Waiblingen

Natur-Kita nur mit Kleintieren

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Alpakas müssen draußen bleiben. In der Natur-Kita sind nur Kleintiere wie Hasen und Hühner erlaubt. © ZVW/Sarah Utz
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Sozialpädagogin Joy Fehm möchte hier an der Waldmühle einen Kindergarten aufbauen.
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Drei der vier Alpakas der Waldmühle. © Alexandra Palmizi

Waiblingen. Im geplanten Naturkindergarten in der Waldmühle dürfen sich Kinder künftig um Kleintiere wie Hasen oder Hühner kümmern, die auf dem angrenzenden Gelände lebenden Alpakas und Ponys jedoch müssen von der Kita getrennt bleiben. Gegen die rein private Haltung der größeren Tiere spricht aus Sicht der Stadt nichts.

Auf dem Gelände der Waldmühle nahe der Rems plant Eigentümerin Joy Fehm einen Naturkindergarten mit 40 Ganztagesplätzen für Kinder ab drei Jahren aufzubauen. Das Okay für den Neubau im landschaftlich reizvollen Gebiet hat die Stadt schon vor Monaten erteilt. Allerdings: Zweifel an der Rolle der Tiere für die Einrichtung wurden in der Vergangenheit von verschiedener Seite geäußert. So etwa von Stadtrat Peter Beck (SPD), der im Ratsausschuss darauf pochte, dass nur die Haltung der Kleintiere genehmigungsfähig sei, während die Waldmühle auf Fotos mit ihren Alpakas werbe.

Kita und Jugendfarm können aufeinander aufbauen

Das Kindergartengesetz setzt für den Umgang mit Tieren aus verschiedenen Gründen Grenzen, sagt Erste Bürgermeisterin Christiane Dürr auf Anfrage. Ställe ausmisten werden die Kinder gewiss nicht. Unabhängig von den Kita-Plänen und schon bevor sie diese öffentlich machte, bot und bietet Sozialpädagogin Joy Fehm tiergestützte Arbeit und Erlebnispädagogik, etwa in Form von Kindergeburtstagen, Eltern-Kind-Kursen oder Alpaka-Wanderungen, an. Wie sie bei der Vorstellung ihres Konzepts versicherte, sollen Tiere und Kita organisatorisch getrennt bleiben. So ist es mit der Stadt vereinbart, ohne die Trennung hätte es für die Pläne wohl kein grünes Licht gegeben. Jedoch ist geplant, dass Waldmühle und Kita „täglich“ zusammenarbeiten. „Wir werden es so umsetzen, dass es genehmigungsfähig ist.“ Die Kinder sollen naturnahe Erfahrungen machen, den Anbau von Gemüse erleben, das in der kitaeigenen Küche gekocht wird, Äpfel ernten, Saft pressen und mit frischer Schurwolle etwas Schönes basteln.

Was die bestehende Tierhaltung betrifft, versicherte Joy Fehm: „Die Pferdeställe sind genehmigt.“ Die Stadt hat keinen Grund zu Beanstandungen auf dem Gelände, sagt Baubürgermeisterin Birgit Priebe. Der Tierhof sei über Jahrzehnte gewachsen. Alle Details nachzuprüfen, bedürfe einer längeren „historischen Recherche“, für die kein Anlass bestehe. Also: Der Zustand erweckt nicht den Anschein, als bestünde Handlungsbedarf. Der Hof wird zumindest geduldet. Tatsächlich machen die Tiere einen guten Eindruck. Beschwerden sind bei der Stadt keine angekommen.

Erneut beteuerte die Initiatorin ihre Bereitschaft zu Kooperationen mit der Jugendfarm auf dem Finkenberg. Die Einrichtungen stünden nicht in Konkurrenz, sondern könnten sich ergänzen. Kernzielgruppe der Jugendfarm sind Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 16 Jahren, also nach dem Kindergarten-Alter.

Neuer Träger

Ursprünglich wollte die Sozialpädagogin den Kindergarten selbst betreiben und leiten. Mittlerweile plant die Bauherrin den Betrieb durch den externen Träger „Konzept-e“, der in Waiblingen auf der Korber Höhe bereits seit 2014 die Kindertageseinrichtung Finkenburg mit 65 Kindern von null bis sechs Jahren führt. Sie selbst will in Teilzeit mitarbeiten.

Das naturpädagogische Profil soll mit dem neuen Träger gleichermaßen umgesetzt werden.

Konzept-e wurde 1988 gegründet und ist ein erfahrener gemeinnützige Träger, der 42 Kindertagesstätten und sechs Schulen betreibt. Dort arbeiten 900 Mitarbeiter.