Waiblingen

Nach dem Brand-Schock bei der Pferdemetzgerei Beerwart in Waiblingen

Pferdemetzgerei Beerwart
Heidemarie Beerwart an dem vollautomatischen Wurstkessel. © Alexandra Palmizi

Die Pferdemetzgerei Beerwart hat weiterhin geöffnet – das ist keine Selbstverständlichkeit nach dem Brand vom frühen Mittwochmorgen. „Wir waren dem ganzen Tag am Schrubben und Putzen“, sagt Inhaberin Heidemarie Beerwart. Nach dem Brand eines vollautomatischen Wurstkochkessels, der zur Herstellung von Tierfutter benutzt wird, war das Gebäude zunächst stark verraucht. Der Qualm hat sich nach intensivem Belüften durch die Feuerwehr verzogen, somit trat ein anderes Problem zutage: Der Fettdampf hatte sich überall verteilt. „Alles war gelb vom Fett.“ Wie schwer sich das von Wänden und Geräten entfernen lässt, ahnen alle, denen – in weit geringerem Ausmaß - schon einmal in der Küche zu Hause ein Topf übergekocht oder Fett in der Pfanne angebrannt ist.

Besorgte Anrufe: Der Laden hat wie gewohnt geöffnet

Nun hat der vollautomatische Wurstkochkessel keine haushaltsübliche Größe, sondern fasst etwa 80 Kilo Fleisch. Nach Angaben von Heidemarie Beerwart führte ein Defekt am Thermostat dazu, dass er den Kessel immer weiter aufheizte, obwohl sich kein Wasser mehr darin befand. Zum Glück habe ein Nachbar die Rauchentwicklung bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Zum Glück auch sei die Tür zum Laden geschlossen gewesen, so dass die dort ausliegende, überwiegend vakuumierte Ware von Rauch und Fettdampf verschont blieb. So konnte der Verkauf fast normal weiterlaufen. Zu dritt mussten und müssen Heidemarie Beerwart und ihre Mitarbeiter allerdings ein Gebäude von insgesamt 600 Quadratmetern Fläche reinigen - „damit sind wir die ganze Woche noch beschäftigt“.

Die Produktion kann weiterlaufen

Am Donnerstag war der Laden ohne besondere Einschränkungen geöffnet. Ganz vorsichtig hätten die ersten Kunden die Tür aufgemacht und angefragt. Auch gab es am Vormittag mehrere besorgte Anrufe.

Die Produktion kann trotz des Schadens weiterlaufen. Denn in der Räucheranlage der Metzgerei besteht eine weitere Kochmöglichkeit, die sonst nicht genutzt wurde, weil sie mehr Energie braucht. Das Wichtigste: Personen kamen nicht zu Schaden. Über die genaue Höhe des Sachschadens weiß die Inhaberin aktuell noch nicht Bescheid.

Früher in der Innenstadt, heute im Gewerbegebiet Ameisenbühl: Seit Generationen gehört die Pferdemetzgerei Beerwart zu Waiblingen. Sie war auf Öko-Märkten präsent und wurde als Alternative zur industriellen Massenproduktion, bei der Tierwohl eine untergeordnete Rolle spielt, geschätzt.

Vor vier Jahren entschied sich der Familienbetrieb wegen des hohen Aufwands, nur noch Tierfutter herzustellen und zu verkaufen - und keine Ware für den Lebensmittelkonsum durch Menschen zu produzieren.

Die Pferdemetzgerei Beerwart hat weiterhin geöffnet – das ist keine Selbstverständlichkeit nach dem Brand vom frühen Mittwochmorgen. „Wir waren dem ganzen Tag am Schrubben und Putzen“, sagt Inhaberin Heidemarie Beerwart. Nach dem Brand eines vollautomatischen Wurstkochkessels, der zur Herstellung von Tierfutter benutzt wird, war das Gebäude zunächst stark verraucht. Der Qualm hat sich nach intensivem Belüften durch die Feuerwehr verzogen, somit trat ein anderes Problem zutage: Der Fettdampf

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