Waiblingen

Nach dem Tod von Eva Mayr-Stihl: Das ändert sich in der Stiftung

Michael von Winning
Michael von Winning im Stiftungsgebäude mit Blick auf Galerie Stihl und Haus der Stadtgeschichte. © Gabriel Habermann

Die Eva Mayr-Stihl Stiftung wird auch nach dem Tod ihrer Stifterin im April weiterwachsen. Das Fördervolumen soll steigen, kündigt Vorstandsmitglied Michael von Winning (40) an. Die Stiftung übernimmt zugleich Gesellschafteranteile von Eva Mayr-Stihl beim Waiblinger Weltmarktführer für Motorsägen.

Die Stiftung wurde 1986 von Eva Mayr-Stihl und ihrem Ehemann Robert Mayr gegründet. Inzwischen sind 50 Millionen Euro Fördergelder an Projekte aus den Bereichen Wissenschaft, Medizin und Kultur vergeben, davon allein rund 20 Millionen Euro in den Jahren 2020 und 2021. „Eva Mayr-Stihl hat schon frühzeitig die Weichen für die Zukunft gestellt“, erklärt Michael von Winning. „Deshalb haben wir schon in den vergangenen beiden Jahren die Fördersummen aufgestockt. Wir werden auch in den nächsten Jahren wachsen, allerdings moderat.“

„Mehr Geld bedeutet auch mehr Verantwortung für die Stiftung“

Michael von Winning kommt von der Robert-Bosch-Stiftung. Er ist seit Januar Vorstandsmitglied neben dem Vorstandsvorsitzenden Robert Mayr. Winning ist vor allem für die Programme und die Strategie der Stiftung zuständig. Mehr Geld in der Stiftung bedeutet auch mehr Verantwortung, sagt er. Das Fördervolumen soll auf 15 bis 20 Millionen Euro pro Jahr steigen. Profitieren werden vor allem die drei strategischen Partner der Stiftung: das Klinikum Stuttgart, die Universität Freiburg und die Stadt Waiblingen.

„Unsere Rolle ändert sich“, sagt Michael von Winning. „Die Projekte werden größer und strategischer.“ Ein Beispiel ist die Universität Freiburg. Bisher hat die Stiftung etwa Professuren für Forstgeschichte oder Genetik unterstützt. Jetzt wagt sie sich zusammen mit der Universität an ein Großprojekt unter dem Namen Umwelttechnikum. Die Stiftung unterstützt das Vorhaben mit vier Millionen Euro.

Das Umwelttechnikum der Universität Freiburg ist ein mit hochwertiger Forschungstechnik ausgestattetes Terrarium für Bäume mit zusätzlichen großen Gewächshäusern und Freilandflächen, das vielen Wissenschaftlern offensteht. Im Terrarium können etwa Boden, Feuchtigkeit, Temperatur oder Atmosphäre verändert und die Folgen für die Pflanzen untersucht werden.

„Bisher wurde der Wald allgemein über lange Zeiträume beschrieben oder auf Molekül-Basis im Detail untersucht. Dieses Projekt versucht, die Forschungslücke dazwischen zu schließen“, erklärt Michael von Winning. Entstanden ist die Idee in Gespräch mit den Forstwissenschaftlern in Freiburg. „Die Frage war, was fehlt der Fakultät? Und wie können wir weitere Entwicklungsschritte ermöglichen?“

Forstwissenschaft an der Universität Freiburg in Zeiten des Klimawandels

Die Forstwissenschaft ist heute wichtiger denn je. Denn die Auswirkungen des Klimawandels durch mehr Hitzetage und weniger Regen setzen auch den deutschen Wald unter Stress.

Ein anderes Beispiel für die Arbeit der Stiftung ist das Stuttgart Cancer Center, das am Klinikum Stuttgart fachübergreifend die Kompetenz der Krebsmedizin bündelt. Jetzt unterstützt die Stiftung personalisierte Krebsmedizin. Untersucht wird die spezielle Ausprägung des Krebses bei einem Patienten. Das erfordert Spezialisten, die die Daten auswerten können und daraus aufbauend, eine individuelle Therapie mit Medikamenten für jeden einzelnen Patienten entwickeln. Das Klinikum hat für diese Arbeit im vergangenen Jahr rund vier Millionen Euro erhalten.

Waiblingen profitiert weiter von der Arbeit der Eva Mayr-Stihl Stiftung. Im vergangenen Jahr wurde der Kultursommer unterstützt. In diesem Jahr etwa die im November beginnende Ausstellung über die politisch-satirische Wochenzeitung Simplicissimus in der Galerie Stihl.

Die Eva Mayr-Stihl Stiftung wird auch nach dem Tod ihrer Stifterin im April weiterwachsen. Das Fördervolumen soll steigen, kündigt Vorstandsmitglied Michael von Winning (40) an. Die Stiftung übernimmt zugleich Gesellschafteranteile von Eva Mayr-Stihl beim Waiblinger Weltmarktführer für Motorsägen.

Die Stiftung wurde 1986 von Eva Mayr-Stihl und ihrem Ehemann Robert Mayr gegründet. Inzwischen sind 50 Millionen Euro Fördergelder an Projekte aus den Bereichen Wissenschaft, Medizin und

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