Waiblingen

Nach Maibaum-Umsturz in Weinstadt: Wo gibt es in Waiblingen, Kernen und Korb einen Maibaum?

Maibaum symbol symbolbild symbolfoto
Symbolfoto. © Joachim Mogck

Nachdem Sturmböen am Dienstagvormittag, 4. Mai, den Maibaum in Endersbach zu Fall gebracht haben, ist unsere Redaktion der Frage nachgegangen, ob in den Nachbarkommunen Waiblingen, Kernen und Korb eigentlich dieses Jahr Maibäume aufgestellt wurden. Traditionelle Feiern sind wegen Corona ja nicht möglich. Auch wollten wir wissen, welche Sicherheitsvorkehrungen bei einem Maibaum hinsichtlich des Materials sowie beim Auf- und Abbau beachtet werden müssen – und ob eine Versicherung Pflicht ist.

In der Waiblinger Ortschaft Bittenfeld wurde auch in diesem Jahr wieder ein Maibaum aufgestellt. Ortsvorsteherin Veronika Franco Olias: „Nur das festliche Aufstellen mit der Bevölkerung hat – coronabedingt – nicht stattfinden können.“ Der Maibaum wurde durch örtliche Handwerker und Landwirte unter Anleitung der Abteilung Bittenfeld der Freiwilligen Feuerwehr Waiblingen aufgestellt.

2019 ist in Neustadt das letzte Mal ein Maibaum aufgestellt worden

In Neustadt stand das letzte Mal ein Maibaum im Jahr 2019 auf dem Rathausplatz. Der Maibaum wurde dort laut Ortsvorsteherin Daniela Tiemann immer von der Abteilung Neustadt der Feuerwehr Waiblingen anlässlich des Maibaumfestes der Feuerwehr aufgestellt. 2020 und 2021 hat die Abteilung Neustadt keinen Baum aufgestellt, da es wegen Corona auch kein Fest gab.

In Hegnach gibt es einen Maibaum

Der Maibaum hat auch in Hegnach Tradition. Der BdS Hegnach hat laut Ortsvorsteher Markus Motschenbacher sowohl vergangenes Jahr als auch dieses Jahr am 30. April einen Maibaum auf dem Schafhofvorplatz aufgestellt. „Das ist eine erfreuliche Konstante in der aktuellen Zeit“, betont Motschenbacher. Das Fest beim Aufstellen des Maibaums und am Tag danach fiel sowohl 2020 als auch 2021 aus Pandemie-Gründen aus. Auf der Korber Höhe wurde von dem Verein Kompass früher ebenfalls ein Maibaum aufgestellt. Auch das unterblieb 2020 und 2021 wegen der Pandemie.

Der Stadt Waiblingen ist kein Unfall im Zusammenhang mit Maibäumen bekannt

Oberbürgermeister Andreas Hesky geht davon aus, dass die Initiativen, die bisher Maibäume in Waiblingen und den Ortschaften aufstellten, dies 2022 fortsetzen werden, da Maibäume zu Kultur und Brauchtum gehören, aber auch zum gesellschaftlichen Miteinander beitragen und eine lange Tradition haben. Oliver Conradt, Abteilungsleiter Ordnungswesen bei der Stadt, ist zudem kein entsprechender Unfall im Zusammenhang mit Maibäumen in Waiblingen und den Ortschaften bekannt.

Kontrolle der Standsicherheit ist nötig

Mitglieder örtlicher Vereine und einzelne Bürger sind laut der Unfallkasse Baden-Württemberg beim Maibaumaufstellen gesetzlich unfallversichert, wenn sie im Auftrag der Gemeindeverwaltung unentgeltlich beim Aufstellen des Maibaums beteiligt sind. Gesetzlich unfallversichert sind nur Personen, jedoch keine Sachschäden. Für Maibäume gilt die Verkehrssicherungspflicht des Eigentümers oder der Verantwortlichen, solange der Baum steht. Sie müssen alle erforderlichen und zumutbaren Maßnahmen ergreifen, um eine Gefährdung oder Schädigung Dritter auszuschließen – und dazu gehört auch die Kontrolle der Standsicherheit.

Bund der Selbstständigen organisiert in Korb die Aktion

Martina Dietrich, Inhaberin des Geschäfts „Maultaschen & Mehr“ aus Korb, ist im Bund der Selbstständigen Korb (BdS) für das Thema Maibaumaufstellen zuständig. Noch 2020 hatte sich der Verein entschieden, einen Maibaum auf dem Korber Seeplatz aufzustellen. Der BdS verzichtete wegen der Corona-Pandemie lediglich auf die Feier und kündigte das Ereignis auch nicht an, um so Menschenansammlungen zu vermeiden.

In Korb musste 2021 das Aufstellen des Maibaums ausfallen

2021 sollte eigentlich genauso verfahren werden. Dabei sollte erneut die Korber Firma „Die Dachdecker“ alles stemmen, die dafür seit neun Jahren zuständig ist. Durch krankheitsbedingte Ausfälle, erzählt Martina Dietrich, sei die Maibaumaufstellung dann aber ausgefallen. Für 2022 ist sie natürlich wieder geplant.

Nur einmal in den vergangenen Jahren ist der Maibaum in Korb an einer anderen Stelle aufgerichtet worden, nämlich am Kelterplatz. „Das lag an Umbauarbeiten am Korber Seeplatz“, erläutert Martina Dietrich. Der Baum damals sei allerdings kleiner gewesen und habe auch nicht das Zunftzeichen enthalten. An Unfälle im Zusammenhang mit dem Maibaum kann sich Martina Dietrich nicht erinnern – zumindest nicht in jenen 15 Jahren, seitdem sie beim Bund der Selbstständigen dabei ist. Für den Maibaum in Korb sei dabei stets eine eigene Versicherung abgeschlossen worden.

In Rommelshausen gibt es dieses Jahr keinen Maibaum

In Kernen wurden die Aufstellung des Maibaums und das Maibaumfest im Ortsteil Rommelshausen in der Vergangenheit seitens des Gewerbevereins Kernen (GVK) organisiert. Das teilt Susanne Herrmann mit, die bei der Gemeinde Kernen für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist. Auf die Aufstellung sei 2021 bewusst verzichtet worden, weil coronabedingt auch in diesem Jahr kein Maibaumfest stattfinden konnte.

Kernen setzt alternativ auf einen Mini-Maibaum

Stattdessen ist die Spendenaktion mit einem 1,50 Meter hohen „Mini-Maibaum“ ins Leben gerufen worden. Dieser dient laut Susanne Herrmann als Spendenbox und steht derzeit im Café Merlin in Rommelshausen. „Zusätzliche Spendenboxen sollen in weiteren Betrieben aufgestellt werden.“ Mit den Spendengeldern soll Mitbürgern und örtlichen Betrieben geholfen werden, die durch die Corona-Maßnahmen in Not geraten sind.

Maibäume wurden in Kernen regelmäßig auf Materialermüdung kontrolliert

Die bisherigen Maibäume in Kernen wurden laut Susanne Herrmann regelmäßig auf Materialermüdung überprüft. Für die Maibaumaufstellung im Jahr 2019 sei ein neuer Baum verwendet worden. „Die Aufstellung erfolgte jeweils mit einem Autokran und der gesamte Straßenbereich und der Marktplatz wurden hierfür abgesperrt“, berichtet Susanne Herrmann. Es sei darauf geachtet worden, dass sich keine Personen im betroffenen Bereich aufhalten. „Auf dem Marktplatz ist eine entsprechende Bodenhülse vorhanden, in die der Maibaum eingesetzt und befestigt werden kann.“

In Kernen gab es einen Unfall

Mit einer Haftpflichtversicherung wurde laut der Kernener Pressesprecherin jeweils die Gesamtveranstaltung abgesichert. Sprich: Das betrifft das eigentliche Maibaumfest. Andere Maibäume als jenen am Marktplatz in Rommelshausen gibt es in Kernen nicht. Allerdings hat sich einmal etwas Ähnliches ereignet wie jüngst in Endersbach: Vor rund zehn Jahren ist laut Susanne Herrmann einmal ein Maibaum abgeknickt, ebenfalls aufgrund stürmischer Witterung. „Passiert ist damals glücklicherweise nichts. Es war an einem Sonntag und der Platz war vollkommen leer.“

Nachdem Sturmböen am Dienstagvormittag, 4. Mai, den Maibaum in Endersbach zu Fall gebracht haben, ist unsere Redaktion der Frage nachgegangen, ob in den Nachbarkommunen Waiblingen, Kernen und Korb eigentlich dieses Jahr Maibäume aufgestellt wurden. Traditionelle Feiern sind wegen Corona ja nicht möglich. Auch wollten wir wissen, welche Sicherheitsvorkehrungen bei einem Maibaum hinsichtlich des Materials sowie beim Auf- und Abbau beachtet werden müssen – und ob eine Versicherung Pflicht

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