Waiblingen

Neue Austellung des Weinstädter Vereins Kunstraum

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"Farbe leben": So heißt die neue Ausstellung des Vereins Kunstraum Weinstadt im Stiftskeller Beutelsbach. © Gabriel Habermann
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"Farbe leben": So heißt die neue Ausstellung des Vereins Kunstraum Weinstadt im Stiftskeller Beutelsbach. © Gabriel Habermann

Weinstadt. Jüdische Berber in Nordafrika, ein Clown mit langem blonden Haar, ein Baum des Lebens, der die Erde trägt: Die Bilder der 15 Mitglieder des Vereins Kunstraum bieten Abwechslung, auch bei der Technik. Da gibt es Werke in Aquarell, Acryl, Öl, Fotodruck, Enkaustik oder Gouache. Und sie alle stehen unter dem Motto „Farbe leben“.

„Es war fröhlicher Frühling und sie war eine zarte Blume“ steht bei dem Bild von Loai Schell. „Frühlingsblume“ heißt es, es ist eines von vier Aquarell-Gemälden, die seiner im vergangenen Jahr verstorbenen Frau gewidmet sind – und mit denen er ihr Leben anhand von Jahreszeiten darstellt. Das Frühlingsbild zeigt sie in jungen Jahren, das Sommermotiv in all ihrer Kraft („Sie war eine starke Linde“) – während im Herbstbild ihre Krankheit thematisiert wird. Das Winterbild, das letzte in der Reihe, steht für den Tod. Loai Schells Werke sind sehr persönlich, ernst, nachdenklich stimmend. Wer die knapp 100 Bilder von 15 verschiedenen Mitgliedern des Vereins Kunstraum im Stiftskeller betrachtet, der wird mit ganz unterschiedlichen Emotionen konfrontiert. Liebe, Leid, Freude, alles ist dabei. Das Motto der Ausstellung bietet für all das Raum: „Farbe leben“ heißt es diesmal – und dabei geht es natürlich auch um die Stimmungen, die bestimmte Farbtöne beim Betrachter hervorrufen.

Ein seelenruhiger Ozean und ein Meer in Aufruhr

Nehmen wir mal das Bild „Ruhe“ von Edmund Streckfuss, das mit Acrylmischtechnik entstanden ist. Es zeigt am Horizont den Planeten Erde, im Vordergrund ist ein tiefblauer Ozean zu sehen, der nicht aus einem einzigen Farbton besteht, sondern aus ganz unterschiedlichen feinen Abstufungen von Dunkelblau. Ein Bild, das Frieden ausstrahlt, ja geradezu meditativ wirkt. Ganz anders dagegen das „Blue Ocean“-Werk von Silvia Lehmann, das mit der Enkaustik-Schellack-Technik hergestellt wurde. Es zeigt ein Meer in Aufruhr, voll weißem Schaum, grüner Algen und Gelbtönen, die Assoziationen an Schwefel wecken. Silvia Lehmanns Ozean wirkt wie eine Ursuppe, in der das Leben entsteht und aus Einzellern komplexere Organismen werden.

„Farbe leben – Red heart“ heißt das Herz, das Bernhard Wanzel mit Mischtechnik erstellt hat. Es zeigt kein kitschiges Herzsymbol, sondern das menschliche Organ mit all seinen Blutgefäßen, Kammern und Klappen. Halbwegs realistisch eben, mit viel Struktur. Fantasielandschaften, die von realen Orten inspiriert wurden, gibt es bei Eugen Hensle zu sehen. Seine vier Norwegenbilder in Öl sind zum Beispiel anhand von Fotos entstanden, die er bei einer Schiffsreise durch das skandinavische Land gemacht hat. Manfred Baer hat dagegen echte Orte auch realistisch dargestellt, etwa die Stiftskirche oder das Beutelsbacher Rathaus. Einen Clown wiederum zeigt er dagegen ganz anders, als er dem Klischee entspricht: nicht als fröhlichen Bespaßer aus dem Zirkus, sondern als nachdenklichen Gesellen mit langem blonden Haar.

An die biblische Osterbotschaft denkt der Betrachter, wenn er Gertrud Deppes Werke erblickt. Auf einem Bild ist ein leeres Grab in einer Höhle zu sehen, daneben ein Engel, im Hintergrund stehen drei Kreuze. Das Motiv weckt sofort Assoziationen an die Auferstehung von Jesus, an die Hoffnung auf ewiges Leben, die mit dem christlichen Glauben verbunden ist.

Alles andere als aufbauend ist das Bild „Weggebrochen“ von Sabine Schussmann. Es zeigt die Silhouette einer Großstadt wie New York, die auseinanderfällt. All der Glitzer bröckelt – und unten wartet ein alles verschlingendes Nichts, ein schwarzes Loch. Der flockige Glitzer auf dem Bild glänzt übrigens auch deshalb so schön, weil der Verein Kunstraum stets darauf achtet, einem Bild auch das ihm angemessene Licht zu bieten. Spannend ist auch Sabine Schussmanns Werk „Verlaufen“: Es zeigt eine käseweiße Person, völlig jenseits jeder Lebensbejahung. Ihr Mund ist verklebt, was wie ein Maulkorb wirkt. Das Bild zwingt jedenfalls zum Nachdenken – und so soll’s bei Kunst ja auch sein.

Verein sucht Raum für Treffen und Kurse

Regelmäßige Ausstellungen, Treffen, Kurse: Wenn der Verein Kunstraum einen eigenen Raum in Weinstadt hätte, wäre das kein Problem – doch bislang suchten die Mitglieder vergebens. Dabei will der Verein den Raum auch nicht unbedingt gratis haben. „Eine kleine Miete wäre schon drin“, sagt die Vorsitzende Silvia Lehmann. Wer hier weiterhelfen kann, schickt am besten an info@kunstraum-weinstadt.de eine Mail.

Die aktuelle Ausstellung des Weinstädter Vereins ist noch bis Sonntag, 10. April, im Stiftskeller in Beutelsbach zu sehen (Stiftstraße 32). Geöffnet ist sie mittwochs und freitags von 17 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Für Januar 2017 ist bereits eine Ausstellung im Beutelsbacher Rathaus geplant. „Die anderen Sachen sind noch nicht spruchreif“, sagt Silvia Lehmann.

Mehr Infos zum Verein Kunstraum gibt es unter www.kunstraum-weinstadt.de im Internet.