinstadt-Endersbach. Das Luther-Jahr unter dem Motto „Am Anfang war das Wort“ ging in Beutelsbach gut lutherisch los: mit Speis, Trank und Gesang. Nicht Kopf und Kanzel, sondern Leib und Lebensfreude verkörperte dieser Martin Luther alias Rainer Köpf mit seiner Gattin Mechthild alias Käthe bei einer Weinprobe im Stiftskeller, die das Wort Sinn von „sinnlich“ herleitete.

Der Beutelsbacher Pfarrer Rainer Köpf wird immer mehr zum Gedenktag-Gastgeber mit Spezialität „lange Tafel“. Schon beim Armer-Konrad-Jubiläum ließ er für 1500 Gäste auftischen, jetzt, zum Auftakt des Lutherjahres im ausverkauften Stiftskeller, erneut für gut 200. Als Station einer Art Tournee (siehe Infobox), mit der das Pfarrerehepaar in ganz Baden-Württemberg nicht allein das Gedenken an den Reformator wahrt, Fakten über Leben und Lehre, Theorie und Theologie, sondern auch Luthers Leiblichkeit, womöglich als weiteres evangelisches Argument, ins Spiel bringt.

Köpf zitiert Luther dahingehend, dass dieser im Kloster „gegen seinen Leib gekämpft“ und der vermeintlich sichere Weg ins Paradies, als frommer Mönch, ihm keinen Frieden geschenkt habe, wohl aber die Anerkennung und Akzeptanz der vielen „guten Gaben Gottes“, auch im Weinberg. Schon in der Bibel finde sich manches zum Thema: Die Hochzeit von Kana etwa, 800 Liter Wasser zu Wein - Köpf-Luther: „Des isch a Stichle g’wesa!“

Martin Luther, der Weinfreund

Der Beutelsbacher Pfarrer hat Bücher über Paul Gerhard und Luther geschrieben, als Theologe, als Faktensammler. Bei der Recherche zum Lutherbuch ist er neben Fakten und Daten zum späten Mittelalter auch auf Zeugnisse von Luthers Lebenslust gestoßen: etwa auf seine Lieder, einige davon aus Studentenzeiten und durchaus nicht frömmlerisch. Auch auf Luthers Witz - Originaltexte des Reformators sind bei Köpf in den besten Händen, was ihre Aktualisierung betrifft, denn der Beutelsbacher Pfarrer ist ebenso pfiffig wie das Wittenberger Original. Und er stieß auf die Beziehung zu seiner Frau – auch wenn Köpf alias Luther die Gattin („Der Herr Professor“, sagt sie, „führt die großen Reden und ich fülle die Teller“) den Wein holen und das Essen auftischen lässt. In dieser Ehe deutete sich wohl jene Art der liebevollen Zweisamkeit an, die bis heute Bestand hat. Nicht zuletzt stieß Köpf auf Luthers Weine: Der Mann hatte, trotz der bierbrauenden Gattin, auch noch einen eigenen Weinberg mit Weinkeller, wo die exklusivsten Tropfen lagerten, unter anderem Geschenke von Herrschern und Denkern der Reformationszeit.

Mägde und Knechte schenken aus

Jene fünf Weine, die ein engagiertes Team der evangelischen Kirchengemeinde als „Mägde und Knechte“ den Gästen im Stiftskeller ausschenkt, hat Köpf alle vor Ort selbst besorgt, etwa einen Wittenberger Spätburgunder aus Deutschlands nördlichstem Qualitätsweingut, einen Lagrein aus Südtirol, wo Luther während seiner Rom-Reise Station machte, dann heimischen Schillerwein (von „schillernd“), ein Wein der „gemischten Form“ nicht sortenreinen Anbaus, ein Kompromiss typisch für die Schwaben, ein „dialektischer“ Wein; schließlich Luthers Lieblingswein, einen edelsüßen Malvasier aus Worms, der den Reformator beim Reichstag stärkte und den Widerruf verhinderte.

Dazu reichen die Knechte und Mägde Mittelalter-Snacks wie Lachsrollen, Gemüsedips oder Heringsbrötchen, ein Mehr-Gänge-Menü mit abschließendem Dessert zum süßen Wein. Der steht auf Bierdeckeln mit den Porträts des Luther-Paares - wieder ein Kompromiss: „Wein und Bier, wie traurig wär’s doch ohne ihr!“

Gottgefällige Lebenslust

Dazu singen Köpf mit dem Knopfakkordeon und seine Gattin zweistimmige Lieder, deren Originaltexte der Pfarrer ebenso frei und frisch bearbeitet und erweitert hat wie alles andere bei dieser missionarischen Weinprobe zum Segen gottgefälliger Lebenslust. Die Daten und Fakten, die Speisen und Sprüche sind da, bei denen allesamt das Humorvolle und Habhafte über dem Authentischen rangiert. Und ob die Weine noch genauso schmecken wie zu Luthers Zeiten? Womöglich ja besser, frischer, sonnenverwöhnter. Und dass im Stiftskeller auch der katholische Pfarrer Ludwig Mattes (neben Ehrengästen wie dem Alt-OB (und Weinkenner) Jürgen Hofer und dem neuen OB Michael Scharmann) fröhlich mitsingt, dass also gelebte Ökumene praktiziert wird, so weit waren sie im frühen 16. Jahrhundert nicht. Dazu singen die Leute derart beseelt und kräftig mit, etwa bei „Ein feste Burg“ oder „Verleih uns Frieden gnädiglich“, wie das Luthers Gemeinden im besten Fall auch taten.

Ohne freilich derart von gutem Wein befeuert zu sein ...

Unterwegs im Ländle

Die Köpfs/Luthers sind mit ihrer Weinprobe, die das ganze Jahr über irgendwo mit Hilfe der dortigen Kirchengemeinden stattfindet, in nächster Zeit unter anderem in Rudersberg-Schlechtbach (Mittwoch, 8. Februar, Gemeindehaus) und am 25. Februar im Stettener Gemeindehaus zu Gast, im Mai dann wieder im Rems-Murr-Kreis (Schnait, Geradstetten) und sonst bis hinaus nach Laichingen und Ulm.