Waiblingen

„Nette Toilette“ in Waiblingen: Welche Erfahrungen machen Cafés damit?

Cafe Sachsenheimer
Die teilnehmenden Betriebe sind am Sticker „Nette Toilette“ erkennbar. © Alexandra Palmizi

Die Situation kennt vermutlich jeder: Man ist in der Stadt unterwegs und muss auf die Toilette - weit und breit sind keine öffentlichen WCs zu sehen. In Restaurants, Bars oder Cafés muss man gelegentlich etwas zahlen - da kommt eine kostenlose Toilette sehr gelegen. In Waiblingen gibt es aus diesem Grund die Aktion „Nette Toilette“. Die teilnehmenden Betriebe sind an dem Sticker an ihrer Eingangstür erkennbar. Welche Erfahrungen machen die Betreiber?

„Die ,Nette Toilette‘ ist tatsächlich eine nette Aktion der Stadt Waiblingen“, sagt Melanie Born. Sie ist Mitarbeiterin des Cafés „Sachsenheimer“ in der Marktgasse. Die 21-Jährige erklärt, dass die Stadt bei ihrem Chef Jürgen Olma angefragt und er sich bereiterklärt hatte. Die Bar stellt ihre Toiletten zur Verfügung, die auch diejenigen nutzen dürfen, die nichts im Café konsumieren.

Sachsenheimer: Viele kennen die Aktion gar nicht, meint Servicekraft

Insgesamt stehen momentan fünfzehn Lokale auf der Liste der Stadt Waiblingen im Internet - jedoch nimmt zumindest das dort aufgeführte Café Schöllkopf nicht mehr an der Aktion teil.

Die „Sachsenheimer“-Mitarbeiterin Melanie Born glaubt aber nicht, dass diese Liste bei vielen Innenstadt-Besuchern bekannt ist. „Die Kunden fragen oft noch mal selber nach, statt den Sticker an der Vordertür zu bemerken“, erzählt sie. Es gibt auch eine „Nette Toilette“-App, die von der Firma Studioo aus Aalen angeboten wird. Sie hat das Konzept entwickelt und verkauft es an Kommunen. Melanie Born würde sich aber nicht extra eine App dafür herunterladen, um zu sehen, wo es Toiletten gibt.

Doch wie sieht es mit der Hygiene aus? Insgesamt würden die Toiletten „recht gut behandelt“, berichtet Christiane Steiger vom Café „Tagblatt“ am Marktplatz, das ebenfalls von Jürgen Olma geführt wird. „Wir wissen jedoch nicht, wer alles auf die Toilette geht. Und am Ende des Tages sieht sie auch nicht perfekt aus.“

Ähnlich ist es im „Sachsenheimer“. „Wir haben jedoch das Glück, dass die Toiletten nicht von uns geputzt werden, sondern von unserer Raumpflegerin. Als Kellnerin und Kellner müssen wir nur das Klopapier auffüllen“, so Melanie Born. Für die Instandhaltung und Reinigung erhalten das Café „Tagblatt“ und das Bistro „Sachsenheimer“ jeweils einen Zuschuss von 30 Euro im Monat von der Stadt Waiblingen.

Was sagen die Kunden?

Die meisten Leute finden, die Aktion sei eine „super Sache“, so Melanie Born. Sie seien „megahappy“, wenn sie herausfinden, dass sie kostenlos auf das WC können. Vor allem für Frauen, die ihre Periode hätten, sei es wichtig, schnell auf die Toilette gehen zu können, sagt eine 19-jährige Kundin des „Sachsenheimers“. Sie ergänzt: „Aber natürlich nicht nur für Frauen, auch für jeden anderen ist das eine gute Sache, die gerne überall eingeführt werden darf.“

Christiane Steiger vom „Tagblatt“ sagt, dass das Café schon vorher, ohne den Sticker der „Netten Toilette“ an der Tür, alle Kunden kostenlos auf das Gäste-WC gelassen hat. Dennoch: „Die Aktion finde ich persönlich als Mitarbeiterin und Kundin einfach gut und sinnvoll. Möglicherweise handhaben das nicht alle Betriebe so, wie wir es tun, deshalb ist das ziemlich wichtig.“ Nicht nur für Passanten oder Touristen, sondern laut der Mitarbeiterin auch für Wohnsitzlose.

Die Situation kennt vermutlich jeder: Man ist in der Stadt unterwegs und muss auf die Toilette - weit und breit sind keine öffentlichen WCs zu sehen. In Restaurants, Bars oder Cafés muss man gelegentlich etwas zahlen - da kommt eine kostenlose Toilette sehr gelegen. In Waiblingen gibt es aus diesem Grund die Aktion „Nette Toilette“. Die teilnehmenden Betriebe sind an dem Sticker an ihrer Eingangstür erkennbar. Welche Erfahrungen machen die Betreiber?

„Die ,Nette Toilette‘ ist

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