Waiblingen

Nach Elvis’ Tod: Keine Beweise

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Terrier Elvis, wo er am häufigsten anzutreffen war: In der Avia-Tankstelle von „Helmut und Helmut“. © Privat

Waiblingen. Vor vier Monaten wurde der kleine Tankstellen-Hund Elvis von einem aggressiven Vierbeiner auf offener Straße totgebissen. Bei den Ermittlungen konnte die Polizei bisher keinen Tatnachweis führen. Derweil erwägt Elvis’ Herrchen Helmut Gehring den Kauf eines neuen Hundes.

Helmut Gehring und der Terrier Elvis hingen aneinander, waren unzertrennlich. Umso schwerer hat den Pächter der als „Helmuts und Helmuts“ stadtbekannten Avia-Tankstelle in der Fronackerstraße der plötzliche Tod seines Lieblings getroffen: „Die erste Zeit war wirklich schlimm.“ Ein bisschen Trost spendete Terrier-Bruder Eddy, welcher wie einst Elvis zum Inventar der Tankstelle zählt und der Schwiegertochter gehört. Mittlerweile hat der 69-Jährige mit der Züchterin gesprochen, bei der Eddy und Elvis aufwuchsen, und will sich dort bei Gelegenheit nach einem neuen Hund umschauen. Denn: „So ganz allein, das ist auch nichts.“

In Extremfällen droht ein Maulkorb oder der Entzug des Hundes

Am 10. November war der putzige Elvis beim Spaziergang an der Bahnhofstraße von einem aggressiven Hund, vermutlich einem Husky, angefallen und brutal getötet worden. Innerhalb weniger Minuten war Helmut Gehring beim Tierarzt, doch da hatte das Herz des kleinen Hundes schon aufgehört zu schlagen. Viel Anteilnahme brandete dem Automechaniker entgegen, im sozialen Netzwerk wie im realen Leben. Die Polizei ging Hinweisen von Zeugen nach, übertrug den Fall der Hundeführerstaffel, wobei auch verdächtige Personen ermittelt wurden – ein eindeutiger Tatnachweis ließ sich aber nicht führen.

Nach Augenzeugenberichten soll der bissige Hund unangeleint mit einer Gruppe Punks und eventuell anderen Hunden unterwegs gewesen sein. Sofern es sich um das Milieu von Menschen ohne festen Wohnsitz handelt, erschwert das die Ermittlungen. Abgeschlossen sind sie grundsätzlich nicht, sagt ein Polizeisprecher. „Die Akte ist nicht geschlossen.“

Wären Hund und Halter klar identifiziert, hätte die örtliche Ordnungsbehörde verschiedene Optionen, die vom Bußgeld über Maulkorb-Pflicht im Extremfall bis zum Entzug des Hundes reichen. Dazu müsste das Tier als „gefährlicher Hund“ eingestuft werden, erläutert Oliver Conradt, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste im Rathaus. Dies geschieht noch nicht bei normalen Rangeleien unter Hunden, jedoch dann, wenn Menschen verletzt oder gefährdet werden. Dann kann der Halter verstärkt in die Pflicht genommen werden, zum Beispiel dergestalt, dass der Hund nur noch von zuverlässigen Leuten und selbstverständlich an der Leine geführt werden darf.

Der weitaus größte Teil der Hundehalter hält sich an die Regeln

Leinenzwang gilt in Waiblingen innerorts und in Grünanlagen wie etwa der Talaue. „Der weitaus größte Teil der Hundehalter achtet peinlich genau darauf, dass ihre Hunde niemanden belästigen oder gefährden - und sie räumen auch den Hundekot weg.“ Ausnahmen bestätigen die Regel und sorgen für nachvollziehbaren Ärger. „Aber die meisten verhalten sich mehr als regelkonform.“

Fällt ein unangeleinter Hund ein anderes Tier an, handelt es sich entweder um eine Ordnungswidrigkeit oder um eine Straftat. Letzteres aber nur in seltenen Fällen, wenn nach wiederholten Vorkommnissen von Fahrlässigkeit auszugehen ist.

Wer noch Hinweise geben kann zu der Attacke auf Elvis, die sich am 10. November ereignete, kann sich unter 0 71 51/95 00 bei der Polizei melden.

Leinenzwang innerorts und in der Talaue

In Waiblingen gilt innerorts und in Grünflächen wie der Talaue Leinenzwang. Auf Verstöße reagiert der Ordnungsdienst normalerweise mit einer mündlichen Verwarnung, kann aber auch Bußgelder verhängen.

Fürs Nicht-Anleinen eines Hundes droht ein Bußgeld von 25 Euro, bei Belästigung von Mitbürgern 50 und bei Gefährdung 75, je zuzüglich Bearbeitungskosten von 28,50 Euro. Ein Bußgeld von 50 Euro gilt bei Hinterlassen von Hundekot.

Im Jahr 2016 führte der Ordnungsdienste 25 „Gespräche“ mit Hundehaltern beziehungsweise sprach Verwarnungen aus.

Drei Fälle freilaufender, aggressiver Hunde wurden aktenkundig. Menschen wurden dabei nicht verletzt. Zehn Kampfhunde waren bekannt. Seitens der Polizei ergingen zwei Mitteilungen an die Ordnungsbehörde, die Hundehalter gründlich zu überprüfen. Insgesamt keine hohen Zahlen: „Wir stehen gut da in Waiblingen“, meint Oliver Conradt vom Fachbereich Bürgerdienst.