Waiblingen

Neuer Stoffladen eröffnet in der Bahnhofstraße

Stoffladen für Selbermacherinnen_0
Conny Kinne (links) und Sarah Schmidt sind voll der Vorfreude auf die Eröffnung. © ZVW/Alexandra Palmizi

Waiblingen.
Das Warten hat ein Ende: Nähfans aus Waiblingen und Umgebung freuen sich auf die Eröffnung des neuen Stoffladens „Cosa“ in der Bahnhofstraße. Indirekt treten Conny Kinne und Sarah Schmidt damit mit neuem Konzept und neuem Standort die Nachfolge des Waiblinger Traditionsgeschäfts Stoff Eisele an, in dem sie sich kennenlernten. Bis es so weit kam, waren noch ein paar Hürden zu meistern.

Noch bleibt die Ladenfront verhüllt und verschlossen. Für den Paketboten wird sie geöffnet. Neun schwere Pakete schiebt er auf einem Wagen ins Geschäft: Stoffe für die noch weitgehend leeren Regale. Erst aber müssen sie verkaufsgerecht auf Doublierbretter gewickelt werden, allein das gibt wieder Arbeit für Stunden. „Es gibt noch viel zu tun“, sagt Sarah Schmidt, „aber wir werden auf jeden Fall rechtzeitig fertig – zur Not legen wir Nachtschichten ein.“ Am 5. Dezember wird der Stoffladen in den 180 Quadratmeter großen Räumen der ehemaligen Bäckerei Maurer offiziell eröffnet, davor gibt es noch eine kleine Party für geladene Gäste.

Statt Online-Handel: Auf Tuchfühlung gehen

Eigentlich war die Eröffnung schon für Herbst angekündigt, aber letztlich sind die Inhaberinnen froh, dass es noch zum Weihnachtsgeschäft klappt. Voraussetzung für sie war der Umzug der Bäckerei Maurer in die früheren Eisele-Verkaufsräume nebenan, dort jedoch hatten sich die Sanierungsarbeiten verzögert. Conny Kinne und Sarah Schmidt scharrten währenddessen mit den Hufen. Ware konnten sie noch nicht annehmen. Mitte Oktober, kaum dass die Bäckerei, die auch am neuen, vergrößerten Standort erwartungsgemäß stark frequentiert wird, ausgezogen war, legten die „Cosa“-Frauen endlich los und rissen die alten Böden raus. „Wir haben richtig viel Eigenarbeit reingesteckt“, erzählen sie, „besonders in die Fassade.“

Der Online-Handel floriert, auch in der Stoffbranche. Andererseits lebt gerade durch soziale Netzwerke wie Instagram und Pinterest ein neuer, textiler Selbermach-Trend auf. An diese überwiegend junge Kundschaft richtet sich Cosa ebenso wie an Hausfrauen, die seit jeher vieles selbst nähen. „Stoffe muss man in die Hand nehmen und fühlen“, wissen Conny Kinne und Sarah Schmidt aus eigener Erfahrung. Sie setzen auf persönliche Beratung und ein großes Repertoire an Ideen, das sie unter anderem in einer „Inspirationsecke“ an interessierte Kundinnen vermitteln wollen. In einem Nebenraum stehen vier Nähmaschinen für das innovative Angebot „Nähen to go“: Wer Nähkenntnisse hat, aber über keine Maschine verfügt, kann hier stundenweise einen Platz buchen – auch an der Overlock-Maschine. Was im Vergleich zu Eisele wegfällt, ist der Bereich der Heimtextilien.

Auf Umwegen folgt Cosa nun doch auf Eisele

Von der regionalen Bio-Marke Albstoff über Stenzo und Gütermann bis zum hippen Label Merchant & Mills aus England reicht die Auswahl an Stoffen. Unschlagbar unter deutschen Nähbienen bleibt freilich der Name Burda: Entsprechend hält der Laden zum jeweils aktuellen Burda-Heft die passenden Materialien verfügbar.

Angesichts des Ladensterbens in der Innenstadt erscheint zumindest die Eröffnung von Cosa als Lichtblick. „Der Handel wird nicht verschwinden“, sagte der Waiblinger Wirtschaftsförderer Marc Funk jüngst im Gespräch mit unserer Zeitung. Nötig sei aber ein klares Konzept – das wiederum bescheinigt er dieser Neueröffnung. Im Fall Stoff Eisele war es wie in vielen anderen Fällen in Waiblingen, auch im Bereich der Gastronomie: Eisele schloss nicht aus wirtschaftlichen Gründen, sondern altershalber, weil sich keine direkte Nachfolge in der Familie fand. Ebenso das Hotel Koch.

Auf Umwegen folgt Cosa nun doch auf Eisele: Zum einen sind die Eiseles Vermieter, zum anderen haben sich Conny Kinne und Sarah Schmidt dort im Geschäft kennengelernt: Die 51-jährige Conny Kinne war langjährige Angestellte und Sarah Schmidt Kundin. Parallel zum neuen Laden führt die 39-jährige studierte Modedesignerin und gelernte Damenschneiderin ihr Nähatelier in Fellbach weiter, in dem sie Workshops und Kurse leitet – oder auch gemeinsames Nähen als Geburtstagsfeier inszeniert. Mit zum fünfköpfigen Cosa-Team gehören zwei weitere ehemalige Eisele-Mitarbeiterinnen sowie eine neue Kraft.

Waiblingen.
Das Warten hat ein Ende: Nähfans aus Waiblingen und Umgebung freuen sich auf die Eröffnung des neuen Stoffladens „Cosa“ in der Bahnhofstraße. Indirekt treten Conny Kinne und Sarah Schmidt damit mit neuem Konzept und neuem Standort die Nachfolge des Waiblinger Traditionsgeschäfts Stoff Eisele an, in dem sie sich kennenlernten. Bis es so weit kam, waren noch ein paar Hürden zu meistern.

Noch bleibt die Ladenfront verhüllt und

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