Waiblingen

Musiktheater mit 170 Schülern

1/2
Theo
Das Musiktheater ist nominiert für den Lotto-Musiktheaterpreis 2017/2018. © Büttner / ZVW
2/2
Theo
Papierpanther Theo knabbert am liebsten leckere Wörter. © Benjamin Büttner

Waiblingen. Was für ein buntes Musiktheaterfest für die ganze Familie und vor allem für die mitspielenden 170 Schülerinnen und Schüler aus drei Schulen. Eine engagierte Gemeinschaftsleistung vieler Mitwirkender, die das fantasievolle Stück um die Traumabenteuer von „Theo, dem Papierpanther“ farbenprächtig auf die Bühne des voll besetzten Bürgerzentrums brachte. Theo also, ein Panther aus Papier, der passend zu den Kinder- und Jugendliteraturtagen, am liebsten „leckere Wörter knabbert“.

Karlchen, der bei Opa Kalle zu Besuch ist, hat sich dort mit einer Riesenschere einen Papierpanther ausgeschnitten. Und kaum ist er zwischen seinen Kuscheltieren eingeschlafen, beflügelt der Panther seine Träume und die Bühne wird zum Ort eines Reigens fantastischer Begebenheiten. Lustvoll zum Leben erweckt wird das alles von 170 Kids der Friedensschule Neustadt, der Haldenschule Rommelshausen und der Kunst und Keramik Kunstschule Weinstadt, besonders gefördert auch vom Zeitungsverlag und Druckhaus Waiblingen.

Schüchtern, aber neugierig

Da wird nun also der Panther lebendig und erkundet als an vier Stangen emporgehaltene Papierfigur herumstöbernd Opa Kalles Haus. „Ich bin ein lesendes Tier, ich bin aus Papier“, singt der Kinderchor dazu. Und von einem Erzähler erfährt man, „der Panther ist zwar schüchtern, aber überaus neugierig“. So begegnen ihm denn die Spinnen, die aber gerade für ein Turnturnier üben, sodass er sie nicht stören möchte.

Dann tritt ein quirliger Schwarm Mäuse auf. Aber denen möchte er keine Angst machen, und spricht sie auch nicht an. Dabei hört man, dass Theo keine Mäuse fängt, denn „er ernährt sich ausschließlich von schönen Worten“. All das wurde, in witzigen Kostümen, schön choreografiert und munter durch die Liveband der Musikschule Unteres Remstal begleitet, von immer neuen Schülergruppen dargestellt. Ein beständiges Fließen, wie im Traum.

In Opa Kalles Garten liegt ein Teich und wir sehen Theo dort eintauchen und sich zwischen einem schuppen-glitzernden Fischeballett mit wehenden Flossentüchern unter herabschwebenden großen Seifenblasen bewegen. Ein besonders schönes Bild. Aber ach: die Fische können auch nicht sprechen. Die Suche geht weiter.

Mit der Schwalbe Gigi in den Süden

Bis Theo schließlich in der Fabrik einer Stadt ein sich mechanisch bewegendes Arbeiterheer und dann aber auf einen blauen Papiercontainer trifft. Was könnte für ihn Besseres geben? Er richtet sich gemütlich ein, denn hier findet er „jede Menge leckere Wörter, die er essen kann“. Ein Festschmaus, der von einem beschwingten „Knibber-Knabber-Rap“ begleitet wird.

Aber dann kommen dem Panther Zweifel. „Ist das wirklich, was ich will? Nur Zeitung lesen und Wörter knabbern, das macht auch nicht glücklich“, als ergreifendes Duett von zwei düster kostümierten Schülern gesungen.

Es ist dann die Schwalbe Gigi, die Theo regelrecht abheben lässt. Gigi nimmt ihn mit auf ihrem Flug in den Süden, zum Sprechen, hin zur Freundschaft. Und als Karlchen, der Träumer nun erwacht, fühlt er sich „glücklich und leicht“.

Großes Finale, alle bunt und schmetternd auf der Bühne des Bürgerzentrums. Großer Jubel und Applaus.