Waiblingen

Mobiles Internet: Ist Waiblingen mit 5G gut versorgt - und was tun Telekom, Vodafone und Telefonica für den weiteren Netz-Ausbau?

Smartphone 5G
Wer 5G hat, kann mit dem Smartphone schneller mobil surfen. © Adobestock/loreanto

Schnelles mobiles Internet ist für die Zukunft einer Stadt entscheidend. Die Telekom hat in Waiblingen bereits in den neuen Mobilfunkstandard 5G investiert – und nun hat auch Wettbewerber Vodafone in der Kernstadt die erste 5G-Station in Betrieb genommen.

Konkret wurde laut Konzernsprecher Volker Petendorf der bestehende Mobilfunkstandort an der Johannes-Auwärter-Straße (Ecke Rötestraße) mit 5G-Technologie ausgestattet. Bis Mitte 2021 will das Unternehmen einen weiteren Standort innerhalb von Waiblingen mit 5G ausstatten. Hegnach, Bittenfeld, Hohenacker, Neustadt und Beinstein sind erst zu einem späteren Zeitpunkt an der Reihe. Und auch beim 5G-Netz der Telekom gibt es vor allem in Bittenfeld und Hohenacker noch Lücken.

Was Vodafone 2021 in Waiblingen bauen will

Vodafone will seine bestehenden 13 Mobilfunkstationen in Waiblingen nach und nach aufrüsten, indem dort zusätzlich 5G-Technologie installiert werden soll. Parallel baut der Konzern auch das LTE-Netz in Waiblingen weiter aus. LTE ist der Vorläufer-Standard von 5G, mit ihm erreicht das Unternehmen nach eigenen Angaben 99,9 Prozent der Bewohner in Waiblingen. „Diese gute LTE-Versorgung resultiert daraus, dass zwölf der 13 Mobilfunkstationen in Waiblingen die Technologie LTE an Bord haben“, betont Petendorf.

Bis Mitte 2021 sollen in Waiblingen insgesamt noch zwei weitere LTE-Bauprojekte im Vodafone-Netz realisiert werden. Dabei will Vodafone zwei vorhandene LTE-Stationen mit zusätzlichen LTE-Antennen ausstatten. Wer wissen will, wie die Versorgung für die eigene Adresse ist, klickt auf www.vodafone.de/hilfe/netzabdeckung.html.

Was sagt die Telekom zu ihren Plänen?

Lena Raschke von der Pressestelle der Deutschen Telekom will keine genauen Angaben zu den Standorten machen, an denen der Konzern in Waiblingen Mobilfunkstationen für 5G errichtet hat. „Jeder Leser kann unser Angebot nutzen, um nach Eingabe seiner Adresse nachzuprüfen, welcher Mobilfunkstandard konkret an seiner Adresse beziehungsweise seinem Wohnort möglich ist.“ Möglich ist dies unter www.telekom.de/start/netzausbau. In der Online-Karte der Deutschen Telekom sieht es übrigens so aus, als ob Hegnach noch einige Lücken bei 5G hat – in der Realität ist es allerdings großflächiger versorgt, wie die Telekom unserer Zeitung bereits im September 2020 mitteilte.

Vier weitere neue Standorte

Aktuell hat die Telekom an neun Standorten in Waiblingen 5G in Betrieb, die dafür alle aufgerüstet wurden. Vier neue Standorte sind zudem geplant. „Voraussichtlich werden diese bei der Inbetriebnahme auch mit 5G ausgestattet sein. Nach Inbetriebnahme der vier Neubaustandorte wird sich die Gesamtversorgungslage erheblich verbessern.“ Was dies genau für die bislang schlecht versorgten Ortschaften wie Bittenfeld und Hohenacker bedeutet, teilte die Telekom-Sprecherin allerdings nicht mit.

Was sagt die Stadt Waiblingen?

Klaus Läpple beschäftigt sich als Leiter der Abteilung Umwelt bei der Stadt Waiblingen mit dem Thema. Von Vodafone liegt ihm derzeit nur ein 5G-Standort in Planung vor: „Wir können an dieser Stelle keine exakten Standorte benennen, da keine Freigabe der Netzbetreiber vorliegt.“ Von der Telekom hat die Abteilung Umwelt neun in Betrieb befindliche Standorte für 5G vorliegen. „Dabei handelt es sich um bereits bestehende Standorte, die entsprechend erweitert wurden.“ Aktuell habe die Telekom vier Standortplanungen mitgeteilt, allerdings ohne Angabe eines genauen Zeitraumes.

Kindergärten, Wohngebiete und Schulen: Abstand ist Pflicht

Die Mobilfunkfirmen dürfen übrigens nicht überall Stationen errichten. Der Waiblinger Rahmenplan Mobilfunk gibt vor, dass zu sensiblen Bereichen wie Schulen und Kindergärten ein Abstand von 200 Metern eingehalten werden muss – und zu Wohngebieten nur 100 Meter. Grundsätzlich soll in Waiblingen der Vorsorgewert von zwei Volt pro Meter eingehalten werden, was nach Klaus Läpples Angaben etwa 30-fach unter dem Immissionsgrenzwert der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung liegt.

Wegen Corona fiel der Runde Tisch Mobilfunk im November 2020 aus

In der Regel wird die Erweiterung auf den 5G-Standard durch technische Änderungen umgesetzt, also ohne Nutzung neuer Funkfrequenzen. „Grundsätzlich handelt es sich um baurechtlich genehmigungsfreie Änderungen“, erklärt der Waiblinger Umweltbeauftragte Klaus Läpple. Im Rahmen des Runden Tischs Mobilfunk sollte das Thema 5G eigentlich im November 2020 eingehend besprochen werden. „Aufgrund von Corona musste das Treffen vertagt werden.“

Was macht Telefonica, die Nummer drei auf dem deutschen Markt?

Telekom und Vodafone sind übrigens nicht die einzigen Unternehmen, die in Waiblingen in 5G investieren. Die Nummer drei auf dem deutschen Markt, Telefonica (O2), hat in Waiblingen nach Angaben der Stadtverwaltung auch sechs Meldungen zur geplanten Erweiterung bestehender Standorte eingereicht. Sprecher Jörg Borm teilte auf Nachfrage mit, dass sein Unternehmen zunächst Anfang Oktober das 5G-Netz in den fünf größten deutschen Städten Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt gestartet habe und seitdem auch in weiteren Städten wie Düsseldorf, Essen und Stuttgart ausbaue. „In den kommenden Monaten werden wir 5G in immer mehr Städte und vor allem ländliche Regionen bringen.“

Aktuell ist nach Angaben von Telefonica jedoch noch kein konkreter 5G-Ausbau im Bereich Waiblingen geplant. Bis Ende 2021 sollen allerdings mehr als 30 Prozent und bis Ende 2022 bereits etwa die Hälfte der deutschen Bevölkerung von Telefonica mit 5G versorgt werden.

Schnelles mobiles Internet ist für die Zukunft einer Stadt entscheidend. Die Telekom hat in Waiblingen bereits in den neuen Mobilfunkstandard 5G investiert – und nun hat auch Wettbewerber Vodafone in der Kernstadt die erste 5G-Station in Betrieb genommen.

Konkret wurde laut Konzernsprecher Volker Petendorf der bestehende Mobilfunkstandort an der Johannes-Auwärter-Straße (Ecke Rötestraße) mit 5G-Technologie ausgestattet. Bis Mitte 2021 will das Unternehmen einen weiteren Standort

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