Waiblingen

Modelleisenbahnen: Corona steigert den Umsatz

Schweickhardt
Ulrich Schweickhardt und Stefan Lau allein im Geschäft: Loks und Waggons können zurzeit nur bestellt werden. © Gabriel Habermann

Ein bisschen ungläubig schauen sich Ulrich Schweickhardt und Stefan Lau am Mittwoch im leeren Geschäft um. Bis Dienstag brummte der Eisenbahn-Treffpunkt Schweickhardt in Beinstein, den die beiden leiten. Mit dem harten Lockdown endete die für die Fachhändler beste Zeit des Jahres abrupt: „Zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar machen wir normalerweise so viel Umsatz wie im Sommer in drei bis vier Monaten“, sagt Lau. Loks, Waggons und Zubehör sind ein beliebtes Weihnachtsgeschenk, und auch nach den Feiertagen basteln viele Familien gerne an ihrer Modelleisenbahn und brauchen dazu weiteres Zubehör.

Obwohl das Waiblinger Geschäft als einer der ersten Händler seit 1996 Modelleisenbahnen und Zubehör auch online anbietet, glauben Lau und Schweickhardt nicht, dass sie die Umsatzeinbußen mit dem Geschäft im Internet auffangen können: „Gerade vor Weihnachten kommen die Leute erfahrungsgemäß lieber persönlich vorbei, um alles genau anzuschauen und sicherzugehen, dass sie alle Geschenke rechtzeitig beisammenhaben“, sagt Schweickhardt. Dass Ware nicht einmal telefonisch bestellt und dann vor Ort abgeholt werden darf, trifft die Waiblinger hart, da dieses Angebot im ersten Lockdwown im Frühjahr gut angenommen worden war. Für alle, die sich vor dem Onlinehandel scheuen, bietet der Eisenbahn-Treffpunkt deshalb jetzt einen Lieferdienst an. Auch das sei aber nicht für alle eine Alternative: „Viele Kunden wollen die Produkte einfach lieber sehen und anfassen, bevor sie sich entscheiden.“ Das sei gerade bei einem Produkt wie Modelleisenbahnen besonders wichtig, da auch auf kleinste Farbnuancen und Details geachtet werde.

Zubehör für den Landschaftsbau ist sehr gefragt

Nichtsdestotrotz haben Stefan Lau, Ulrich Schweickhardt und ihre 14 Mitarbeiter Glück im Unglück. Denn auch wenn es voraussichtlich Einbußen im Weihnachtsgeschäft geben wird, verzeichnen sie im Vergleich zum Vorjahr insgesamt ein Umsatzplus. „Durch Corona sind die Leute viel zu Hause und wollen es sich dort schön machen. Viele erinnern sich dann an ihre Eisenbahn“, sagt Schweickhardt. Das liege vor allem daran, dass es unendlich viele Möglichkeiten gebe, sich kreativ zu beschäftigen, egal ob beim Landschaftsbau oder im Bereich der Elektrik. „Da ist für jedes Familienmitglied etwas dabei.“ Neueinsteiger gebe es kaum, aber viele holten ihre Loks, Waggons, Schienen und Zubehör aus den Kisten im Keller und auf dem Dachboden und stellten fest, dass Teile fehlen oder kaputt sind. „Unsere Werkstatt kommt in diesem Jahr kaum hinterher“, so Schweickhardt. Aber auch der Verkauf von Zubehör aller Art habe in diesem Jahr zugenommen: Besonders gefragt sind zum Beispiel Grasfasern und Hartschaum-Platten, mit denen Felsen modelliert werden können, sowie Farben, um Figuren zu bemalen, oder Material für den Bau von Häusern. Wenn Züge gekauft werden, laufen vor allem die Modelle, die aktuell auf den Schienen zu sehen sind. „Container- und Tankwagen sind gefragt, der Renner aber sind derzeit die Triebwagen von bwegt“, erklärt Schweickhardt.

Er will jetzt abwarten, wie sich das Geschäft während der Schließung, die zunächst bis zum 10. Januar dauert, entwickelt. Beim ersten Lockdown musste der Eisenbahn-Treffpunkt keine Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Trotz aller Schwierigkeiten bleibt Ulrich Schweickhardt optimistisch: „Es gab immer wieder Bedrohungen für den Einzelhandel, sei es durch Kaufhäuser oder Versandkataloge. Und doch konnten sich Fachhändler immer wieder durchsetzen, weil sie mit einem Showroom und guter Beratung punkten.“ Wichtig sei für die Zukunft, eine gute Mischung aus Präsenz vor Ort und Onlinehandel anzubieten. Denn Beratung kann das Internet nicht leisten. Oft kämen Kunden, die online vermeintlich ein Schnäppchen gemacht haben, das dann aber gar nicht so funktioniere oder aussehe wie gewünscht.

Ein bisschen ungläubig schauen sich Ulrich Schweickhardt und Stefan Lau am Mittwoch im leeren Geschäft um. Bis Dienstag brummte der Eisenbahn-Treffpunkt Schweickhardt in Beinstein, den die beiden leiten. Mit dem harten Lockdown endete die für die Fachhändler beste Zeit des Jahres abrupt: „Zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar machen wir normalerweise so viel Umsatz wie im Sommer in drei bis vier Monaten“, sagt Lau. Loks, Waggons und Zubehör sind ein beliebtes Weihnachtsgeschenk, und auch

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