Waiblingen

Neues High-Tech Stellwerk und mehr: Massive Veränderungen rund um den Bahnhof Waiblingen

digitales Stellwerk
Auf der schmalen Fläche entlang der Gleise wird das 55 Meter lange Gebäude errichtet. © ALEXANDRA PALMIZI

Südlich der Remsbahn herrscht dieser Tage rege Bautätigkeit. In Richtung Schorndorf wächst das neue Parkhaus der Firma Rems – und beim Stihl-Werk hat die Bahn mit den Arbeiten für eine Art Hightech-Stellwerk begonnen. Genauer gesagt, für den zentralen „Technik- und Bedienstandort“ des künftigen Digitalen Knotens Stuttgart. Als Pilotprojekt in Sachen Digitalisierung der Bahn soll er helfen, auf dem stark belasteten Netz „mehr Züge mit weniger Verspätungen“ fahren zu lassen. Die Remsbahn und die Murrbahn gehören vorerst allerdings nicht zu den 125 Schienenkilometern, die vom Digitalknoten gesteuert werden.

Das längliche Gebäude entsteht auf engem Raum zwischen dem Stihl-Werk und den Bahngleisen auf einer bisher kaum genutzten Fläche. Der viergeschossige Bau soll nach Angaben der Bahn circa 55 Meter lang, 20 Meter breit und 20 Meter hoch werden. Die Arbeiten dafür laufen seit Anfang Juli. „Die Gebäudehülle, also der Rohbau, steht voraussichtlich zum Jahresende 2022“, sagt ein Bahn-Sprecher auf Anfrage unserer Redaktion. Anfang 2023 dann soll der konventionelle Innenausbau mit der Installation der Heizungs-, Lüftungs- und Sanitäranlagen starten.

Bisherige Lichtsignaltechnik soll abgelöst werden

Wozu der neue Digitalknoten? Im Zusammenhang mit Stuttgart 21 wird zum ersten Mal in einem größeren Eisenbahnknoten in Deutschland das europäische Zugkontrollsystem ETCS Level 2 realisiert. Dieses unterscheidet sich von der konventionellen Lichtsignaltechnik. Über eine verschlüsselte Funkverbindung tauscht der Zug laufend Daten mit sogenannten Eurobalisen, einer Art Transponder im Bahngleis, aus. Lokführer und Stellwerk bekommen dadurch ein präziseres Bild von der Situation auf der Strecke.

In Waiblingen befindet sich künftig nicht nur die zentrale Stellwerkstechnik für den Digitalen Knoten Stuttgart, sondern auch die Infrastruktur zur Energieversorgung und Kommunikation sowie die nötigen Rechnereinheiten für das besagte ETCS. (European Train Control System).

Stellwerke Waiblingen und Schorndorf werden noch nicht ersetzt

Außer Technik beherbergt das neue Gebäude als „Bedienstandort“ auch die Arbeitsplätze mehrerer Fahrdienstleiter. In einer ersten Betriebsstufe bündelt die Bahn die bisherigen Bedienplätze für Stuttgart, Bad Cannstatt, Untertürkheim, die S-Bahn Stuttgart und die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm. Neben den Fahrdienstleitern sind in Waiblingen dann auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stör- und Notfallmanagements untergebracht. Im Lauf des Jahres 2023 werden die entsprechenden Komponenten der eisenbahnspezifischen Anlagentechnik für den Digitalen Knoten im Neubau installiert.

Drei bislang im Rahmen von Stuttgart 21 geplante elektronische Stellwerke gehen im zentralen Standort auf. Die Stellwerke in Waiblingen und Schorndorf hingegen werden vorerst noch nicht ersetzt, so der Bahnsprecher. Im ersten Schritt werden bis zum Jahr 2025 rund 125 Streckenkilometer mit der neuen Leit- und Sicherungstechnik ausgerüstet. Bis 2030 soll die übrige Region folgen – zumindest bis zu den heutigen S-Bahn-Endpunkten. Die Digitaltechnik ermöglicht in der Zukunft, so die Planungen der Bahn, auch automatisierten Fahrbetrieb.

Das ganze Waiblinger Bahnhofsumfeld erlebt massive Veränderungen – und es geht weiter. Im Winter wurde das neue P&R-Parkhaus eröffnet, an der Bahnhofstraße befindet sich das neue „Loginn Achat“-Hotel im Bau. Dazu kommen die Überlegungen, welche die Stadt Waiblingen und externe Fachbüros im Hinblick auf die Internationale Bauausstellung IBA Stuttgart 2027 anstellen. Eine Machbarkeitsstudie des Internationalen Stadtbauateliers Stuttgart bezieht die Dammstraße, bahneigene Flächen und das Gelände des Lidl-Marktes in die Planungen ein. So könnten beispielsweise durch eine Neuordnung des Zentralen Omnibusbahnhofs zusätzliche nutzbare Flächen gewonnen werden.

Südlich der Remsbahn herrscht dieser Tage rege Bautätigkeit. In Richtung Schorndorf wächst das neue Parkhaus der Firma Rems – und beim Stihl-Werk hat die Bahn mit den Arbeiten für eine Art Hightech-Stellwerk begonnen. Genauer gesagt, für den zentralen „Technik- und Bedienstandort“ des künftigen Digitalen Knotens Stuttgart. Als Pilotprojekt in Sachen Digitalisierung der Bahn soll er helfen, auf dem stark belasteten Netz „mehr Züge mit weniger Verspätungen“ fahren zu lassen. Die Remsbahn und

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