Waiblingen

Nachbau von Waiblingen 1980

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Lothar Krieger (links) und Günther Scheerschmidt beim Fachsimpeln. © Schneider / ZVW
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Nach Lidl-Bebauung abgerissen: Vereinsdomizil in der Bahnmeisterei. © Schneider / ZVW
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Erntezeit bei der Gärtnerei Grüninger. © Schneider / ZVW
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Über dem Wendebogen wird nicht etwa Fellbach, sondern die Waiblinger Altstadt aufgebaut. © Schneider / ZVW

Video: Der Modelleisenbahnclub zeigt am 21. und 22. Januar den Waiblinger Bahnhof.

Waiblingen-Neustadt. Wer vom schäbigen neuen Waiblinger Bahnhof die Nase voll hat, kann bei der Ausstellung des Modelleisenbahnclubs am Wochenende einmal das alte Gebäude bewundern. Die Hobby-Eisenbahner vom Verein haben die gesamte Umgebung so nachgebaut, wie sie um 1980 aussah.

19 Meter umfasst die stattliche, voll digitalisierte Modulanlage im Baumaßstab 1:87 inzwischen, seit Jahrzehnten baut der Club sich Stück für Stück vorwärts. Außer dem alten Bahnhofsgebäude mitsamt Bushaltestellen, Unterführung und Fußgängersteg sind der Lagerplatz der Ziegelei Hess zu sehen, die Äcker und Beete der Gärtnerei Grüninger sowie natürlich das markante Stellwerk. An der Kreuzung Mayenner Straße/Devizesstraße (heute Partnerschaftskreisel) prangt die damalige Plakatwerbung für Lotto, Stuttgarter Hofbräu und Bürger-Maultaschen. Die Shell-Tankstelle sieht eher aus wie heute, ganz besonders die Preise. Wer genau hinguckt, kann liebevolle Details entdecken: Auf einer Bank zwischen Murrbahn und Westtangente knutscht ein Pärchen, in der Neuen Rommelshausener Straße steigt ein Kanalarbeiter aus dem Gulli-Loch. Im Bereich Weidach freilich haben die Bastler zugegebenermaßen ein bisschen geschönt: Die netten Kleingärten und Felder machen sich auf der schmucken Anlage einfach besser, als es die damals noch stehende riesige Schofer-Ziegelei getan hätte.

Der Verein zählt knapp 20 Mitglieder

Bestandteil der Anlage im H0-Format ist auch das ehemalige Gebäude der Bahnmeisterei, in welchem der Modelleisenbahnclub lange Zeit sein Domizil hatte, bis es nach der kompletten Neugestaltung des Areals mit Lidl-Markt und Ludwig-Schlaich-Akademie ein Fraß für den Abrissbagger wurde. Das war 2012. Die Suche nach einem neuen Vereinsheim verlief intensiv, jedoch erfolglos - zumindest in Waiblingen. Eine neue Bleibe fanden die Bastler schließlich im Gebäude der ehemaligen Firma Eimer in Korb. Die Unterkunft hat ihre Vorzüge, so befinden sich im Gegensatz zu früher Werkstatt und Anlage auf einer Ebene, und über den Aufzug lassen sich die schweren Module einfacher transportieren. Der Verein zählt knapp 20 Mitglieder, davon 14 aktive, außerdem hat er eine dreiköpfige Jugendgruppe. Die Generation Smartphone lässt sich grundsätzlich zwar schwerer für das Modellbauer-Hobby begeistern als früher, legt aber Kreativität, handwerkliches Geschick und technisches Verständnis an den Tag – und die 20-Jährigen umso mehr.

Mit der Rhätischen Bahn über tiefe Alpenschluchten

Dass der MEC noch weit mehr zu bieten hat, als „nur“ die Waiblinger Bahnhofsgegend, davon können sich die Besucher der Ausstellung in der Neustädter Gemeindehalle überzeugen: Lothar Krieger baut die Waiblinger Altstadt nach, ein Abschnitt der Kurzen Straße ist fertig, der gesamte Marktplatz soll noch folgen. Bewundern kann man auch das Neustädter Viadukt. Von der Rhätischen Bahn, Traum aller Zugfans, ist ein spektakulärer Abschnitt zwischen Bergün und Preda zu sehen. Auf einer acht mal drei Meter großen Ovalanlage werden verschiedene Züge der Spurgröße 1 ihre Runden drehen. Außerdem gibt es Traktoren, Kleinmodelle und Dioramen von Heiko Jeutter aus Schwendi, und Bernd Schmitz zeigt Dioramen in verschiedenen Spurweiten sowie eine Spur-Z-Kofferanlage bis zu pickenden Hühnern im Maßstab H0.

Die Ausstellung

Die Ausstellung des Modelleisenbahnclubs Waiblingen hat am Wochenende, 21. und 22. Januar, in der Gemeindehalle Neustadt geöffnet. Die Öffnungszeiten: Samstag von 11 bis 18 Uhr und Sonntag von 11 bis 17 Uhr.

Für Kinder gibt es einen Bastel-Workshop. Außerdem kann man einem Mitglied beim Bauen von Modellhäusern über die Schulter schauen.