Waiblingen

Nach Schaden an der Oberleitung: Intercity evakuiert

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Waiblingen.
Nichts ging mehr. Ein Intercity aus Nürnberg hat am Donnerstagabend im Waiblinger Bahnhof eine Oberleitung heruntergerissen. 160 Reisende saßen mehr als eine Stunde lang im Zug fest. Der komplette Bahnverkehr ins Remstal war bis in die Nacht lahmgelegt. Am Karfreitag verkehrten S-Bahnen und Regionalzüge wieder normal.

Kurz nach 18 Uhr meldete der Verkehrsverbund Stuttgart: „Wegen einer Oberleitungsstörung wurde der Zugverkehr auf dem Streckenabschnitt zwischen Waiblingen und Endersbach vorübergehend eingestellt.“ Was war passiert? Um 17.40 Uhr hat der Lokführer eines Intercitys aus Nürnberg bei der Durchfahrt im Waiblinger Bahnhof bemerkt, dass an der Oberleitung etwas nicht stimmt. Er leitete eine Notbremsung ein. Zu spät. Der Stromabnehmer seiner Lokomotive riss ab und hing auf einem Waggon. Das Notfallmanagement lief an, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn AG gestern: Der Strom wurde abgestellt, die Leitung geerdet. Im stromlosen Zug saßen 160 Reisende im Dunkeln fest. Keine Tür ließ sich mehr öffnen.

Bis die Fahrgäste den Zug verlassen konnten, dauerte es mehr als eine Stunde. Der Grund: Sicherheit. Schließlich haben die Leitungen 15 000 Volt. Weitab vom gefährlichen Stromkabel konnte schließlich eine Tür geöffnet werden. Gegen 19 Uhr wurde der Zug evakuiert. Die Fahrgäste mussten entlang der Gleise rund 200 Meter zum Bahnhof laufen, wobei die Feuerwehrleute einigen Reisenden beim Gepäck half. „Alles erfolgreich abgeschlossen“, vermeldet schließlich Jochen Wolf, der Kommandant der Waiblinger Feuerwehr.

Es sei alles ruhig und ohne Panik verlaufen, zieht Wolf am nächsten Tag Bilanz, zumal es keine medizinischen Notfälle gegeben hat. Die größte Sorge der Reisenden war wohl: Wie geht’s weiter? Entweder mit dem Bus zurück nach Endersbach in Richtung Aalen, oder mit der S-Bahn weiter nach Stuttgart. Bis die Bahnstrecke wieder frei war, dauerte es bis Freitag. Der nicht mehr fahrtüchtige Zug musste abgeschleppt und die Oberleitung repariert werden. Um 1.39 Uhr war die Störung beendet. Gestern war der Fahrplan wieder im Takt.

Über die Ursache des Oberleitungsschadens könne derzeit nur spekuliert werden, sagte der Bahnsprecher. Solche gebe es immer wieder. Im Sommer 2014 hatte ebenfalls im Bereich des Waiblinger Bahnhofs ein Lastwagen einen Masten gestreift und die Oberleitung beschädigt. Die Folgen waren wie am Donnerstag: Der Zugverkehr war über Stunden komplett lahmgelegt.

Von Donnerstag Nachmittag bis in die Nacht hinein fuhren ins Remstal keine Züge und keine S-Bahnen mehr. Die Deutsche Bahn richtete zwischen Endersbach und Fellbach einen Busersatzverkehr ein. Die S-Bahnen der Linie S2 verkehrten im 30-Minuten-Takt, und zwar nur zwischen Fellbach und Filderstadt sowie zwischen Schorndorf und Endersbach. Die S-Bahn Linie S3 fuhr zwar weiter zwischen Flughafen und Backnang über Waiblingen. Aber es kam auch dort zu Verspätungen und einzelnen Zugausfällen, teilte die Bahn mit.

Betroffen von der Störung in Waiblingen waren auch die Linien S1, S4, S5, S6/S60, bei es zu Verspätungen kam. Der Regionalverkehr der Linie R2 (Stuttgart-Aalen) war unterbrochen. Endstation für die Züge aus Aalen war Schorndorf. Wieviele S-Bahnen von der Störung betroffen waren, konnte der Bahnsprecher gestern nicht sagen.

Gerade ist bei der Bahn wieder einmal der Wurm im drin. In den vergangenen Tagen haben sich die Pannen im Bahnverkehr gehäuft.

Donnerstag, 17. März, 7.47 Uhr: Wegen einer Signalstörung in Stuttgart Bad-Cannstatt, kommt es auf den Linien S1, S2 und S3 zu Verspätungen und Zugausfällen.
8.04 Uhr: Weichenstörung im Stuttgarter Hauptbahnhof. Wegen einer Weichenstörung zwischen Stuttgart Hbf. Tief Richtung Stuttgart Bad-Cannstatt, kommt es auf allen Linien der S-Bahn Stuttgart zu Verspätungen und Zugausfällen.

Freitag, 18. März, 17.34 Uhr: Wegen einer technischen Störung an einem Regionalzug in Schwaikheim, kommt es momentan auf der Linie S3 zu Verspätungen und Zugausfällen.

Sonntag, 20. März, 14.35 Uhr: Auf Grund einer Fahrzeugstörung in Stuttgart tief, kommt es auf allen Linien zu erheblichen Verspätungen. Es kommt auch zu Teilausfälle und Ausfälle.

Montag: 21. März, 6.33 Uhr: Signalstörung.

Mittwoch, 23. März, 16.34 Uhr: Wegen eines Verdachts auf Schienenbruch, ist der Streckenabschnitt zwischen Grunbach und Schorndorf nur eingleisig für den Zugverkehr befahrbar.

Donnerstag, 24. März, 18.03 Uhr: Wegen einer Oberleitungsstörung, wurde der Zugverkehr auf dem Streckenabschnitt zwischen Waiblingen und Endersbach vorübergehend eingestellt.