Waiblingen

Neues Baugebiet mit vielen Wohnungen auf der Korber Höhe in Waiblingen

Grünfläche neues Wohngebiet Korber Höhe, Waiblingen, 18.02.2021.
Die weitgehend unbebaute Grünfläche an der Stauferstraße und der Winnender Straße. © Benjamin Beytekin

Es hat vielleicht nicht ganz die Dimension, dass man von einer „Korber Höhe III“ sprechen könnte, reicht flächenmäßig aber annähernd ans Krankenhaus-Areal: Unweit von diesem, auf dem Grünzug zwischen Stauferstraße und Winnender Straße, soll in den nächsten Jahren ein neues Wohngebiet entstehen. Ob mit oder ohne Hochhaus – das werden die Bürgerbeteiligung und der städtebauliche Wettbewerb für das mögliche IBA-Projekt zeigen.

Vor fünf Jahren stand das Areal bei der Heizzentrale der Stadtwerke Waiblingen im Fokus für den Bau eines „grünen Hochhauses“, angelehnt an den futuristischen „Bosco Verticale“ in Mailand, mit Büschen und Bäumen auf bis zu 52 Metern Höhe. Trotz interessanter Entwürfe namhafter Investoren verließ den Gemeinderat der Mut, beeindruckt vom Schock der Gewa-Pleite mit dem heutigen, immer noch unfertigen Schwabenlandtower in Fellbach.

Hesky: „Brach liegen lassen ist keine Alternative“

Weil die Wohnungsnot in der Zwischenzeit keineswegs verschwunden ist, nimmt die Stadt Waiblingen einen neuen Anlauf und hofft, mit dem Projekt auf den Zug der IBA 2027 Stuttgart aufzuspringen. Sowohl die FW/DFB, die FDP und die SPD im Gemeinderat hatten auf neue Konzepte gedrängt. Die Stadtverwaltung hatte das Gebiet ohnehin nie aufgegeben. „Mit dem Grundstück soll es weitergehen“, sagt Oberbürgermeister Andreas Hesky, „brach liegen lassen ist keine echte Alternative.“

Ein wichtiges Kriterium, den Sprung zur IBA zu schaffen, ist nach Einschätzung von Baubürgermeister Dieter Schienmann die Bürgerbeteiligung, die nun durch die Corona-Pandemie bedingt online begonnen hat. Mit Ansagen, wie das zukünftige Wohngebiet aussehen soll, hält sich die Stadt daher zurück. „Art und Dichte der Bebauung sollen über die Bürgerbeteiligung, den Rahmenplan und den anschließenden Wettbewerb ermittelt werden.“ Das Plangebiet umfasst drei Hektar.

Einrichtung für Senioren gewünscht

Ein paar Pflöcke als Vorgaben sind dennoch eingerammt. Ein Hochhaus wäre durch den Bebauungsplan aus den Neunzigern gedeckt – ist aber aus heutiger Sicht kein Muss. Das Quartiersprojekt „2020 – Gemeinsam auf der Korber Höhe“ hat viele AGs hervorgebracht, die das Miteinander und die Nachbarschaft beleben. Hervorgebracht hat es zudem die Erkenntnis, dass sich viele Bewohner des Stadtteils eine wohnortnahe Einrichtung für Seniorenwohnen wünschen. Tatsächlich sind Pflegeheime in allen Ortschaften gebaut oder geplant, in Waiblingen-Süd gibt es das Haus Miriam – auf der Korber Höhe mit mehr als 5000 Bewohnern nichts dergleichen. Viele von ihnen sind in den Siebzigern hergezogen und wollen auch im Alter im Quartier bleiben.

Neue Kunden für das Mikrozentrum

800 Meter entfernt liegt das Mikrozentrum. Die Läden und Dienstleister dort könnten, so die Hoffnung, durch neue Kundschaft gestärkt werden.

Die Heizzentrale der Stadtwerke Waiblingen, die sich auf dem Areal befindet, versorgt Teile der Korber Höhe mit Fernwärme – und das wird auch so bleiben. Die Anlage mit Blockheizkraftwerk wird in das Bauvorhaben integriert.

Reihenhäuser werden es nicht sein

Angesichts der allgemeinen Wohnungsknappheit scheint klar: Es geht hier nicht um Reihenhäuser und Doppelhäuser. Das Umfeld indes ist nicht einfach. Das Gelände fällt von Süden nach Norden hin um zwölf Meter ab. Der Verkehr auf der Kreisstraße wird lärmtechnisch ein Thema sein. So dicht wie auf dem Krankenhaus-Areal wird die Bebauung wohl kaum werden.

Gewünscht sind „urbane, innovative Bauformen“, bedarfsgerecht und generationsübergreifend sollen die Konzepte sein, beispielgebend die neuen Formen der Nachbarschaft, die Grundrisse flexibel für wechselnde Bedürfnisse, klimaneutral und ressourcenschonend die Bauweise. Von „zukunftsfähigen Mobilitätsangeboten“ – das könnte zum Beispiel E-Carsharing sein – soll die gesamte Korber Höhe profitieren können. Mehrgenerationenhäuser und besonders „Bauen in Gemeinschaft“ sind willkommen. Ziel ist ein Bebauungsplan im Jahr 2023. Zur IBA 2027 könnten zumindest Teile des Wohngebiets Wirklichkeit sein, hofft Dieter Schienmann.

„Scheuen Sie sich nicht, Ihre Vorstellungen zu formulieren und an uns weiterzureichen, auch wenn Sie kein Architekt oder Stadtplaner sind“, appelliert der Baubürgermeister an die Bürgerinnen und Bürger. „Niemand kennt Waiblingen und die Korber Höhe so gut wie Sie.“ Die Anregungen und Bedenken der Beteiligten sollen in einen Rahmenplan fließen, der mit dem Gemeinderat abgestimmt und durch ihn beschlossen wird. Dann wird er Grundlage für die Auslobung eines Wettbewerbs – ob als Teil des weiteren IBA-Netzwerks oder als echtes IBA-Projekt. Bis 9. April können sich Interessierte unter www.waiblingen.de beteiligen.

Es hat vielleicht nicht ganz die Dimension, dass man von einer „Korber Höhe III“ sprechen könnte, reicht flächenmäßig aber annähernd ans Krankenhaus-Areal: Unweit von diesem, auf dem Grünzug zwischen Stauferstraße und Winnender Straße, soll in den nächsten Jahren ein neues Wohngebiet entstehen. Ob mit oder ohne Hochhaus – das werden die Bürgerbeteiligung und der städtebauliche Wettbewerb für das mögliche IBA-Projekt zeigen.

Vor fünf Jahren stand das Areal bei der Heizzentrale der

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